Wie Jamal Musiala seine Ängste vor dem Halbfinal-Kracher zwischen PSG und Bayern überwunden hat - Champions League
VonThomas Gaber
Update 28/04/2026 um 01:21 GMT+2 Uhr
Jamal Musiala ist rechtzeitig zur Crunch Time wieder da. Dafür waren viele große, aber auch viele kleine Schritte nötig, die den genialen Offensivkicker vor allem mental gefordert haben. Unterstützt von Trainern und Teamkollegen und getragen von der Erfolgswelle, die die Bayern seit Wochen reiten, hat Musiala seine Ängste überwunden und stellt für Champions-League-Gegner PSG eine große Gefahr dar.
Kompany über Musialas Leistung gegen Mainz: "Jamal spürt die Freiheit"
Quelle: Perform
Jamal Musiala machte Michael Olise am Samstagnachmittag in Mainz ein nettes Angebot - sein Kumpel durfte mit ins Familienalbum. Freudestrahlend knipste Musiala ein paar Smartphone-Selfies und nahm Olise mit ins Bild.
Der Franzose war nicht gerade begeistert von der Offerte und zeigte den durchgedrückten Mittelfinger in die Kamera. Natürlich ein Gag, so mittellustig. Aber ok, junge Männer dürfen auch mal die gute Kinderstube vergessen nach einem irren Comeback-Sieg.
Das 4:3 in Mainz verleiht den Bayern zusätzlichen Rückenwind für das erste Halbfinal-Duell mit PSG (Di., 21:00 Uhr im Liveticker), wenngleich sie davon ohnehin genug haben durch ihre Dauererfolgsserie. Doch Spieler und Trainer betonten im Anschluss, dass so eine Aufholjagd emotional noch weitere Kräfte freisetzen kann.
Das gilt in erster Linie für Musiala. Für den Freigeist im Bayern-Angriff, der seine Leichtigkeit verloren zu haben schien auf dem langen Weg zurück nach der Horror-Verletzung vor knapp 300 Tagen bei der Klub-WM.
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Kompany vor PSG selbstbewusst: "Wir wollen dieses Spiel"
Quelle: Perform
Eberl über Musialas Verletzung: "War dramatischer als man denkt"
Seine Comeback-Versuche waren zaghaft, es dauerte seine Zeit, bis Musiala nicht mehr zurückzog, wenn ihm die Gegenspieler auf den Füßen standen. Auch seine so geschmeidigen Bewegungen mit dem Ball am Fuß waren eingeschränkt, als hätte ihn jemand in Ketten gelegt.
Doch Musiala hat sich befreit. Von den Ketten und auch von den Ängsten, dass der lädierte Fuß wieder schlechte Laune kriegt. Musiala wirkt wieder furchtlos auf dem Platz, er ist wieder magisch. "Es macht viel Spaß, ich habe viel Freude beim Fußballspielen", sagte er nach dem Mainz-Spiel.
Um dorthin zu kommen, hat Musiala geschuftet während der Rehazeit. "Ich mache viele Extrasachen, dass sich mein Fuß frisch anfühlt", verriet er. Sportvorstand Max Eberl lobte im "ZDF" Musialas Hingabe: "Er hat unglaublich hart gearbeitet und wirkt körperlich robuster als vor der Verletzung. Das war alles dramatischer, als man denkt. Man denkt, das Bein wird einfach operiert und dann wird das schon wieder werden. Aber es war ein langer Weg."
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5. Juli 2025: Musiala bricht sich im Duell mit PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma das Bein
Fotocredit: Getty Images
Datenbeweis: Musiala (viel) effektiver als vor der Verletzung
Die Momente in der vergangenen Woche, wie die Vorlage auf Harry Kane zum wichtigen 1:0 im DFB-Pokalhalbfinale in Leverkusen oder das Stochertor in Mainz, das Musiala mit couragiertem Einsatz selbst initiierte, haben ihm dabei geholfen.
"Es ist das erste Mal, dass Jamal wieder diese Freiheit spürt. Aber dieses Jubeln nach seinem Tor und dieses Lachen - wenn er das hat, dann ist alles gelöst", sagte Trainer Vincent Kompany, warnte aber im Nachsatz davor, jetzt alles wieder für als selbstverständlich anzusehen.
"Meine einzige Bitte ist, dass jeder auch versteht, dass der Fuß manchmal ein bisschen fester sein kann. Es geht nicht immer nur bergauf. Wir genießen das, was er uns gibt. Aber meine Erwartung ist eher, dass er für die Mannschaft da ist", so der Belgier.
Dies hat Musiala seit seinem Comeback Ende Januar bemerkenswert oft getan. In 18 Pflichtspielen sammelte er elf direkte Torbeteiligungen - alle 68 Minuten ein Scorerpunkt. Zum Vergleich: 2024/25 gelang ihm dies durchschnittlich alle 103 Minuten, in der Saison davor alle 143 Minuten.
Durch die Ausfälle der verletzten Serge Gnabry, Lennart Karl und Raphael Guerreiro ist die Bayern-Offensive für das erste Duell mit PSG ausgedünnt. Die Münchner brauchen einen fitten, spielfreudigen Musiala mehr denn je. Im Pokal in Leverkusen hat er bei seinem 84-Minuten-Einsatz gezeigt, dass er bereit ist, auch in K.-o.-Spielen wieder über die volle Distanz zu gehen.
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Kompany scherzt über Sperre: "Passe nicht in die Wäschebox"
Quelle: Perform
Für Musiala schließt sich in Paris der Kreis
Der Titelverteidiger in der Königsklasse ist ein anderes Kaliber und neben den Bayern das Beste, was der europäische Fußball derzeit zu bieten kann. Aber Musiala hat sich körperlich und mental so stabilisiert, dass er PSG wehtun kann.
Für den 23-Jährigen schließt sich am Dienstag der Kreis. 297 Tage nach dem gegen Paris erlittenen Beinbruch steht für Musiala gegen den gleichen Gegner das vielleicht größte Spiel seiner bisherigen Karriere auf Klubebene an.
Die Bilder von damals hat er sich nie angesehen, damit die Ängste bloß nicht zurückkommen. "Ich versuche darüber gar nicht nachzudenken, was passieren könnte. Von Spiel zu Spiel habe ich mehr Vertrauen in meinen Fuß", sagte er.
Vertrauen in einen Fuß, der den Bayern in Paris magische Momente bescheren soll.
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Kompany ordnet Bayern-Comeback ein: "Ich liebe die Mentalität"
Quelle: Perform
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