DFB-Pokal: Eintracht Frankfurt besiegt Werder Bremen und steht im Halbfinale

Eintracht Frankfurt entwickelt sich wieder zu einer Pokal-Mannschaft: Die Hessen siegten im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen mit 2:0 (1:0) und stehen damit zum dritten Mal in vier Jahren im Halbfinale. André Silva brachte die Eintracht nach einem Handspiel von Ludwig Augustinsson per Elfmeter in Führung (45.+6). Daichi Kamada erhöhte auf 2:0 (60.).

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So lief das Spiel:

In einer munteren Anfangsphase versuchten beide Mannschaften von Beginn an, der Partie ihren Stempel aufzudrücken. Die erste gute Möglichkeit hatte dabei Eintracht Frankfurt (12.). Nach einem Fehler von Kevin Vogt stand Daichi Kamada plötzlich alleine vor Jiri Pavlenka, doch der Japaner versuchte in der Mitte Andre Silva zu bedienen, statt selber abzuschließen. Das Anspiel auf Silva war letztlich zu ungenau, so entstand keine finale Gefahr für Werder Bremen.
In der Folge hatte die Eintracht nur noch eine richtige Chance in der ersten Halbzeit, nachdem Martin Hinteregger (32.) nach einer Ecke den Ball von der Strafraumgrenze nur knapp neben den Pfosten setzte. Ansonsten taten sich die Frankfurter schwer, sich gegen gut stehende Bremer weitere klare Chancen zu erspielen.
Bremen kam in den letzten 15 Minuten besser ins Spiel und scheiterte durch Davie Selke (35.) und wenig später Maximilian Eggestein (42.) zwei Mal am gut postierten Kevin Trapp. Als beide Mannschaften sich mit dem Unentschieden zur Pause angefreundet hatten, gab es plötzlich einen Elfmeter für Frankfurt, nachdem sich der Videoschiedsrichter Christian Dingert aus Köln einschaltete.
Ludwig Augustinsson bekam den Ball in einem Kopfballduell an die Hand, die sich weit über seinem Kopf befand. So musste Schiedsrichter Felix Zwayer auf Strafstoß entscheiden. André Silva verwandelte den Elfmeter ganz sicher (45.+6).
In der zweiten Halbzeit entschieden die Frankfurter die Begegnung eiskalt. Nach einem schön herausgespielten Angriff über Almamy Toure fand Filip Kostic den freistehenden Daichi Kamada, der den Ball aus wenigen Metern nur noch über die Linie drücken musste (60.).
Mit dem 2:0 war die Partie in der Folge praktisch entschieden, Bremen kam in der letzten halben Stunde zu keiner hochprozentigen Chance. Frankfurt ließ die Partie in den letzten 30 Minuten ruhig angehen und konnte die wenigen Konterchancen, wie beispielsweise durch Silva (87.), nicht nutzen.
Wie in der ersten Halbzeit wurde es auch in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit turbulent. Kostic kam in einem Zweikampf mit Ömer Toprak deutlich zu spät und traf den Innenverteidiger mit offener Sohle an der Wade. Damit gefährdete der Serbe die Gesundheit Topraks und sah folgerichtig die Rote Karte. Toprak musste mit einer Trage vom Platz getragen werden.

Stimmen zum Spiel:

Ludwig Augustinsson (Werder Bremen): "Ja, für uns ist das natürlich ein sehr enttäuschendes Resultat. Beim Elfmeter ist es sehr unglücklich für mich. Ich will mit dem Kopf zum Ball gehen und bekomme den Ball an die Hand. Regeltechnisch ist es vielleicht richtig, aber ich bin kein Fan vom VAR. Wir müssen drei Minuten warten, bis schließlich Elfmeter gepfiffen wird. Ich kann das nicht beurteilen, ob das die richtige Entscheidung war, aber für uns ist das natürlich sehr bitter.“
Kevin Vogt (Werder Bremen): "Beim zweiten Tor verteidigen wir nicht gut. Die erste Halbzeit ist für uns natürlich sehr bitter. Wir waren am Ende gut im Spiel, bis es zu dem umstrittenen Elfmeter kommt. Mir geht es grundsätzlich gegen den Strich, dass es im Spiel keiner gesehen hat und sich auch niemand beschwert. Plötzlich gibt es einen Elfmeter aus dem Nichts. Da gehen einfach die Emotionen aus dem Spiel. Ich bin davon kein Fan. Ich werde mich damit nicht anfreunden können. Es ist schwer zu akzeptieren.“
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Ich bedanke mich bei meinen Jungs für den aufopferungsvollen Kampf. Vor allem bei Ömer Toprak, der mit Verdacht auf einen Wadenbeinbruch auf dem Weg ins Krankenhaus ist. Zum Elfmeter will ich mich nicht weiter äußern. Der VAR ist für klare Fehlentscheidungen verantwortlich. Mehr will ich dazu nicht sagen. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr gut im Spiel und hatten auch die besseren Torchancen. Der Elfmeter ist natürlich sehr bitter für uns. Wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet, auch mehr als die Eintracht, daher bin ich mit dem Resultat natürlich enttäuscht. Jetzt gilt es an Berlin am Wochenende zu denken und zu versuchen, diese Partie zu gewinnen. Ich bin mir sogar sicher, dass wir das Spiel gegen Hertha BSC gewinnen."
Stefan Ilsanker (Eintracht Frankfurt): "Ich bin sehr dankbar, wie die Eintracht mich hier aufgenommen hat. Daher gebe ich bei jedem Spiel alles, was ich im Tank habe. Es war wichtig, dass wir in der Defensive kompakt standen und die Null gehalten haben. In der Offensive ergeben sich die Chancen, wie man gesehen hat, letztlich von selbst."
Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Das Wichtigste ist, dass wir in einem K.O.-Spiel weitergekommen sind. Die Schlüsselszene war natürlich der Elfmeter. Das war sicherlich eine glückliche Entscheidung für uns. Dennoch haben wir in der Summe über 90 Minuten verdient gewonnen. Die Rote Karte für Kostic ist für uns natürlich sehr bitter. Filip ist kein Spieler, der einen Spieler verletzen möchte. Ich wünsche Ömer Toprak natürlich alles Gute."

Das fiel auf:

In einem insgesamt ausgeglichenen Spiel war die Eintracht in ihrer Chancenverwertung eiskalt. Frankfurt hatte in der gesamten Partie weniger Abschlüsse als Bremen (13:14) und brachte auch nur zwei Schüsse direkt auf den Kasten von Jiri Pavlenka. Diese Effizienz war für die mental angeschlagenen Bremer letztlich zu viel und so kam Werder nach dem zweiten Tor auch zu keiner 100-prozentigen Chance.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 3

Eintracht Frankfurt steht zum dritten Mal innerhalb von vier Saisons im Halbfinale des DFB-Pokals. In diesem Zeitraum schaffte das nur der FC Bayern öfter (4 Mal).
(SID)
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