So lief das Spiel:

Von Nervosität angesichts des Pokalfinals war wenig zu spüren. Beide Mannschaften begannen ohne großes Abwarten und versuchten, nach vorne zu spielen. Die Bayern liefen Leverkusens Aufbauspiel früh an, die Werkself wiederum versuchte schnell in die Spitze zu spielen. Nach rund fünf Minuten übernahm der Rekordmeister die Kontrolle, hatte viel Ballbesitz und erspielte sich so ein Übergewicht. Erste Abschlüsse von Robert Lewandowski per Kopf (9. Minute) und Kingsley Coman (10.) gerieten aber zu harmlos.
Ein paar Minuten später war es dann soweit. David Alaba und Robert Lewandowski standen zum Freistoß bereit und hätten beide gerne geschossen. Der Österreicher setzte sich durch und rechtfertigte die Entscheidung mit einem schön in den Winkel gezirkelten Schuss zur 1:0-Führung (16.).
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Lewandowskis Plan steht: In diesem Spiel will er wieder treffen
VOR EINER STUNDE
Und die Bayern machten gleich weiter, pressten hoch und setzten Leverkusen unter Druck. In der 22. Minute führte das fast zum nächsten Tor, als Thomas Müller einen Schuss von Serge Gnabry ungewollt abfälschte und dadurch erst richtig gefährlich machte. Doch Lucas Hradecky reagierte glänzend und fischte den Ball noch aus dem Eck. Zwei Minuten später war der Leverkusener Schlussmann dann aber machtlos. Joshua Kimmich bekam den Ball im Mittelfeld mit dem Rücken zum Tor, drehte sich und spielte einen Steilpass zwischen zwei Leverkusener Verteidigern hindurch auf Gnabry. Der Nationalspieler zog in den Strafraum und schloss flach ins lange Eck ab – das 2:0 (24.).
Die Bayern dominierten weiter und blieben gefährlich, auch wenn sie sich keine großen Torchancen mehr erspielten. Die Leverkusener kamen nur zu wenigen Gelegenheiten, am ehesten noch, wenn sie schnelle Konter fuhren. Beim besten davon zögerte Moussa Diaby einen Moment zu lange und blieb dann an Alphonso Davies hängen (31.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit prüfte Lars Bender Manuel Neuer mit einem Schuss aus der Distanz, konnte den Nationaltorhüter damit aber vor keine Probleme stellen.
Peter Bosz brachte in der Halbzeit mit Kerem Demirbay und Kevin Volland frische Kräfte für die Offensive, doch zunächst diktierten die Bayern weiter das Spiel. Lewandowski geriet bei einem Abschluss in Rücklage, sodass der Ball ein gutes Stück über das Tor ging (54.).
Im Gegenzug verschätzte sich Neuer bei einem langen Ball und kam nur knapp um das Foul an Volland herum (55.). Diese Chance läutete die beste Leverkusener Phase ein. Die Werkself warf nun alles nach vorne und hätte sich eigentlich durch Volland belohnen müssen. Nach einer Flanke von Diaby hatte der 27-Jährige viel Freiraum, trat aber über den Ball (57.).
Und es kam noch bitterer für Leverkusen. Nach einem langen Ball von Manuel Neuer kam Lewandowski an den Ball und schoss aus der Distanz. Den eigentlich ungefährlichen Ball bugsierte der ansonsten starke Hradecky durch seine eigenen Beine ins Tor zum 3:0 für die Bayern (59.).
Leverkusen steckte jedoch nicht auf. Jerome Boateng musste bei einer Flanke in höchster Not vor dem einschussbereiten Bailey retten (63.). Doch die folgende Ecke brachte dann das erste Leverkusener Tor. Bender setzte sich im Kopfballduell mit David Alaba durch und nickte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:3 ein (64.). Die Leverkusener hatten nun Oberwasser und machten weiter, während Bayern um defensive Stabilität bemüht war. Allerdings fehlte Volland an diesem Tag einfach das Glück. Zunächst verpasste er eine Flanke von Kai Havertz knapp (66.), dann sprang ihm der Ball bei der Annahme in aussichtsreicher Position zu weit vom Fuß (72.).
Für Bayern eröffnete sich durch die Leverkusener Schlussoffensive Raum für Konter. Lewandowski fehlten nach einer flachen Flanke des eingewechselten Ivan Perisic nur wenige Zentimeter (74.). Kurz danach scheiterte der Kroate selbst an Hradecky (76.). Fünf Minuten vor dem Ende vergab Leverkusen die größte Chance auf den Anschlusstreffer, als ein Pass von Diaby von der linken Seite den in der Mitte völlig freistehenden Karim Bellarabi um ein gutes Stück verfehlte.
Stattdessen sorgte Lewandowski für die Entscheidung zugunsten der Münchner. Nach einem Konter legte Perisic in den Rückraum auf Lewandowski, der den Ball aus kurzer Distanz über Hradecky ins Tor zum 4:1 hob (89.).
Den Schlusspunkt aber durfte Havertz per Elfmeter zum 2:4 setzen (90.+4). Zuvor hatte Alphonso Davies den Ball bei einer Ecke mit der Hand berührt. Danach wurde nicht mehr angepfiffen und die Bayern durften sich über den 20. Pokalerfolg der Geschichte freuen.

