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Nervenkrieg um Lewandowski
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Publiziert 26/02/2013 um 13:18 GMT+1 Uhr
Keiner steht im Pokal-Kracher mehr unter Druck als Robert Lewandowski: Nicht nur, dass er in Dortmund vor dem Absprung steht - sein neuer Arbeitgeber soll ausgerechnet der FC Bayern sein. Schießt er jetzt seinen zukünftigen Klub wie im Finale 2012 ab?
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Kommt er - oder kommt er nicht?
Das war bislang die Diskussion beim Thema Lewandowski und die Bayern.
Jetzt aber stellt sich eine viel drängendere Frage:
Trifft er - oder trifft er nicht?
Denn ohne Tore des Polen wird die Aufgabe des noch amtierenden Meisters bei seinem designierten Nachfolger wohl zur "mission impossible". Wie sehr der in der Liga gesperrte Torjäger dem BVB fehlt, wurde bei allem Einsatz seines Vertreters Mario Götze im Sturmzentrum beim Remis des Meisters in Mönchengladbach deutlich.
Keiner auf beiden Seiten hat den Dreierpack Lewandowskis im Berliner Olympiastadion beim Final-Triumph im letzten Mai vergessen - und auch beim 2:1-Sieg der Bayern im Supercup im August traf der 24-Jährige gegen Neuer, Dante und Co. Es war der Auftakt zu inzwischen 21 Pflichtspieltoren.
Doch hält Lewandowski auch diesmal dem Druck stand - ausgerechnet gegen seine womöglich neuen Teamkollegen?
"Unter Druck noch besser"
Polens Fußballer des Jahres gibt sich gelassen: "Ich glaube mittlerweile, dass ich unter Druck noch besser bin. Ich gehe völlig befreit in diese Partie und will Tore zum Weiterkommen beisteuern. Wir wollen die Bayern noch mal schlagen", erklärt er der "Sportbild".
Das stabile Nervenkostüm des umworbenen Goalgetters lobt auch Fußball-Experte Bartosz Rainka von Eurosport Polen: "Er wird auf keinen Fall mit dem Druck Probleme haben, er ist mental sehr stark - selbst wenn der Wirbel um ihn immer größer wird in den nächsten Wochen und Monaten", lobt er "Lewy", der in Polen die Schlagzeilen noch mehr beherrscht als in Deutschland.
"Wir können ganz entspannt sein", erklärt denn Lewandowski auch. "Ich glaube fest daran, dass wir die Bayern in München schlagen können. Wir haben wesentlich mehr Druck: Wenn sie verlieren, ist der Aufschrei viel größer."
Matthäus, Dante - und Lewandowski?
Gerade in München hat man aber nicht nur das Finale 2012 vergessen, sondern auch noch zwei andere Pokalspiele in Erinnerung. Einerseits das Halbfinale 2012, als ein gewisser Dante im Trikot von Mönchengladbach vom Elfmeterpunkt scheiterte und den Bayern ins Finale verhalf. Außerdem das Endspiel 1984 - als der Fehlschuss von Lothar Matthäus dem FCB den Pokal brachte. Beide Pechvögel trugen in der jeweils folgenden Saison die blauweiße Raute auf der Brust.
Beim BVB aber scheint man gerüstet und muss im Fall eines Elfmeterpfiffs nicht auf seinen besten Torschützen setzen - schließlich versenkte Lewandowski-Vertreter Götze den Strafstoß am Wochenende in Gladbach souverän.
Lewandowski ist in jedem Fall bis unter die Haarspitzen motiviert, auf Rücksichtnahme können seine kommenden Mannschaftskameraden nicht hoffen. "Ich bin nicht zu stoppen! Wenn wir einmal richtig ins Rollen kommen, sind wir kaum aufzuhalten. Das werden wir auch in München zeigen."
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