Luis Díaz' Foul an Achraf Hakimi bei FC Bayern München gegen PSG kein Rot? "Ohne Verletzung bleibt es bei Gelb"

Das Foul von Luis Díaz an Achraf Hakimi, welches nach einem Check durch den VAR eine Rote Karte nach sich zog, im Champions-League-Duell des FC Bayern München mit Paris Saint-Germain hat auch nach Abpfiff die Gemüter bewegt. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe sah in dem Platzverweis gegen den Kolumbianer Díaz zwar keine Notwendigkeit, aber eine verständliche Entscheidung.

Díaz-Doppelpack und Rot - so lief der Kracher PSG-Bayern

Quelle: Eurosport

Der italienische Unparteiische Maurizio Mariani sowie der Video-Assistent hätten sich seiner Meinung nach "offensichtlich von der Verletzung beeinflussen lassen", schrieb Gräfe auf seinem X-Account.
"Ohne Verletzung bleibt es bei Gelb, das sieht man auch daran, wie viele Einstellungen der Ref brauchte, bis er zu Rot kam", urteilte der 52-Jährige weiter.
Seine Erklärung: Díaz habe im Moment der Grätsche den Ball im Blick, allerdings mit der "Grätsche (linkes Bein) knapp den Ball" verpasst. Problematisch sei allerdings die Tatsache, dass der Kolumbianer sein rechtes Bein nachziehe und "eine Schere gegen Hakimi macht, der sich dadurch tatsächlich verletzt".
"Die Gesundheit eines Spielers zu gefährden, ist Rot und wenn sie tatsächlich gefährdet, sprich, der Spieler verletzt wurde, ist das bitter für Bayern, aber dann nachvollziehbar Rot", zog Gräfe ein klares Fazit.

Enrique verteidigt Díaz nach Foul

Díaz hatte kurz vor der Pause einen Zweikampf gegen Hakimi verloren. Dabei schaltete der PSG-Profi blitzschnell um, worauf der Bayern-Neuzugang dem Marokkaner von hinten in die Beine sprang und den linken Fuß seines Gegenspielers mit seinem Gesäß einklemmte.
Hakimi verdrehte sich bei der Aktion den Fuß um 90 Grad und musste nach mehrminütiger Behandlungspause gestützt von zwei Betreuern den Platz verlassen. Referee Mariani entschied sich nach mehrfacher Ansicht der TV-Bilder für den Platzverweis des Kolumbianers, nachdem er das Foul zuvor mit einer Gelben Karte ahndete.
PSG-Coach Luis Enrique gab auf der Pressekonferenz nach dem Match versöhnliche Töne von sich und wollte Díaz keine Absicht unterstellen.
"Das ist eben Fußball. Es ist ein Kontaktsport. Es ist schade. Es ist schwierig für die Spieler, aber so etwas kommt vor. Ich erinnere mich an die Verletzung von Musiala. Das ist einfach Pech", befand der Spanier.
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Quelle: Perform

Stanisic: "Unglücklich von beiden Seiten"

Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany stellte sich vor seinen Spieler, der vor der Szene noch mit zwei Treffern geglänzt hatte. "Er hat es nicht absichtlich gemacht", argumentierte der Belgier: "Das liegt an der Intensität des Spiels."
Gleichzeitig drückte Kompany auch sein Mitgefühl für den verletzten Hakimi aus. "Mein einziger Wunsch ist, dass Hakimi nicht so lange raus ist und schnell wieder fit wird", meinte der 39-Jährige.
Auch Díaz' Teamkollege Josip Stanisic stellte sich hinter den Doppelpacker. "Es ist einfach sehr unglücklich von beiden Seiten", sagte der kroatische Nationalspieler: "Hakimi macht es - man kann sagen - clever, weil er den Fuß reinstellt, andererseits aber auch unclever, weil er jetzt wahrscheinlich monatelang ausfällt."
Insgesamt könne er den Platzverweis für Díaz aber nachvollziehen, so der 25-Jährige: "Wenn Hakimi vom Platz humpelt und nicht mehr gehen kann, kann man den Schiri dann schon verstehen, dass er da Rot zeigt."

Kimmich-Vergleich mit Musiala-Verletzung

Joshua Kimmich sah sich durch die Szene an die Horrorverletzung von Jamal Musiala durch unglückliches Foul des damaligen PSG-Keepers Gianluigi Donnarumma im Viertelfinale der Klub-WM in den USA (0:2) erinnert.
"Es war so ein bisschen wie Donnarumma gegen Jamal. Ein hartes Einsteigen, wo man dem anderen nicht wehtun möchte, aber im Fußball solche Dinge passieren", erklärte der 30-Jährige.
Über den Platzverweis gegen Díaz wollte der Führungsspieler sich aber auch nicht beschweren: "Im Nachhinein kann man die geben, würde ich sagen."
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Quelle: Perform


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