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Köln holt bei Europa-Conference-League-Auftakt einen Punkt bei OGC Nizza - Krawalle überschatten Spiel
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Publiziert 08/09/2022 um 21:31 GMT+2 Uhr
Der 1. FC Köln hat zum Auftakt der Europa-Conference-League-Gruppenphase einen Punkt bei OGC Nizza geholt. Neuzugang Steffen Tigges hatte die Rheinländer in der 19. Minute mit 1:0 in Führung gebracht, Andy Delort glich nach dem Seitenwechsel vom Punkt aus (62.). Das Spiel war wegen schwerer Ausschreitungen auf der Tribüne mit 55-minütiger Verspätung angepfifen worden.
Dante im Trikot des OGC Nizza im Spiel gegen Köln
Fotocredit: Getty Images
Heftige Krawalle haben das Remis des 1. FC Köln bei OGC Nizza überschattet. Der Fußball-Bundesligist kam am Donnerstagabend in seinem ersten Gruppenspiel in der Conference League zu einem 1:1 (1:0), das Sportliche war allerdings schon vor dem Anpfiff in den Hintergrund gerückt. Ein Fan befand sich nach einem Sturz von der Tribüne in äußerst kritischem Zustand. Anders als zuerst angenommen, soll es sich bei dem Mann nicht um einen Deutschen handeln.
Der Verletzte sei "tatsächlich ein Franzose, ein Pariser Fan", der sich im Gästeblock aufgehalten habe, sagte ein Behördensprecher bei AFP. Wie die Nachrichtenagentur außerdem berichtete, waren zu Beginn einige Hundert der mehr als 8000 mitgereisten Kölner Fans auf eine Tribüne der Heimfans vorgedrungen. Insgesamt wurden demnach 32 Fans verletzt.
Laut Kölns Geschäftsführer Christian Keller war die Lage allerdings undurchsichtiger: "Nach meinem Informationsstand, mit dem man sehr vorsichtig sein muss, sind zuerst Hooligans aus Nizza in unseren Fanblock eingedrungen." Zudem seien teilweise "Hooligans aus Paris" im Kölner Lager unterwegs gewesen. Die beteiligten Kölner Fans nahm Keller ins Visier: "Man muss dafür sorgen, dass diese Leute nie, nie wieder ins Stadion kommen, zumindest nicht in unseres."
Der Anpfiff erfolgte knapp eine Stunde verspätet, die Kölner Mannschaft startete ohne die Unterstützung von Steffen Baumgart stark. Der Trainer hatte in den Play-offs zur Gruppenphase Gelb-Rot gesehen und saß eine Sperre ab. Neuzugang Steffen Tigges (19.) traf mit seinem ersten Pflichtspieltor für den FC zur verdienten Führung. Nizza wurde in der Folge aber stärker, einen strittigen Handelfmeter verwandelte Andy Delort (61.) zum Ausgleich.
Die Stimmen:
André Pawlak (Co-Trainer 1.FC Köln): "Wir haben über 90 Minuten bei einer starken Mannschaft eine Top-Leistung gezeigt und Nizza Paroli geboten. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach gerecht. Wir haben mutig gewechselt und sind weiter dran geblieben. Dass Nizza über eine hohe individuelle Qualität verfügt, ist klar. Für uns war es keine Überraschung, dass Steffen trifft. Es war einfach eine Frage der Zeit. Er ist jetzt über längere Zeit im Trainingsbetrieb nach seiner Verletzung, das sieht man. Mich freut es sehr für ihn."
Marvin Schwäbe (1.FC Köln): "Ich finde, dass wir sehr gut gespielt und sehr gut dagegengehalten haben. Trotzdem haben wir auch das Spiel selbst gemacht, so wie wir es uns vorgestellt haben. Am Ende können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Rundum ein sehr gelungener Auftakt. Anstrengend war, dass das Spiel eine Stunde später angepfiffen wurde und wir kurz nicht wussten, wie oder wann es weitergeht. Aber wir haben es dann ganz gut gemacht. Wenn man die Chancen bekommt, sich auszuzeichnen und damit der Mannschaft helfen kann, dann freut mich das. Das ist mir lieber, als dass nur ein Ball aufs Tor bekommt und der ist drin."
Steffen Tigges (1.FC Köln): "Das Spiel war relativ ausgeglichen. In der zweiten Hälfte haben wir viel Druck gegen uns und wenig Entlastung gehabt. Wenn wir morgen aufstehen, können wir mit dem Punkt sicher gut leben. Ich habe mich über meinen Treffer gefreut, dass wir in Führung gegangen sind. Es war ein super Angriff, wie wir ihn auch oft trainieren. Ich habe den Ball dann nur noch über die Linie drücken müssen. In der zweiten Hälfte haben wir etwas den Zugriff gespielt, Nizza hat viele Positionswechsel vorgenommen und wir mussten viel hinterherlaufen. Marvin hat uns mehrfach mit starken Paraden vor einem Rückstand bewahrt. Wie sich die Mannschaft dagegen gestemmt hat, zeigt, welche Qualität im Team steckt."
Jan Thielmann (1.FC Köln): "Ich glaube, in der ersten Hälfte müssen wir höher führen. In der zweiten Hälfte hatte Nizza das Chancenplus. Die Temperaturen, hier das intensive Spiel mit dem hohen Pressing, da ist es natürlich immer schwierig, das Tempo die ganze Zeit aufrechtzuhalten. André Pawlak hat das heute gut gemacht und das Trainerteam hat uns gut auf das Spiel eingestimmt."
Der Tweet zum Spiel
Das fiel auf: Die zwei Gesichter des Effzehs
Auch wenn die Kölner am Ende mit einem Punkt zufrieden sein können, hätte der Effzeh heute sogar als Sieger vom Platz gehen können. Allerdings machte den Rheinländern ein Leistungsabfall in der zweiten Hälfte einen Strich durch die Rechnung. Im ersten Durchgang waren die Kölner griffig, giftig und die insgesamt bessere Mannschaft. Die Kölner kreierten ein klares Chancenplus, hätten höher führen können als "nur" mit 1:0. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Kölner dann wie ausgewechselt - im negativen Sinne. Keine Chancen, wenig Bälle in die Tiefe und auch die Ballbesitzanteile verschoben sich komplett in Richtung Nizza. Selbst diverse Wechsel halfen den Kölner nicht mehr dabei, ins Spiel zurück zu finden. Am Ende waren die Franzosen dem Sieg deutlich näher als der Bundesligist. Die erste Hälfte zeigte jedoch, dass Köln auch auf internationalem Parkett mithalten kann.
Die Statistik: 1
Im ersten Conference-League-Spiel der Kölner Vereinsgeschichte erzielte Steffen Tigges das erste Tor des 1.FC Köln. Gleichzeitig war es der erste Pflichtspieltreffer des gebürtigen Osnabrückers für seinen neuen Arbeitgeber Lauter Debüts..
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