In den ersten Minuten hatte Juve deutlich mehr Ballbesitz, aber schon früh war der Matchplan von Inter zu erkennen: hochstehen, geschlossenes Pressing und intensives Zweikampfverhalten. Damit kam Juve in der ersten Halbzeit lange Zeit kaum zurecht. Schon in der fünften Minute eroberte Nicolò Barella in der Nähe des Turiner Strafraums den Ball, sein Pass auf Christian Eriksen war aber zu unpräzise.
So ging es fast die gesamte erste Halbzeit weiter. Inter setzte Juve früh unter Druck, ließ so keinen Spielaufbau zu und stürmte nach Ballgewinn mit hohem Tempo Richtung Strafraum.
Vor allem Achraf Hakimi sorgte über die rechte Seite für viel Torgefahr. In der zehnten Minute tankte er sich bis zur Grundlinie durch - seine Rückgabe landete bei Lautaro Martínez, der aber nicht optimal abschließen konnte.
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Eriksen fand wenig später mit einem Freistoß Romelu Lukaku, der den Ball knapp am Tor vorbeibugsierte. Anschließend erreichte ein Flachpass von Hakimi abermals Eriksen an der Strafraumgrenze, dessen Schuss jedoch geblockt wurde (28.).
Erst in den letzten fünf Minuten wurde Juventus gefährlicher. Zweimal tauchte Cristiano Ronaldo im Strafraum auf, beide Male warfen sich aber Inter-Verteidiger in die Schussbahn, um eine Großchance zu verhindern.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stand Juventus deutlich defensiver als zu Beginn des Spiels, die Alte Dame war sichtlich um Stabilität bemüht. Inter spielte weiterhin aktiv, Hakimi hatte die erste Chance, als er von der rechten Seite von der Strafraumgrenze knapp übers Tor schlenzte (52.).
Die gesamte zweite Halbzeit über machte Inter das Spiel und erspielte sich eine Strafraumszene nach der anderen. Das Problem: Daraus resultierten fast keine Torschüsse, weil sich die Spieler von Juve immer wieder in die Schussbahn warfen und die Versuche abblockten.
So hatte die größte Chance des zweiten Durchgangs Ronaldo. Der eingewechselte Weston McKennie steckte auf den Portugiesen im Strafraum durch, dessen Schuss hielt der herausgeeilte Samir Handanovic aber stark (65.). In der 71. Spielminute dribbelte Ronaldo dann zwei Gegenspieler aus und schloss im Strafraum wuchtig ab, wieder parierte Handanovic.
In der Schlussphase warf Inter alles nach vorne. Stefano Sensi versuchte es aus der Distanz (74.), Lukaku probierte an zwei Gegenspielern vorbeizuschießen (77.) und Sensi wurde noch einmal von Lukaku im Strafraum bedient (79.) - alle Schüsse wurden von der kompakten Turiner Defensive geblockt. So erkämpfte sich Turin in bester Catenaccio-Art ein 0:0-Unentschieden, das wegen des 2:1-Erfolges im Hinspiel zum Weiterkommen reicht.

Die Stimmen:

Antonio Conte (Trainer Inter Mailand): "Wir haben für die zwei Tore im Hinspiel bezahlt. Mit einem Tor hätten wir es ihnen noch schwerer machen können."
Andrea Pirlo (Trainer Juventus Turin): "Jedes Spiel ist anders, und wir bereiten es anders vor. Wir waren heute sehr gut. Inter hat fast nie geschossen und Handanovic war der beste bei Inter."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Juve kann auch dreckig

Inter Mailand konnte sich an jenem Abend wahrlich nicht den Vorwurf machen, es nicht versucht zu haben. Die Elf von Trainer Antonio Conte investierte extrem viel. In der ersten Halbzeit zerstörte Inter den Spielaufbau von Juventus durch ein taktisch starkes und sehr aggressives Pressing komplett, in der zweiten Halbzeit mussten die Gäste das Spiel machen und kamen auch hier immer wieder gefährlich in den Strafraum. Doch Juventus ist eine Spitzenmannschaft und bleibt in derartigen Situationen ruhig.
Das Team von Trainer Andrea Pirlo erkannte recht schnell, dass es in diesem Spiel keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt und fokussierte sich früh auf die Verteidigung. In der zweiten Halbzeit überließen sie Inter den Ball, zogen viele Spieler in den eigenen Strafraum und verteidigten das Tor gegen die vielen Angriffe von Inter. Superstar Ronaldo hing so zwar die meiste Zeit über in der Luft, aber Juventus hatte den Plan, gar nicht erst das erste Gegentor zu bekommen, wodurch die Partie wieder spannend geworden wäre. Dieser Plan ging auf.

Die Statistik: 21:3

21-mal gab Inter Mailand in diesem Spiel einen Schuss ab, aber nur drei davon erreichten auch das Gehäuse. Alle drei Versuche stellten kein größeres Problem für Juve-Keeper Gianluigi Buffon dar. Diese Statistik sagt viel über das Problem von Inter Mailand aus. Denn trotz mehr Spielanteilen, mehr erfolgreichen Pässen und der besseren Spielanlage musste Buffon nie wirklich eingreifen. Der Grund: Seine Vorderleute leisteten einen bärenstarken Job. Die Verteidiger von Juve warfen sich in Zweikämpfe, in Kopfballduelle und vor allem in Schüsse. So wurden zahlreiche Versuche geblockt. Die Folge: Inter hatte zwar viele Strafraumaktionen, aber wenige Großchancen.
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