FC Bayern gegen Frankfurt: Elfmeter-Szene in der Nachspielzeit erzürnt Bayern

Eintracht Frankfurt schafft im DFB-Pokalfinale die Sensation und schlägt den FC Bayern mit 3:1 (1:0). Viel und heiß diskutiert wird nachher eine Szene in der Nachspielzeit, als Javi Martínez von Kevin-Prince Boateng getroffen wird, aber keinen Elfmeter erhält - trotz Videobeweis. Bayern ist entrüstet, selbst die Frankfurter geben das Foul zu. Nur Jupp Heynckes bleibt der gewohnte Gentleman.

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Fotocredit: Eurosport

Das Geständnis entlarvt. Weil es von erster Adresse kommt.
"Ich treffe ihn ganz klar und dachte, es gibt Elfmeter. Den muss er eigentlich pfeifen", sagt Kevin-Prince Boateng nach diesem höchstdiskutablen Epilog des DFB-Pokalfinals zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern, das nicht damit endet, dass München routiniert den Cup schwenkt, sondern einen explosionsartigen Frankfurter Jubel hervorbringt.
Mit 3:1 (1:0) gewinnt die Eintracht, aber wenn es ein bisschen anders läuft, "steht es 2:2, wir gehen in die Verlängerung, und alles kann passieren", sagt Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic über die Szene dieses Endspiels.

Alle Frankfurter bestätigen das Foulspiel

Vierte Minute der Nachspielzeit, Spielstand 2:1 für Frankfurt, finaler Bayern-Angriff. Der Ball flippert in den Strafraum, Boateng will klären, Martínez ist fixer, dann kollidieren Spann (Boateng) und Ferse (Martínez). Eindeutig und ausschließlich. Was übrigens jeder Frankfurter bestätigt, nicht nur Boateng.
Mats Hummels berichtet von Kollegen, die meinen, "einen lauten Knall" vernommen haben, "also den Tritt an den Fuß, den man sehr deutlich gehört hat. Irgendwie, der Videobeweis… ich weiß nicht. Dieses Jahr hat er noch nicht viel gebracht."

FC Bayern: Müller versteht Videobeweis nicht

Das nämlich ist die Pointe an der Geschichte. Schiedsrichter Felix Zwayer erhält einen Hinweis und eilt zum Spielfeldrand, um Boatengs Tackling selbst am Monitor zu studieren. Als alle mit Strafstoß und ultimativer Ausgleichschance rechnen, zeigt er zur Eckfahne.
Thomas Müller voller Unverständnis:
Salihamidzic sieht's genauso: "Es ist ganz klar, er trifft ihn im Sechzehner und haut ihm die Füße weg. Das ist Wahnsinn."

Jupp Heynckes gibt den Gentleman

Einzig Jupp Heynckes wahrt die Contenance. Mit Händen in den Hosentaschen referiert er im ARD-Studio über den fehlerbehafteten Auftritt seines Teams; die Aktion, die alle erzürnt, erwähnt er lediglich auf Nachfrage und auch dann bewusst reflektierend:
Heynckes wird fehlen. Diese Aussage dient als letzter Beweis.
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