FC Bayern gegen PSG: Champions-League-Taktikcheck zum Halbfinal-Rückspiel gegen Paris: Hier muss Kompany umdenken
VonLuca Baier
Update 06/05/2026 um 16:31 GMT+2 Uhr
Das 5:4 im Halbfinal-Hinspiel zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern war an Spektakel nicht zu überbieten. Das atemberaubende Offensivfeuerwerk war vor allem für die Abwehrspieler enorm anspruchsvoll. Passt Bayern-Coach Vincent Kompany seine Absicherung zum Rückspiel nun etwas an? Eurosport.de erklärt im Taktikcheck, wie die Bayern die Pariser Konter besser in den Griff bekommen können.
Kompany über Torflut gegen PSG: "Habe damit gerechnet"
Quelle: Eurosport
Vier eigene Tore bei einem Auswärtsspiel in Paris geschossen - das klingt normalerweise nach einem sicheren Weiterkommen. Doch in dem jetzt schon legendären Hinspiel kassierte der FC Bayern eben auch fünf Gegentore.
Dass es zwischen diesen beiden Mannschaften zu einem Schlagabtausch gekommen ist, überrascht nicht. Sowohl der FC Bayern als auch PSG verteidigen mit einer aggressiven Manndeckung. Dass diese auch Risiken in sich birgt, ist klar - bei der Offensivqualität auf der jeweils anderen Seite sowieso. Ein verlorenes Duell oder ein winziger Stellungsfehler kann da sofort ein Gegentor bedeuten.
Und dennoch werden die Münchner auf ihrer Aufholjagd im Rückspiel am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker) nicht von ihrem Pressing abweichen. Jonathan Tah bekräftigte auf der Pressekonferenz, es sei ebenjene Spielweise, die die Mannschaft dahin gebracht habe, wo sie jetzt stehe:
"Es macht keinen Sinn, dass wir daran etwas ändern. Wir wollen attraktiven und offensiven Fußball spielen. Natürlich ist das fordernd, aber das ist unsere Spielweise und daran werden wir nichts ändern."
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Bayern - PSG: Konterabsicherung als Schlüssel
Eine Stellschraube sieht der Abwehrchef jedoch beim Thema Konterabsicherung. "Es gibt ein paar kleine Schrauben, an denen wir drehen müssen, um weniger in diese gefährlichen Umschaltsituationen zu kommen", so Tah.
Eine mögliche Anpassung ist das Verhalten der Außenverteidiger. In der Regel greifen bei den Bayern beide Außenverteidiger mit an. Dabei agieren sie selten an der Außenlinie, sondern halten sich weiter innen auf und schalten sich von dort mit ein. Sie starten in Positionen, in denen man sonst eher Achter vermuten würde und machen Wege in die Tiefe. Ziel dabei: Die Dribbler auf den Flügeln, die die Breite halten, bekommen mehr Raum und können schwieriger gedoppelt werden.
Um die PSG-Konter besser in den Griff zu kriegen, könnte Kompany die Restverteidigung so organisieren, dass nur einer der Münchner Außenverteidiger mit angreift. Spielen die Bayern über links, bleibt der Rechtsverteidiger auf der Höhe von Tah und Dayot Upamecano - geht es über links, funktioniert es umgekehrt. Bayern würde dann mit einer Dreierkette absichern, sodass Paris über die Flügel nicht so große Freiräume nach Ballgewinn bekommt wie gegen lediglich zwei Innenverteidiger.
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Tah über CL-Vorfreude in München: "Noch nie so gespürt"
Quelle: Eurosport
Laimer könnte defensives Mittelfeld unterstützen
Eine weitere Option wäre es, einen Außenverteidiger in Ballbesitz vor die Abwehr zu ziehen, anstatt ihn mit angreifen zu lassen. Sollte sich Kompany für Konrad Laimer als Rechts- oder Linksverteidiger entscheiden, könnte der Österreicher im Aufbau neben Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic rücken.
Laimer, eigentlich gelernter Sechser, könnte so nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing gehen und von Vitinha und Co. einengen. Im Vergleich zu Kimmich und Pavlovic bringt der Österreicher eine andere Dynamik und Härte mit und würde sicherlich auch den ein oder anderen Konter mit einem kleinen Foul unterbinden können.
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Konrad Laimer (R) könnte im Rückspiel gegen PSG eine entscheidende Rolle im Gegenpressing des FC Bayern München spielen
Fotocredit: Getty Images
FC Bayern - PSG: Torschuss als beste Konterabsicherung
Während die beiden möglichen Anpassung taktischer Natur sind, gibt es noch ein weiteres probates Mittel, um Konter zu verhindern. Den Bayern muss es im Vergleich zum Hinspiel häufiger gelingen, die eigenen Angriffe abzuschließen. Dazu zählen Schüsse - auch aus der Distanz - aber auch Flanken.
Gut möglich, dass der Rekordmeister im Rückspiel vermehrt zu Flanken oder Chipbällen aus dem Halbfeld hinter die Kette greift. Im besten Fall erzeugt man so Gefahr, im schlechtesten Fall sind es Bälle, die eine Hintermannschaft schlichtweg nicht besonders weit klären kann. Oftmals müssen die Verteidiger in Richtung des eigenen Tores laufen und der Ball kann nur im Rückwärtslaufen einige Meter weggeköpft werden.
Hier muss Bayern dann wach sein für die zweiten Bälle. Fallen diese um den Strafraum herum runter, können Jamal Musiala und Co. ihre individuelle Qualität einbringen und eine zweite Angriffswelle fahren.
Eurosport-Check: An der grundsätzlichen Spielweise wird der FC Bayern nichts ändern, müssen Komapny und Co. auch nicht. Dennoch ist eine Anpassung bei der Restverteidigung nötig. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass Upamecano und Tah jede einzelne Aktion verteidigen können - schon gar nicht auf so großem Raum gegen exzellente Offensivspieler wie Ousmane Dembélé, Khvicha Kvaratskhelia und Désiré Doué.
Entsprechend wichtig ist es, entweder öfter Überzahl in der Absicherung herzustellen oder aber einen zusätzlichen Spieler ins direkte Gegenpressing zu bringen.
Dem deutschen Rekordmeister muss es gelingen, die Anzahl und Gefahr der PSG-Konter auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Auch mit etwas mehr Vorsicht und Fokus auf Absicherung wird die offensive Qualität nicht bedeutend leiden - und dann reichen womöglich auch weniger als vier eigene Treffer.
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Mögliches Elfmeterschießen? Kompany und FC Bayern vorbereitet
Quelle: SID
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