PSG gegen FC Bayern spaltet Experten: "Wilder Westen" oder "Jahrhundertspiel" im Halbfinale der Champions League?
VonThomas Gaber
Update 29/04/2026 um 17:10 GMT+2 Uhr
Neun Tore, offenes Visier, volles Risiko überall auf dem Platz - Teil 1 im Champions-League-Halbfnale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München war ein Spektakel vom anderen Stern. "Wilder Westen, wenn jeder Schuss drin ist, kann es auch 9:9 ausgehen", sagte "Prime Video"-Experte Christoph Kramer. Die Leistung beider Defensivreihen wirft jedoch Fragen auf - und spaltet die Experten.
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Peter Schmeichel war Zeit seiner Karriere fürs Toreverhindern zuständig. Als langjähriger Keeper von Manchester United und der dänischen Nationalmannschaft war es Schmeichel gewohnt, hinter einer gut organisierten Defensive die wenigen Bälle auf sein Tor abzuwehren.
Als Champions-League-Experte von "CBS Sports" erlebte er am Dienstagabend in Paris die Kehrseite dessen: Ein Königsklassen-Halbfinale mit offenem Offensivvisier.
Und Schmeichel wusste, was da auf die Fußballwelt zukommen würde. "Ich erwarte eine Menge Torchancen. Und wenn die Torhüter nicht auf der Höhe sind, kann es ein 7:7 oder ein 8:8 zu geben", sagte er.
Sein Expertenkollege Thierry Henry stimmte zu: "Mich würde nicht wundern, wenn es 4:4 ausgehen würde." Zwei Legenden mit dem richtigen Gespür beim Blick in die Glaskugel.
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Paris gegen Bayern wie im "wilden Westen"
Zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern (5:4) entwickelte sich ein Spiel wie im "Wilden Westen", wie "Prime Video"-Experte Christoph Kramer treffend analysierte. "So viele perfekt gespielte Momente, die du auch nicht verteidigen kannst. Es war heute zurecht eine Milliarde Euro auf dem Platz. Das war ein Weltklasse-Spiel", so Kramer.
Bei einer in einem Champions-League-Halbfinale noch nie da gewesenen Torflut stellt sich automatisch die Frage nach der Abwehrleistung beider Mannschaften. Ein Torhüterlapsus war nicht auszumachen, krasse individuelle Fehler der Verteidiger auch nicht.
"Obwohl neun Tore gefallen sind, gab es einige großartige Defensivleistungen. Man hat die besten Spieler der Welt - die besten Angreifer, die besten Verteidiger. Natürlich setzen sich manchmal die Angreifer durch und zeigen ihre Qualität. Wenn man sich anschaut, wie die Innenverteidiger im Mittelfeld gespielt haben, manchmal im Angriff, außen gegen die Flügelspieler - Respekt an sie. Das ist ein wirklich harter Job. Ich fand, sie waren herausragend", sagte Harry Kane und löste damit eine Debatte aus.
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Rooney widerspricht Kane: "Das Verteidigen war wirklich schlecht"
Wayne Rooney teilte diese Ansicht keineswegs. "Ich liebe Harry Kane. Aber es ist nicht möglich, dass er seine Verteidiger lobt. Vielleicht, weil es seine Teamkollegen sind. Er versucht, ihnen etwas Selbstvertrauen für nächste Woche zu geben. Das Verteidigen von beiden Teams war wirklich schlecht - wenn er ehrlich ist", erklärte Englands Stürmerlegende bei "Prime Video".
Da beide Teams vorne so viel Qualität hätten, "haben sie wahrscheinlich das Verteidigen vergessen. Aber wenn man gegen Top-Angreifer spielt, muss man sich anpassen", so Rooney.
Dies hänge seiner Meinung nach mit mangelnder Kommunikation zusammen. Rooney: "Man hört Verteidiger heute nicht mehr miteinander sprechen. Früher hat man Jamie Carragher gehört, wie er seine Mitspieler bei Liverpool angeschrien hat. Das hat mich zwar genervt, aber es hat seine Außenverteidiger zurückgeholt. Dieses Maß an Kommunikation gibt es heute nicht mehr. Wir haben in diesem Spiel einige unreife Defensivaktionen gesehen, was verrückt ist für ein Halbfinale."
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Henry pfeift auf Defensive: "Habe mich köstlich amüsiert"
Thierry Henry war das herzlich egal. ”Wenn du deinen Fokus auf die Defensive setzt, wirst du bei manchen Dingen, die du gesehen hast, verrückt werden. Aber ich? Interessiert mich nicht. Ich habe mich köstlich amüsiert - und ich glaube alle zu Hause auch", sagte der ehemalige Starstürmer von Arsenal und dem FC Barcelona.
Taktische Unzulänglichkeiten, fehlende Absicherung und Konteranfälligkeit beider Mannschaften wurden am Dienstagabend akzeptiert. Ohne sie hätte es auch kein Spiel gegeben, "über das wir in vielen Jahren noch sprechen werden, weil es so einzigartig war", wie Jamie Carragher bei "CBS Sports" urteilte.
In den letzten beiden Champions-League-Spielen des FC Bayern gegen Real Madrid (5:3) und PSG (4:5) fielen 16 Tore. Ein 5:3 oder 6:6 im Rückspiel würde niemanden mehr wundern.
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