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Kiel - FC Bayern: Störche kegeln München raus und erleben unvergesslichen Abend
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Publiziert 14/01/2021 um 00:16 GMT+1 Uhr
Holstein Kiel gelingt die große Sensation. In der zweiten Runde des DFB-Pokals schlagen die Störche den großen FC Bayern 8:7 nach Elfmeterschießen und kegeln den Rekordmeister früh aus dem Wettbewerb. "Diesen Abend wird keiner in Kiel, kein Spieler, kein Fan, kein Mensch jemals vergessen", sagte Torhüter Ioannis Gelios. Bei den Bayern herrschte nach Schlusspfiff ein Gefühl der Ungläubigkeit.
Kieler Jubel nach der Pokalsensation gegen den FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Die geschlagenen Bayern schlichen enttäuscht vom Platz, während hinter ihnen die Kieler Spieler zu ihrem Matchwinner Fin Bartels stürmten.
Erstmals seit 20 Jahren ist Bayern München im DFB-Pokal schon in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Champions-League-Gewinner unterlag dem KSV Holstein nach Elfmeterschießen mit 7:8. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (2:2, 1:1) gestanden. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Bartels gegen den haushohen Favoriten und Titelverteidiger, bei den Bayern hatte Marc Roca verschossen.
"Auch wenn es sich blöd anhört nach einer Pokalniederlage gegen einen Underdog aus Kiel - das Spielglück war nicht auf unserer Seite. Es ist sicherlich nicht die beste Phase des FC Bayern", sagte Thomas Müller bei Sky: "Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir mit einer Larifari-Einstellung das Spiel abgeschenkt hätten. Das Ausscheiden ist brutal, das muss man erst einmal sacken lassen."
Ganz anders war die Gefühlswelt bei den Kielern. "Diesen Abend wird keiner in Kiel, kein Spieler, kein Fan, kein Mensch jemals vergessen", sagte Torhüter Ioannis Gelios. Dies sei "definitiv" der größte Moment in seiner Karriere, betonte Gelios, der sich mit den Bayern-Schützen im Vorfeld "gar nicht beschäftigt" hatte. Bei Bartels' Elfmeter schaute er gar nicht hin.
Bayern verpasst es, Vorsprung auszubauen
Ein sehenswerter Freistoß von Leroy Sané zwei Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit reichte nicht zum Sieg in der regulären Spielzeit. Holstein-Kapitän Hauke Wahl erzwang per Kopfball (90.+4) 30 zusätzliche Spielminuten.
Die Gäste mussten nicht nur wegen des schneidenden Windes im Holstein-Stadion lange um das Weiterkommen zittern. Serge Gnabry brachte den Champions-League-Gewinner in der 14. Minute nach einem Patzer von Holstein-Torhüter Gelios in Führung, seine Abseitsstellung übersah Schiedsrichter Robert Schröder allerdings. Nach einem der wenigen Konter traf Bartels für die Platzherren (37.).
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Fin Bartels (2. v. l.) jubelt mit seinen Kieler Mitspielern
Fotocredit: Getty Images
Bayern-Trainer Hansi Flick ließ mehrere seiner Topstars zu Spielbeginn auf der Bank. Und so verfolgten Weltfußballer Robert Lewandowski, Weltmeister Benjamin Pavard und David Alaba die Partie zunächst nur vom Spielfeldrand aus. Leon Goretzka war wegen einer Wadenverletzung in München geblieben.
Spätestens nach der frühen Führung hatte der deutsche Meister die Partie im Griff, verpasste jedoch mehrfach die Chance, den Vorsprung auszubauen. Wie von Holstein-Coach Ole Werner angekündigt, versuchten seine Schützlinge, Lücken in der Münchner Deckung zu finden.
Bayern-Defensive wackelt erneut
Und nicht immer war die Bayern-Defensive sattelfest. So hätte Alexander Mühling nur zwei Minuten nach dem Sane-Treffer durchaus den erneuten Ausgleich erzielen können. Aber balltechnisch und in Bezug auf die Schnelligkeit war der FC Bayern in den meisten Phasen überlegen.
Dennoch fand Flick immer wieder Anlässe, seine Akteure lautstark zu dirigieren und auch zu kritisieren. Denn nach einer knappen Stunde wurde der Zweitliga-Dritte mutiger und beschwor die eine und andere unangenehme Situation für die Bayern herauf.
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Robert Lewandowski (l.) vom FC Bayern München
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Es dauerte aber bis zur 74. Minute, ehe Flick reagierte und den erschöpften Torschützen Sane durch Lewandowski ersetzte. Auch Douglas Costa sollte noch einmal für neuen Schwung sorgen. Die Bayern dominierten daraufhin das Spiel in der Schlussphase und ließen die Gastgeber kaum noch zu gelungenen Kombinationen kommen. Pavard wurde ebenfalls noch kurz vor Abpfiff eingewechselt.
Erst mit dem letzten Spielzug der regulären Spielzeit belohnten sich die Kieler. Eine Flanke von Johannes van den Bergh fand den Weg ins Tor - von der Schulter von Wahl. Manuel Neuer im Tor hatte keine Chance.
In der Verlängerung drückten die Bayern auf den Sieg, Holstein wehrte sich mit letzter Kraft. Echte Torchancen blieben aber Mangelware, zudem hielt Gelios stark.
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(SID)
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