Im Topspiel des DFB-Pokal musste RB-Trainer Julian Nagelsmann gegen die formstarken Wolfsburger auf Kapitän Marcel Sabitzer verzichten (Wadenprobleme), auch Marcel Halstenberg fehlte (Knieprobleme), genauso wie Angeliño (muskuläre Probleme). So stellte der Trainer auf zwei Positionen um – Kevin Kampl und Lukas Klostermann rückten in die erste Elf.
Der VfL Wolfsburg hatte beim Gastspiel in Leipzig keine personellen Probleme, Oliver Glasner setzte auf ein 4-5-1-System mit Xaver Schlager und Maximilian Arnold im Zentrum, Wout Weghorst agierte als Ballhalter und Torjäger in der Sturmzentrale. Über die Außenpositionen kamen in der Offensive Renato Steffen und Ridle Baku.
Beide Mannschaften investierten von Beginn an viel, es entwickelte sich eine Partie mit sehr intensiven Zweikämpfen – Leipzig und Wolfsburg begegneten sich auf Augenhöhe. Die erste Druckphase setzte Leipzig um und erspielte sich zwei riesige Chancen zur Führung. Die beste Möglichkeit hatten die Roten Bullen in der 13. Minute. Christopher Nkunku kam freistehend aus drei Metern zum Kopfball, Koen Casteels rettete mit einer Glanzparade auf der Linie.
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Danach begann Wolfsburg mehr und mehr das Spiel zu kontrollieren und bekam in der 25. Minute einen Elfmeter zugesprochen. Kevin Mbabu wurde bei einem Schuss aus der linken Strafraumhälfte von Nkunku auf dem Fuß getroffen. Referee Marco Fritz schaute sich die Szene nach Einschalten des VAR an und entschied nachträglich auf Elfmeter. Weghorst übernahm die Verantwortung, rutschte beim Ausführen jedoch mit dem Standbein weg und knallte den Ball in den Leipziger Nachthimmel.
In der Folge blieben die Wolfsburger die gefälligere Mannschaft, agierten aus einer sehr kompakten Defensive heraus und schafften es, Leipzig in der eigenen Hälfte festzusetzen – sie verpassten es allerdings, den möglichen Führungstreffer zu erzielen.
Die Roten Bullen waren dann im zweiten Durchgang das bessere Team und gingen in der 63. Minute in Führung. Der eingewechselte Alexander Sørloth kam über die rechte Seite, passte die Kugel in die Mitte auf Yussuf Poulsen, der Schlager abschüttelte, in den Zweikampf einzog und aus 13 Metern den Abschluss suchte. Maxence Lacroix fälschte unglücklich ab und so landete der Ball unhaltbar im rechten Toreck.
In den Schlussminuten entfachte ein offener Schlagabtausch, Wolfsburg drängte auf den Ausgleich, Leipzig konterte. In der 87. Minute setzte sich Sørloth auf der rechten Seite gegen John Brooks durch und spielte den Ball quer. Der eingewechselte Emil Forsberg scheiterte aus kurzer Distanz, der ebenfalls eingewechselte Hee-Chan Hwang war jedoch zur Stelle und verwandelte den Nachschuss aus sechs Metern – zum 2:0-Endstand.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir haben viele Spiele in den Knochen, trotzdem geben die Jungs Vollgas, wollen unbedingt gewinnen. Wir mussten irgendwann Frische bringen, weil die Jungs davor viel Gas gegeben haben und es war ähnlich guter Einfluss wie gegen Gladbach."
Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Wenn man die gesamten 90 Minuten sieht, war es ein verdienter Sieg. Wir hatten die ersten 10, 15 Minuten Probleme und haben das ganz gut in den Griff bekommen. Bis zur Halbzeit war es dann auf Augenhöhe. Da hätten man das Tor machen können oder sollen. In der zweiten Halbzeit hatte Leipzig klar die besseren Torchancen."
Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Es war ein sehr intensives Spiel. Leider haben wir die Möglichkeiten, die uns geboten wurden in diesem Fall nicht genutzt, sind dann ausgekontert worden, haben dadurch das 1:0 kassiert und kurz vor Schluss noch das 2:0. Aber es war klar, dass bei einem Spiel zweier Mannschaften, die im Moment sehr, sehr gut drauf sind, Kleinigkeiten entscheiden – und das war der Fall."
Koen Casteels (VfL Wolfsburg): "Wir haben die Tore leider nicht gemacht und bei der offensiven Qualität von Leipzig weißt du natürlich, dass da auch etwas auf das Tor zukommt. Die haben es halt ausgenutzt, bitter für uns."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Felix Magath wäre stolz

Der VfL Wolfsburg ist auf den Spuren der Meistersaison 2008/09. Damals holten die Wölfe überraschend vor dem FC Bayern München den Titel in der Bundesliga, stellten dabei mit 41 Gegentoren die drittbeste Defensive der Liga – es war das Prunkstück des damaligen Cheftrainers Felix Magath – neben der starken Offensive. Kämpfen und viel investieren für den eigenen Erfolg, das war die Marschroute von Quälix – ein Rezept, das sich auszahlte.
Nun dürfte Magath mit schwitzenden Händen vor dem Fernseher sitzen und genau beobachten, was der VfL Wolfsburg in dieser Saison vollbringt. Acht Spiele waren die Wolfsburger wettbewerbsübergreifend ohne Gegentor, seit zehn Partien ungeschlagen und holten in dieser Zeit sieben Siege und drei Unentschieden. Leipzig beendete nun die Wolfsburger Erfolgszeit, doch die Niedersachsen spielen eine insgesamt sehr erfolgreiche Spielzeit.

Die Statistik: 5

Es war eine hochintensive Partie mit vielen Zweikämpfen. Insgesamt hat es im ersten Durchgang fünf Gelbe Karten gegeben, die stellvertretend dafür standen, wie hoch beide Mannschaften diese Partie für sich ansetzten.
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