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DFB-Machtwechsel: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur derzeitigen Situation
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Publiziert 12/05/2021 um 16:44 GMT+2 Uhr
Präsident Fritz Keller tritt gemeinsam mit seinen Widersachern ab und macht den Weg für den überfälligen Neuanfang an der Spitze des DFB frei. Keller zieht damit die Konsequenzen aus dem von ihm verursachten Nazi-Eklat. Wie geht es jetzt weiter und vor allem mit wem? Hier gibt es alle Fragen und Antworten zur derzeitigen Situation beim Deutschen Fußball-Bund.
DFB-Zentrale in Frankfurt
Fotocredit: Getty Images
Neben dem 64-jährigen Keller werden kurz- und mittelfristig auch Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie Amateur-Vize Rainer Koch die Kommandobrücke verlassen. Aus dem Präsidialausschuss bleibt nur Profi-Vize Peter Peters übrig.
Wie kam es zu dieser Eskalation?
Keller hatte den Vizepräsidenten Koch in einer Sitzung mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler verglichen und damit die Führungskrise des Verbandes dramatisch zugespitzt. Für seine Entgleisung hatte er bereits mehrfach um Entschuldigung gebeten. Seit Monaten tobt ein Machtkampf an der DFB-Spitze zwischen Keller auf der einen und Koch, Curtius und Osnabrügge auf der anderen Seite. Die umstrittene Vorgehensweise des Trios rund um einen dubiosen und hochdotierten Vertrag mit einem Kommunikationsberater hatte die Auseinandersetzung erst richtig ins Rollen gebracht.
Wie geht es weiter?
Keller wird nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts zum Nazi-Eklat am Montag seinen Posten räumen. Anschließend fungieren Koch und Peters interimsmäßig als Doppelspitze. Der in der Öffentlichkeit nicht sonderlich bekannte Peters ist somit über Nacht zum nominell mächtigsten Funktionär im deutschen Fußball aufgestiegen. Curtius soll seine Aufgaben nach Aufhebung seines Arbeitsvertrages an die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich übergeben, die dessen Geschäftsbereiche kommissarisch übernimmt.
Warum will Keller die Verhandlung vor dem Sportgericht abwarten?
Aus Verbandskreisen ist zu hören, dass Keller mit einem milden Urteil ein Abgang ermöglicht werden sollte, der sein Gesicht wahren würde. Auf das Verfahren vor dem DFB-Sportgericht soll sein angekündigter Rückzug aber keinen Einfluss haben. "Wir haben mit einer gewissen Überraschung die gestrige Erklärung zur Kenntnis genommen, aber das ändert an unserem Auftrag zunächst einmal gar nichts", sagte der Vorsitzende Hans E. Lorenz dem SID. Am Freitag muss sich Keller als erster DFB-Präsident vor dem Sportgericht verantworten, die Verhandlung ist nicht öffentlich.
Was passiert beim nächsten Bundestag?
Laut DFB soll der nächste Ordentliche Bundestag auf den Beginn des Jahres 2022 vorgezogen werden. Im höchsten Gremium des DFB wird die neue Spitze des Verbandes von den 262 stimmberechtigten Delegierten gewählt. Neben einem neuen DFB-Präsidenten müssen auch die Posten von Koch und Osnabrügge neu besetzt werden. Beide werden nicht mehr kandidieren. Koch könnte als Vertreter des Süddeutschen Fußball-Verbandes einen Posten mit weniger Verantwortung im DFB-Präsidium anstreben.
Wer tritt Kellers Nachfolge an?
Neuwahlen gäbe es zwar erst auf dem nächsten DFB-Bundestag, doch längst werden Kandidaten gehandelt - Karl-Heinz Rummenigge etwa, Uli Hoeneß, Rudi Völler oder Philipp Lahm. Aber auch die Namen von Matthias Sammer oder Marco Bode kursieren. Von vielen Seiten werden zudem mehr Frauen in der DFB-Führung gefordert, auch die Berufung einer Frau an die Verbandsspitze erscheint nicht ausgeschlossen. Als geeignete Kandidatin gilt beispielsweise Nadine Keßler. Die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk hatte sich zuletzt als Übergangs-Führungskraft im DFB angeboten.
Was passiert mit Kochs Posten im UEFA-Exko?
Nach SID-Informationen plant der Jurist, das Amt im Exekutivkomitee bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2025 auszuüben. Koch war erst im April als Mitglied für vier weitere Jahre bestätigt worden, im Falle eines Ausscheidens wäre der Posten zunächst unbesetzt. Als "normaler" DFB-Vize dürfte er weiter im UEFA-Exko sitzen und damit Fragezeichen hinter seiner Mitgliedschaft vermeiden, da dem Gremium gewöhnlich nur nationale Spitzenfunktionäre angehören.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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