DFB-Pokal | Werder Bremen schmeißt Borussia Dortmund aus dem Pokal

Der SV Werder Bremen hat Borussia Dortmund trotz eines weiteren Treffers von Sturm-Phänomen Erling Haaland 3:2 (2:0) geschlagen und das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Für die Bremer trafen Davie Selke (16.) und Leonardo Bittencourt (30.) vor der Pause, eher Haaland (67.) den Anschluss schaffte. Milot Rashica (70.) und Dortmunds Giovanni Reyna (78.) sorgten für den Endstand.

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So lief das Spiel:

Die Bremer Elf bot gegenüber der schwachen Leistung bei der jüngsten 1:2-Ligapleite in Augsburg eine deutliche Leistungssteigerung. Zwar bestimmte der BVB die ersten Minuten, in denen Werder kaum einen Zugriff bekam, doch das änderte sich bereits nach kurzer Zeit. Die Hanseaten spielten gegen den Favoriten forsch und mutig geradlinig nach vorne.
Nach absolvierter Anfangsviertelstunde ging das Kohfeldt-Team verdient in Führung. Achraf Hakimi verlor den Ball wenige Meter vor der Box an Marco Friedl, der auf Milot Rashica weiterleitete. Dieser setzte sich halb links, knapp innerhalb des Sechzehners, etwas glücklich gegen Julian Brandt durch und zog flach ab. Marwin Hitz, der anstelle von Roman Bürki ran durfte, ließ nach vorne abprallen. Winter-Neuzugang Davie Selke staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 ab (16.).
In der 30. Minute sahen die Zuschauer im ausverkauften wohninvest WESERSTADION einen wahren Sahnetreffer. Marco Reus schaffte es nicht, einen schwach hereingegeben Eckball von Maximilian Eggestein zu klären. Er lenkte das Spielgerät zentral wenige Meter vor den Strafraum, wo Leonardo Bittencourt den Ball zum 2:0 ins linke obere Eck wuchtete.
Kurz vor der Pause hatte Selke noch die Riesenchance auf das 3:0, vergab aber. Er nahm links, wenige Meter vor dem Strafraum Fahrt auf. Sein Gegenspieler Mats Hummels rutschte aus, sodass der Rückkehrer unbedrängt auf Hitz zulief. Sein Flachschuss aus relativ geringer Entfernung endete in den Armen des Schlussmanns (44.).
Individuelle Fehler auf Dortmunder Seite waren maßgeblich daran beteiligt, dass Werder mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine ging.
Lucien Favre brachte zu Beginn des zweiten Durchgangs Sturmjuwel Erling Haaland, der dem Dortmunder Spiel Tiefe brachte. Der BVB war nach dem Seitenwechsel das deutlich aktivere Team, Werder war zunächst hauptsächlich mit der Defensivarbeit beschäftigt.
In der 67. Minute verkürzte der Bundesligadritte. Julian Brandt kam rechts im Strafraum nach einem verzögerten Doppelpass mit Jadon Sancho an den Ball. Der deutsche Nationalspieler chippte am Keeper vorbei in den Fünfer, wo Haaland aus wenigen Zentimetern zum 1:2 vollstreckte.
Nach dem verdienten Anschlusstreffer stellte Bremen den Zwei-Tore-Vorsprung innerhalb kurzer Zeit wieder her. Yuya Osako spielte aus einer zentralen Mittelfeldposition gegen hochstehende Borussen einen tollen Vertikalpass in den Lauf von Rashica. Dieser entwischte Hummels, der die Abseitsposition seines Gegenspielers aufhob, und drang in die rechte Strafraumhälfte ein, wo sein flacher Schuss zum 3:1 im langen Eck einschlug (70.).
Nur wenig später sorgte der eingewechselte Giovanni Reyna für den Anschluss. Der er 17-Jährige wurde in halblinker Position nicht gestört, sodass er aus der zweiten Reihe zum 2:3 rechts oben in den Winkel schlenzte (78.). Prädikat: Traumtor.
Haaland hatte den Ausgleich in der vierten Minute der Nachspielzeit auf dem Kopf, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am bärenstark parierenden Jirí Pavlenka.
Dortmund scheiterte, wie bereits in der Vorsaison, erneut im DFB-Pokal an Bremen. In der Spielzeit 18/19 setzten sich die Werderaner im Achtelfinale mit 4:2 im Elfmeterschießen durch.

Die Stimmen zum Spiel:

Niklas Moisander (Kapitän SV Werder Bremen): "Wir wussten, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir mutig spielen. Das ist uns heute gelungen und daraus ziehen wir Selbstvertrauen."
Kevin Vogt (SV Werder Bremen): "Es war natürlich ein sensationeller Abend - das ist klar. Aber ich weiß natürlich auch, dass ich hier bin, um in der Bundesliga zu helfen."
Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Die erste Halbzeit war ausschlaggebend. Wir sind offensiv nicht richtig reingekommen und haben die Tore zu einfach kassiert. Werder hat es sich unter dem Strich verdient."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Wir haben uns das heute natürlich - denke ich - selber zuzuschreiben. Wir haben sie in der ersten Halbzeit ins Spiel geholt. Einer Mannschaft, die nicht vor Selbstvertrauen strotzt, haben wir nicht genügend Probleme bereitet."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bremer Lazarett lichtet sich

Die Personalsituation bei den Hanseaten entspannte sich. Zwar fehlten gegen den BVB weiter einige Langzeitverletzte, doch Milos Veljković (überstandene Adduktorenbeschwerden) sowie der fragliche Stefanos Kapino (Grippe) meldeten sich einsatzbereit. Ömer Toprak, Niklas Moisander und Bittencourt waren für das Spiel fraglich, doch alle drei kamen gegen den BVB zum Einsatz. Zudem kehrte Marco Friedl nach abgesessener Sperre zurück.

Die Statistik: 5

Der SV Werder Bremen und Borussia Dortmund trafen bereits zum fünften Mal in der Geschichte des DFB-Pokals im Achtelfinale aufeinander. Kein Duell zweier Vereine wurde in der Runde der letzten 16 in diesem Wettbewerb so oft ausgetragen.
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