Schalke 04 - FC Bayern | Eskalationsgefahr: Was passiert beim Pokal-Showdown?
Vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München tritt das Sportliche beinahe in den Hintergrund. Die große Frage: Was passiert bei weiteren beleidigenden Plakat-Aktionen, geht Schalke dann wirklich ohne Rücksicht auf den Drei-Stufen-Plan wie angedroht vom Feld? Für den Fall der Fälle haben beide Vereine jedenfalls klare Konsequenzen angekündigt.
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Wenn vor dem Pokal-Klassiker zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München die Frage nach dem Verhalten der Fans auf den Rängen die nach dem Sieger der Partie in den Hintergrund drängt, muss schon viel schief gelaufen sein.
Nur: So stellt sich die Lage im deutschen Fußball aktuell dar, die Vorkommnisse am vergangenen Bundesliga-Wochenende werfen ihre Schatten auch auf die Viertelfinals im DFB-Pokal.
Schalke 04 kündigt Spielabbruch an, wenn ...
Besonders heikel ist die Situation vor dem Duell zwischen Schalke und Bayern (heute ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de). Die Königsblauen wollen eine rigorose Linie fahren und verkündeten auf der Klub-Webseite:
Bedeutet: Sollten ähnlich diffamierende und beleidigende Plakate im Stadion zu sehen sein wie etwa beim Bundesliga-Spiel zwischen Hoffenheim und Bayern am Samstag, könnte die Partie schon nach wenigen Minuten wieder vorbei sein - wenn Schalke seine Ankündigung konsequent umsetzt.
Im Zweifel entscheidet das DFB-Sportgericht
Sollte die Schalker Spieler tatsächlich aus eigenem Antrieb die Partie vorzeitig beenden, "muss die Mannschaft die Konsequenzen in Kauf nehmen, dass das Spiel dann für den Gegner als gewonnen gewertet wird", erklärte Hans Eberhard Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, im Interview mit "Sport 1".
Einen offiziellen Spielabbruch könne laut Statuten nur der Schiedsrichter veranlassen.
Knifflig wird es, wenn beide Teams gemeinschaftlich den Platz verlassen oder die Fanlager beider Klubs gleichermaßen für einen Spielabbruch verantwortlich sind. "Man könnte das Spiel für beide Mannschaften als verloren werten", so Lorenz.
Bei einem Pokalspiel freilich kann diese Regelung nicht greifen, weshalb sogar der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts keine klare Aussage über die Folgen treffen kann. Es komme "stets auf den Einzelfall" an, so der 69-Jährige. Eine Option könne aber eine Neuansetzungen der Begegnung sein.
FC Schalke kürzt Drei-Stufen-Plan ab
Der FC Schalke hat indes keine Angst vor den sportlichen Konsequenzen, die das Beenden der Partie schon nach dem ersten Hass-Plakat mit sich bringen würde. "Es wäre nur ein verlorenes Spiel", sagte Sportvorstand Jochen Schneider gegenüber "Sky".
Der Verein will das Prozedere des von der FIFA entworfenen Drei-Stufen-Plans, der auch in der Bundesliga zum Einsatz kommt, abkürzen. Der Plan sieht zunächst eine erste Unterbrechung vor, in der durch den Stadionsprecher zur Einstellung der Störungen aufgerufen wird.
Im zweiten Schritt werden die Mannschaften für einen gewissen Zeitraum - beim Spiel Hoffenheim gegen Bayern war es ungefähr eine Viertelstunde - in die Katakomben beziehungsweise Kabinen geschickt. Als letzte Maßnahme droht der Abbruch des Spiels.
Schneider hat bereits leise Kritik am Drei-Stufen-Plan geäußert.
Bei welchen Plakaten wird eingegriffen?
Nach dieser Vorgabe will Schalke nun handeln - und auch beim Gegner aus München findet die Maßnahme Zustimmung. "Eine konsequente Haltung", befand Karl-Heinz Rummenigge. "Wir stimmen uns mit ihnen ab, wie wir im Zweifel damit umgehen", so der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters.
Am Abend vor dem Spiel gab es daher ein Treffen der verantwortlichen Partien. Die Polizei, ein Delegierter des DFB, Schiedsrichter Tobias Stieler, Schalkes Vorstand Peter Peters sowie Raimond Aumann, Direktor Fan- und Fanklubbetreuung beim FC Bayern, berieten über Sicherheitsmaßnahmen.
Dazu soll auch erörtert worden sein, bei welchen Plakaten eingegriffen werden soll.
Aktion der Schalker Ultras erwartet
Denn: Dass es ruhig bleibt, ist unwahrscheinlich. Die Bayern-Ultras, so berichtet etwa die "Bild", werden wohl auf Hass-Plakate verzichten, dafür werden von Seiten der Schalker Anhängerschaft aber Aktionen erwartet.
Der Klub will im Fall der Fälle durchgreifen. Man werde "dieses Verhalten gemäß der Stadionordnung konsequent ahnden, die Verursacher dieser Diffamierungen ausgrenzen", heißt es in einer Mitteilung.
Bei "diffamierenden Äußerungen und persönlichen Beleidigungen" akzeptiere der FC Schalke "keinerlei Bagatellisierung". Man führe überdies "wie bisher Gespräche mit allen Fangruppierungen mit dem klaren Ziel und der Erwartung, dass sie solches Fehlverhalten nicht tolerieren, geschweige denn unterstützen".
Es gebe beim FC Schalke 04 "keinerlei Spielraum für Toleranz angesichts von Hass, Intoleranz und Diffamierung." Es wäre zumindest ein Teilerfolg für den Fußball, wenn sich die Debatten nach dem Ende der Partie um die Geschehnisse auf dem Rasen drehen - und nicht um die auf der Tribüne.
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