DFB-Pokal: Hauchdünner Sieg im Klassiker: Bayern zittert sich gegen BVB weiter

Bayern München hat mit einer über weite Strecken überzeugenden Leistung dem Erzrivalen Borussia Dortmund das Weihnachtsfest verdorben und ist ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der lange deutlich überlegene Rekordcupsieger zeigte beim 2:1 (2:0) phasenweise einen Klassenunterschied auf, musste in einer hektischen Schlussphase aufgrund eigener Nachlässigkeiten aber noch zittern.

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So lief das Spiel:

Der FC Bayern demonstrierte in der Anfangsphase eindrucksvoll, dass die ersatzgeschwächten Dortmunder, bei denen unter anderem Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang ausfiel, aktuell mit der Münchner Fußball-Macht, insofern diese aufs Tempo drückt, nicht mithalten können. Bereits nach zwölf Minuten standen beim Rekordmeister acht Torschüsse auf der Habenseite - bei den Gästen hingegen null.
In der zwölften Minute servierte James Rodríguez per Freistoß und fand Niklas Süle, der an die Latte nickte. Den Abpraller brachte Jérôme Boateng aus sieben Metern unbedrängt per Kopf, gegen die Laufrichtung von Keeper Roman Bürki, zum 1:0 im Kasten unter. Die Hausherren ließen es nach dem hochverdienten Führungstreffer ruhiger angehen. Mit der Einwechslung von Mahmoud Dahoud (35.), der für Marc Bartra kam, stellte BVB-Trainer Peter Stöger von Fünfer- auf Viererkette um.
Wenige Sekunden später mussten die Münchner den ersten gegnerischen Abschluss hinnehmen. Ein Dortmunder Flankenball von links rutschte an David Alaba vorbei und landete bei Andrij Jarmolenko, der aus sechs Metern halbhoch an Sven Ulreich vorbeischoss. Alaba rückte allerdings kurz vor die Linie und klärte in höchster Not per Kopf.
Es dauerte nicht mehr lange bis zum Pausentee, da bediente Thomas Müller den klug positionierten Robert Lewandowski von rechts an der Strafraumgrenze. Der Passgeber lief in die rechte Hälfte der Box und erhielt den Ball zurück. Aus spitzem Winkel lupfte er über Bürki zum 2:0 ein (40.).
Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel erinnerten stark an den Spielbeginn: Bayern war drückend überlegen und erarbeitete sich tolle Möglichkeiten, Dortmund war hauptsächlich mit der Defensivarbeit beschäftigt. Auch der weitere Verlauf war ein Spiegelbild des ersten Abschnitts: Der FCB schaltete in den Verwaltungsmodus, am Ende wurde es knapp.
In Borussias bester Phase vernaschte Shinji Kagawa Außenverteidiger Joshua Kimmich am linken Sechzehnereck und flankte hoch auf den zweiten Pfosten, wo Jarmolenko zum 1:2 einköpfte (77.).
Kurz vor Schluss fiel beinahe der Ausgleich: Alexander Isak, der vier Minuten zuvor ins Spiel kam, erreichte den Ball am Strafraumrand, legte ihn sich auf den starken Fuß und kam flach zum Abschluss. Boateng fälschte ab und lenkte haarscharf am rechten Pfosten vorbei (90.+2). Der FC Bayern hätte das Ergebnis viel früher viel deutlicher gestalten können.

Die Stimmen zum Spiel:

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern München): "Wenn man die 90 Minuten sieht, sind wir der hochverdiente Sieger. Wir hatten schon in den ersten Minuten drei glasklare Torchancen und hätten nach der Pause weitere Tore erzielen können und das Spiel ruhig nach Hause spielen können. In der Endphase sind wir unter Druck geraten und haben in der Schlussphase ein bisschen Glück gehabt. Gegen eine gute Dortmunder Mannschaft in der zweiten Halbzeit hat man auch gesehen, dass die Dortmunder nicht umsonst in den letzten Jahren ein großer Konkurrent des FC Bayern waren. Es ist kein Wunder, dass bei uns heute am Ende ein bisschen die Kraft gefehlt hat."
Jérôme Boateng (FC Bayern München): "In der ersten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft. Wir müssen einfach die Tore machen. Am Ende ist Dortmund aufgekommen, wir hatten keinen Zugriff mehr und zittern uns zum Sieg. Aber es war auch eine tolle kämpferische Leistung vom BVB. Wir hatten viele Spiele. Man sieht, dass am Ende die Kraft fehlt. Wir sind froh, dass wir mit einem positiven Ergebnis überwintern können. Jupp Heynckes hat gesagt, dass er wieder ein Essen ausgibt, wenn ich treffe. Er hat wohl nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Ich hoffe, dass er uns wie schon 2013 wieder zu sich einlädt."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Es war psychologisch nicht so einfach. Der Schritt rückwärts nach dem 2:0 war falsch. Am Ende zählt der Sieg. Ich muss mich jetzt zusammenreißen. Wir machen jetzt noch eine schöne Show. Ich bin "Man of the Match"? Naja, der Titel muss halt vergeben werden. Wir gehen zufrieden in die Winterpause, das ist das Wichtigste."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Man hat von Anfang an gesehen, dass wir das Spiel gewinnen wollen. In der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr so dominant. Wir haben sehr viel Qualität in der Mannschaft und das haben wir heute wieder gezeigt."
Peter Stöger (Trainer Borussia Dortmund): "Es war ein verdienter Sieg für die Bayern. Wir sind in der ersten Halbzeit nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dann haben wir eine Reaktion gezeigt. In der Verlängerung wäre es noch mal spannend geworden, weil wir körperlich einen guten Eindruck gemacht haben."
Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund): "In der ersten Halbzeit waren wir mit dem 0:2 noch gut bedient. Dann haben wir eine Reaktion gezeigt. Mit etwas Glück hätten wir den Ausgleich gemacht. In der Halbzeit war nix Großes los, wir haben es angesprochen. Wir haben es dann gesamt viel, viel besser gemacht. Wir sind zwar ausgeschieden - es ist ärgerlich."
Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wir haben alles vermissen lassen, das hat uns der Trainer gesagt. Wir haben uns gut zurückgekämpft, leider hat es nicht gereicht. Es war nicht zu viel Respekt. Wir hatten gar keine Aufteilung bei Standards, der Trainer hat dann ein Zeichen gesetzt - das hat uns gutgetan. Es war natürlich schwer. In München weiß man, dass man was zu tun bekommt. Ich bin aber glücklich und froh, dass wir die Reaktion gezeigt haben. Mit etwas mehr Glück fällt noch das 2:2."

Der Tweet zum Spiel:

Auch die 17. Partie, in der Müller traf, wurde gewonnen. Der Begriff "Rausschmeißer" beschreibt den 28-jährigen Weltmeister im Pokal ganz gut.

Das fiel auf: Weihnachtsstimmung in der Allianz Arena

Es war alles für einen tollen Abschluss vorbereitet. Die Lichtshow auf dem Rasen erinnerte aufgrund der Sterne einige Anhänger sicherlich an das Logo der Champions League. Die Münchner tanzen weiterhin auf allen Hochzeiten.

Die Statistik: 4

Nach vier DFB-Pokal-Finals in Folge schieden die Schwarz-Gelben diesmal früher aus. In vier der jüngsten sechs Spielzeiten scheiterten sie am FC Bayern München.
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