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Borussia Dortmund gewinnt im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt

"So ist es perfekt": Dortmund holt den DFB-Pokal

28/05/2017 um 00:56Aktualisiert 28/05/2017 um 09:07

Borussia Dortmund ist DFB-Pokalsieger 2017. Die Schwarz-Gelben gewannen das Finale gegen Eintracht Frankfurt im Berliner Olympiastadion mit 2:1 (1:1). Vor 75.000 Zuschauern trafen Ousmane Dembélé (8.) und Pierre-Emerick Aubameyang (67./Elfmeter) für die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel, der mit dem BVB seinen ersten Titel gewann. Für die Frankfurter schoss Ante Rebic (29.) zum Ausgleich.

So lief das Spiel:

David gegen Goliath im DFB-Pokalfinale in Berlin. Die Dortmunder gingen als klarer Favorit in die Partie, erwarteten mit Eintracht Frankfurt die schwächste Mannschaft der Rückrunde. Zuletzt zeigte die Elf von Niko Kovac beim Remis im Ligaspiel gegen RB Leipzig, was in ihr steckt – doch zu selten konnten die Hessen ihre Leistung auf den Rasen bringen. So begann das Finale mehr als fahrig aus Sicht der Frankfurter. Die Dortmunder gaben den Ton an, ließen der Eintracht zunächst kaum Zeit zum Luftholen. Bereits in der 8. Minute zappelte die Kugel das erste Mal im Frankfurter Netz. Lukasz Piszczek setzte Ousmane Dembélé in der rechten Strafraumhälfte in Szene. Der Offensivmann zog nach innen, ließ Jesus Vallejo dabei ins Leere laufen und knallte die Kugel anschließend eiskalt in die Maschen.

Dortmund nahm mit der Führung im Rücken aber zunehmend das Tempo raus, ließ die Frankfurter damit besser ins Spiel kommen. Die Kovac-Elf gewann die wichtigen Zweikämpfe im Zentrum, jagte jedem Ball entschlossen nach und setzte die Dortmunder vor allem im Aufbauspiel enorm unter Druck. In der 29. Minute belohnten sich die Hessen für den geleisteten Aufwand. Der auffällige Mijat Gacinovic erkämpfte sich den Ball stark im Zentrum, schickte im Anschluss Ante Rebic auf der linken Seite auf die Reise. Der Angreifer blieb alleine vor Roman Bürki ganz cool und legte die Kugel zum verdienten Ausgleich ins rechte Toreck. Zehn Minuten später hätte es aus Dortmunder Sicht noch dicker kommen können. Haris Seferovic und Rebic spielten sich mit einem einfachen Doppelpass in die Gefahrenzone - der anschließende Torschuss von Seferovic aus 13 Metern knallte an den linken Torpfosten.

Die Dortmunder wurden in der Halbzeitpause wachgerüttelt, kamen mit dem Gesicht vom Spielbeginn zurück auf das Feld. Sie drängten die Frankfurter früh tief in die eigene Hälfte – waren vor allem über Dembélé extrem gefährlich. In der 63. Minute setzte er sich stark in der rechten Strafraumhälfte durch, lupfte den Ball danach ins Zentrum. Pierre-Emerick Aubameyang setzte sehenswert zum Seitfallzieher an, traf den Ball optimal – doch Marco Fabián klärte die Kugel auf der Linie an die Latte. Vier Minuten später durfte der Gabuner aber jubeln. Nachdem Lukas Hrádecky den eingewechselten Christian Pulisic im Strafraum von den Beinen holte, war Aubameyang vom Punkt erfolgreich. Er chippte den Ball aus elf Metern lässig zur erneuten Führung in die Tormitte.

Nach dem Rückstand drängten sich die Frankfurter auf, kamen über den Kampf zurück ins Spiel. Kovac ging zudem alles oder nichts – brachte Alex Meier für knappe 20 Minuten in die Partie. Doch auch der "Frankfurter Fußballgott" konnte den Hessen nicht zum Fußballsegen verhelfen.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "Glückwunsch an Borussia Dortmund. Der BVB war in der zweiten Halbzeit besser, hat das Spiel im Griff gehabt. Ich habe Hochachtung vor meiner Mannschaft, was sie nochmal abgerufen hat. Finals werden durch Kleinigkeiten entschieden, wir haben uns aber nach Kräften gewehrt."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Ich bin leer, muss ich ehrlich sagen, ich bin komplett leer. Das war ein hartes Stück Arbeit, nicht unser bestes Spiel. Aber egal, wir haben es geschafft. Wir haben sehr gut angefangen, Tor gemacht, aufgehört Fußball zu spielen. Haben sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Ich habe mich gestern nicht getraut, so weit zu denken, konnte daher gut schlafen. Und so ist es jetzt perfekt."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es war ein Kampfspiel, vom Anfang bis zum Ende. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Spielerisch habe ich schon bessere Finals gesehen. Aber Dortmund hat es sich nach dieser Saison einfach verdient. Es gab in Dortmund viele Diskussionen, aber die Mannschaft hat es gut weggesteckt und all ihre Ziele erreicht. Von meiner Seite aus Glückwunsch an Thomas Tuchel als Trainer."

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Ich muss nicht viele Titel gewinnen, um glücklich zu sein. Aber so ist es natürlich besser, ich freue mich unmenschlich. Wir haben vielleicht unser schlechtestes Spiel gemacht, aber das ist egal, wir haben den Pott endlich wieder nach Dortmund geholt."

Alex Meier (Eintracht Frankfurt): "Es ist eine knappe, bittere Niederlage. Wir haben ein super Spiel gemacht, es war auf Augenhöhe, es ist einfach nur enttäuschend. Das Positive wird erst in ein paar Tagen kommen."

Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wir haben sehr gut begonnen und dann stark nachgelassen und nur noch versucht, das 1:0 zu verteidigen. Am Ende ist es wichtig, dass wir noch gewonnen haben. Wir haben die Champions League sicher und jetzt einen Titel, das ist der krönende Abschluss einer super Saison."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Siegtor als Abschiedsgeschenk?

Die Statistik: 250

Borussia Dortmund und Thomas Tuchel – ein Kapitel, das bald zu enden scheint. Im womöglich letzten Spiel auf der Trainerbank der Borussia konnte Tuchel aber sein 250. Tor als BVB-Trainer bejubeln. Ein Meilenstein – für den Dembélé mit seinem Treffer sorgte.

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