Stimmen zum Spiel:

Thomas Müller (Spieler FC Bayern München): "Es ist auch ein bisschen ein trauriger Moment. Die Liga ist unser daily Business und die wollten wir natürlich unbedingt zu Ende spielen. Aber so ein Pokalfinale in so einem schönen Stadion, wenn da die Fans fehlen, da habe ich jetzt bei der Siegerehrung auch eine nachdenkliche Minute gehabt, wenn ich ehrlich bin. Es ist einfach nicht das Gleiche. Nichtsdestotrotz haben wir das auf dem Platz über weite Strecken gut gemacht, aber es tut auch ein bisschen weh."
Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandvorsitzender FC Bayern München): "Wir werden zumindest mit einem guten Glas heute Abend anstoßen. Ich glaube, wenn man das Double gewinnt, ist das auch wichtig, dass man die Mannschaft mal hochleben lässt. Ab morgen haben wir Urlaub. Wenn die Spieler zurückkommen, gehen sie in eine Kurzquarantäne und dann beginnt die Vorbereitung für die Champions League."
Lukás Hrádecky (Torwart Bayer 04 Leverkusen): "Wir haben gegen den Meister gespielt. Das war natürlich nicht einfach. Die zwei Tore haben uns mehr Schwierigkeiten bereitet. Die zweite Halbzeit war besser, aber mein Fehler hat alles kaputt gemacht. Es tut mir natürlich leid, dass das in so einem Spiel passiert. Aber es geht weiter. Das ist eine Möglichkeit, eine neue Geschichte zu schreiben."

Das fiel auf: Leverkusen offenbart Bayerns Schwäche

Der Traum vom Triple für die Bayern lebt nach dem Pokalsieg weiter. Mit dem 17. Pflichtspielsieg hintereinander stellten die Münchner zudem einen neuen Rekord im deutschen Profifußball auf. Trotzdem wird sich Trainer Hansi Flick mit Blick auf die restliche Champions-League-Saison die zweite Halbzeit des heutigen Spiels noch ein paar Mal angucken. Denn dort schafften es die Münchner nicht, die gewohnte Kontrolle über das Spiel auszuüben. Stattdessen setzte die Werkself den Rekordmeister insbesondere zwischen der 55. und 70. Minute gehörig unter Druck und brachte die Abwehr der Bayern das eine oder andere Mal ins Wanken.

Der Tweet zum Spiel:

20 Mal DFB-Pokalsieger, 30 Mal Deutscher Meister macht 50 nationale Titel für den FC Bayern München. Da kann man nur gratulieren.

Die Statistik: 8

Robert Lewandowski hat mit seinen Treffern zum 3:0 und zum 4:1 sein siebtes und achtes Tor in einem DFB-Pokalfinale erzielt. Das ist einsamer Rekord. Schon vor dem Finale am Samstag führte der Pole diese exklusive Torschützenliste an und baute dies nun noch weiter aus. Hinter ihm in der Rangliste liegen die beiden Stürmer-Legenden Gerd Müller und Uwe Seeler mit jeweils vier Treffern. Für Lewandowski war es die sechste Final-Teilnahme, die mit dem vierten Pokalsieg endete.
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