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VfL Wolfsburg - RB Leipzig | Wölfe zuhause düpiert
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Publiziert 30/10/2019 um 20:20 GMT+1 Uhr
RB Leipzig hat in der 2. Runde des DFB-Pokals mit 6:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg gewonnen. Ein Eigentor von Jeffrey Bruma (13.) brachte die Wölfe auf die Verliererstraße. Nach der Pause brachen dann alle Dämme: Marcel Sabitzer (55.), Emil Forsberg (58.), Konrad Laimer (61.) und ein Doppelpack von Timo Werner (68./88.) machten das halbe Dutzend perfekt. Das 1:6 von Wout Weghorst (89.) war Kosmetik.
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So lief das Spiel:
Sowohl Vfl-Coach Oliver Glasner als auch RB-Trainer Julian Nagelsmann wechselten ihre Startelf im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spieltag auf vier Positionen und wollten damit für die nötige Frische sorgen.
Nach einer Ecke von Emil Forsberg wurde es mit der ersten Offensivaktion im Wolfsburger Strafraum direkt unübersichtlich. Zunächst versuchte es Marcel Halstenberg per Seitfallzieher, dann kamen Dayot Upamecano und auch Willi Orban zum Schuss. Nach einem slapstickartigen Durcheinander zwischen Jeffrey Bruma und Pavao Pervan lag der Ball dann plötzlich im Tor. Bruma war zuletzt am Ball und bekam das Eigentor zugeschrieben (13. Minute).
Leipzig zeigte sich in der Folge gefälliger und kam zu einigen Abschlüssen, denen jedoch die nötige Präzision fehlte. Der VfL um Neu-Kapitän Wout Weghorst fanden in der Offensive fast überhaupt nicht statt. Die Begegnung war von vielen Ungenauigkeiten und Abspielfehlern geprägt und beide Teams suchten noch nach ihrer Linie ehe es mit einem 0:1 in die Pause ging.
Der VfL kam verbessert aus der Kabine und zeigte zu Beginn des zweiten Durchgangs durchaus gute Ansätze. Leipzig wusste sich allerdings aus der Druckphase zu befreien und nutzte erneut die erste Chance der Halbzeit für ein Tor. Nach Doppelpass mit Timo Werner traf Marcel Sabitzer zum 2:0 (56.).
Danach zerfiel der VfL in seine Einzelteile und RB zeigte keine Gnade. Forsberg (59.), Konrad Laimer (62.) und Werner (69.) trafen innerhalb kürzester Zeit und stellten auf 5:0. Dem 3:0 von Forsberg ging in einem Zweikampf mit Weghorst ein Handspiel von Yussuf Poulsen voraus, Schiedsrichter Felix Zwayer entschied wohl aufgrund der kurzen Entfernung auf Weiterspielen. Nur acht Sekunden später lag der Ball im Tor der Wolfsburger.
Es entwickelte sich ein Auslaufen unter Wettkampfbedingungen, bis es kurz vor Schluss noch einmal Tore zu bestaunen gab. Zunächst traf Werner zum 6:0 (88.), ehe Weghorst immerhin noch zum Ehrentreffer kam (89.).
Somit zieht RB und Trainer Nagelsmann locker in die nächste Runde ein. Glasner und die Wölfe müssen sich vor den anstehenden Aufgaben in der Bundesliga erst einmal wieder aufrichten.
Die Stimmen:
Diego Demme (RB Leipzig): "Wir sind heute richtig stark als Truppe aufgetreten. Ein Spiel wie heute zeigt, wozu wir im Stande sind. Das bringt uns natürlich Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass wir in der Bundesliga daran anknüpfen können."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir waren giftig und gallig."
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Wir haben gezeigt, dass es das alte RB Leipzig noch gibt. Wir haben super gespielt, hier 6:1 zu gewinnen, ist nicht einfach."
Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Heute haben wir - auf gut deutsch gesagt - einen richtigen Schlag in die Fresse bekommen. Nach so einem Spiel liegt man am Boden, jetzt müssen wir versuchen, wieder aufzustehen." Die Leipziger seien "eiskalt und gnadenlos" gewesen, "als wir unser Konzept verloren haben."
Das fiel auf: Mentalität
Hatte man nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg den Spielern von RB noch mangelnde Mentalität vorgeworfen, durften sich heute Coach Nagelsmann sowie alle Kritiker nur wenige Tage später ein komplett anderes Bild machen. Selbst nach der komfortablen Führung setzte RB weiter nach und zeigte keine Gnade. Außerdem zeigte sich die Defensive in bester Verfassung, sodass es bis zur 80. Spielminute dauert, ehe die Wolfsburger einen Schuss auf das Tor von Gäste-Keeper Yvon Mvogo abgaben. So entstand eine herbe Niederlage für den VfL und ein sehenswerter Sieg für die Leipziger.
Der Tweet zum Spiel:
Der VfL war im heimischen Stadion heute im DFB-Pokal nicht wiederzuerkennen. Die Merkmale, die die Wölfe in der Bundesliga bislang so stark gemacht hatten, schienen heute wie weggeblasen.
Die Statistik: 5 in 9
Der VfL bekam in den ersten neun Spielen der laufenden Bundesliga-Saison insgesamt fünf Tore eingeschenkt. Heute folgten gleich sechs weitere Pflichtspielgegentore - und das in nur einem einzigen Spiel. Das dürfte VfL-Coach Glasner überhaupt nicht gefallen haben und es bleibt abzuwarten, wie sich die Wolfsburger am Wochenende in der Bundesliga präsentieren werden.
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