DFB-Pokal: Weidenfeller der Held! Dortmund schlägt Union im Elfer-Krimi

Dank des "unbezwingbaren" Roman Weidenfeller hat Borussia Dortmund in einem Elfmeter-Krimi den Höhenflug von Union Berlin gestoppt und zum sechsten Mal in Folge das Pokal-Achtelfinale erreicht. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel kam gegen den Tabellenzweiten der 2. Liga vom Punkt zu einem äußerst mühevollen 3:0, nach 120 höchst intensiven Minuten hatte es 1:1 gestanden.

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So lief das Spiel:

Zwischen dem Bundesliga-Sechsten und dem Zweiten eine Etage tiefer war zu Beginn kaum ein Klassenunterschied zu erkennen. Union Berlin attackierte früh und spielte selbstbewusst nach vorn, Borussia Dortmund tat sich schwer, Torchancen herauszuspielen. Die Berliner standen kompakt und boten dem Favoriten in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit lange die Stirn.
Die beste Gelegenheit hatte der BVB durch Mario Götze, dessen Distanzschuss wurde von Union-Torwart Daniel Mesenhöler mit einer starken Flugparade entschärft (38.). Da sich der BVB nie bis in die Gefahrenzone kombinieren konnte, entstand der nächste Versuch wieder aus der Distanz. Nuri Sahin prüfte erneut Mesenhöler (42.).
Als alles auf ein 0:0 zur Pause hinauslief, kamen die Gastgeber doch noch unverhofft zur Führung. Der agile Jakob Bruun Larsen, der bei den Profis debütierte, flankte nach einem Zuspiel von Gonzalo Castro von rechts. In der Mitte lenkte Michael Parensen den Ball ins eigene Tor (44.).
Insgesamt hatten die Dortmunder die Geschichte nun viel besser im Griff. Die letzte Durchschlagskraft fehlte zwar, doch beim Gegner schienen die Kräfte etwas zu schwinden. Und auf einmal war die Partie wieder offen: Der Sekunden zuvor eingewechselte Steven Skrzybski hämmerte die Kugel nach einem abgewehrten Eckball aus rechter Position mit viel Dampf unten links zum 1:1 ins Gehäuse.
Dortmund wurde wieder aktiver und hätte durch Emre Mor beinahe das 2:1 erzielt, der Pfosten rettete Union (87.). In der Verlängerung hätte der Gast nach einem Ausflug des BVB-Keepers Roman Weidenfeller durch Skrzybski in Front gehen müssen, der Querpass auf Errol Zejnullahu war aber zu ungenau und ein Schuss auf die beiden auf der Linie postierten Dortmunder anscheinend keine Option (100.). Castro scheiterte anschließend aus aussichtsreicher Position (113.).
Im Elfmeterschießen zeigte Union dann Nerven. Felix Kroos, Stephan Fürstner und Philipp Hosiner vergaben, während Dortmunds Ousmane Dembele, Matthias Ginter und Götze cool blieben. Vor dem Derby gegen den FC Schalke 04 hat der BVB dennoch mehr Kräfte gelassen als eingeplant.

Die Stimme:

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund): "Wir können froh sein, dass wir letzten Endes eine Runde weitergekommen sind. Wir haben uns heute nicht mit Ruhm bekleckert, das wissen wir alle. Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Es war von der ersten Minute an sehr zerfahren, wir haben dann mit Glück das Tor erzielt in der ersten Halbzeit, was sehr wichtig war, und haben es wieder komplett aus der Hand gegeben. Die Berliner sollten im Elfmeterschießen wissen, dass das ganze Stadion hinter uns steht und dass es nicht so leicht ist, uns hier im eigenen Stadion zu bezwingen. Heute war ich der Glücklichere."

Der Tweet zum Spiel:

36 Jahre ist Weidenfeller mittlerweile alt. Sein Wackler beim Herauslaufen in der Verlängerung blieb unbestraft, mit zwei gehaltenen Elfmetern avancierte er zum Matchwinner des BVB.

Das fiel auf: Kein Klassenunterschied

Selbst wenn Dortmund derzeit neun angeschlagene oder verletzte Spieler zu beklagen hat, hätte man etwas mehr Dominanz erwarten können. Es gab keinen Klassenunterschied, der BVB hat schon mal besser Fußball gespielt.

Die Statistik: 3

In den letzten drei Jahren war Borussia jeweils im Pokalfinale zu Gast, keines davon konnte der BVB gewinnen. Beinahe wäre der Weg zum eventuellen vierten Endspiel in Folge in Berlin gegen eine Mannschaft aus dieser Stadt vorbei gewesen.
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