Der 1. FC Köln begann das Spiel mit einem Ausrufezeichen. Ismail Jakobs (4.) setzte sich mit seiner Geschwindigkeit gegen Sebastian Nachreiner durch und traf mit dem ersten Schuss des Spiels zur Kölner Führung.
Jahn Regensburg brauchte etwas Zeit, kam dann aber besser ins Spiel. Erik Wekesser und Sebastian Stolze näherten sich mit zwei Distanzschüssen an Timo Horns Tor an, doch beide Abschlüsse segelten über das Kölner Gehäuse.
Der FC agierte in dieser Phase etwas passiv, nutzte jedoch einen Stellungsfehler von Jan Elvedi eiskalt zum 2:0 aus. Jakobs legte die Kugel auf Neuzugang Emmanuel Dennis (22.), der sich gegen Nachreiner Platz verschaffte und aus 14 Metern erhöhte.
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Hertha macht Nicht-Abstieg klar - Köln droht "grausames" Ende
15/05/2021 AM 15:24
Köln wähnte sich in Sicherheit, doch Regensburg verkürzte nach einer Ecke. Scott Kennedy (35.) hämmerte eine zu kurz geratene Klärungsaktion von Jannes Horn aus 13 Metern ins Tor.
Anschließend wurde es wild: Der FC erhöhte durch Benno Schmitz (39.) wieder auf 3:1, doch nach einer minutenlangen Beratung mit dem VAR entschied Schiedsrichter Robert Hartmann auf Abseits, obwohl kein TV-Bild die strafbare Aktion nachweisen konnte und es blieb beim 2:1.
Es wurde noch bitterer für Köln: Nur wenige Minuten später glich Regensburg sogar aus. Jann George (44.) traf nach einer Kopfballverlängerung von Andreas Albers aus wenigen Metern zum 2:2.
Regensburg nahm den Schwung in die zweiten 45 Minuten mit und drehte die Begegnung nach einer Ecke fast. Benedikt Gimber (49.) köpfte die Kugel zu zentral auf Horns Tor, der den Ball mit einem starken Reflex wegfaustete.
Der FC tat sich im zweiten Durchgang lange schwer. Salih Özcan (63.) hatte nach einem Kopfball noch die beste Chance, doch Alexander Meyer hielt den gut platzierten Versuch hervorragend.
Fast im Gegenzug hätte der Jahn das Spiel gedreht, doch Horn stand bei einem Abschluss von Stolze (65.) auf dem Posten und konnte den Ball aus der Gefahrenzone fausten.
Köln hätte das Nachsitzen in der Schlussphase abwenden können, doch nach einem klaren Handspiel im Strafraum von Elvedi scheiterte Dennis (78.) per Strafstoß an Meyer.
So ging es in die Verlängerung, in der Köln das Spiel bestimmte, doch kaum zu guten Gelegenheiten kam. Schmitz (112.) hatte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze noch die beste Möglichkeit, doch sein Abschluss flog knapp am langen Pfosten vorbei.
Also kam es zum dritten Elfmeterschießen in dieser Pokalsaison für Regensburg. Und auch dieses konnte der Jahn für sich entscheiden. Albers verschoss zwar als erster Schütze, doch nachdem Jorge Meré und Jannes Horn ebenfalls vergaben, entschied Max Besuschkow die Partie.

Die Stimmen:

Scott Kennedy (Jahn Regensburg): "Was soll ich sagen, wir waren der Underdog, aber wir haben an uns geglaubt und nie aufgegeben. Wir wollten nach dem 0:2 kein Tor mehr kassieren und das haben wir auch geschafft. Mein Tor freut mich natürlich, schön dass ich der Mannschaft helfen konnte. Beim vermeintlichen 1:3 weiß ich nicht was genau passiert ist, ich habe schon mit dem Gegentor abgeschlossen gehabt. Da haben wir Glück gehabt."
Timo Horn (1. FC Köln): "Es ging für uns sehr gut los, genau so haben wir uns das eigentlich vorgestellt. Danach haben wir nicht mehr konsequent so weitergespielt, auf dem Untergrund kann man sich auch mal ein Gegentor fangen. Wir verschießen dann auch einen Elfmeter, das 3:1 zählt nicht. Es ist viel gegen uns gelaufen. Wenn man hier aber 2:0 gegen einen Zweitligisten führt, muss man auch den Anspruch haben, das nach Hause zu bringen. Das Elfmeterschießen ist natürlich auch eine Lotterie, die Regensburger haben sich das mit ihrem Kampf auch verdient."
Mersad Selimbegovic (Trainer Jahn Regensburg): "Es ist ein typisches Pokalspiel geworden. Es war wichtig, dass die Mannschaft Charakter und Moral gezeigt hat nach dem Rückstand. Da haben wir uns belohnt und hatten das Quäntchen Glück mit dem dritten Gegentor, dass es nicht zählt. Wir haben sehr dizipliniert und leidenschaftlich verteidigt. Darauf können wir stolz sein."
Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Ein Elfmeterschießen ist am Ende immer Glückssache. Aber so weit hätten wir es gar nicht kommen lassen dürfen. Ich mache den Jungs, die verschossen haben, auch keinen Vorwurf. Sie haben sich freiwillig gemeldet und getraut, anzutreten. Im Spiel haben wir Fehler gemacht, die zu Gegentoren geführt haben."

Das fiel auf: Kein Klassenunterschied

Ein Klassenunterschied war vor allem ab der zweiten Halbzeit keineswegs zu erkennen. Der FC tat sich über weite Strecken des Spiels extrem schwer, bei schlechten Platzverhältnissen die fußballerische Klasse zu beweisen. Regensburg verteidigte diszipliniert, hatte bei den Kölnern Angriffen keine große Mühe mit dem Bundesligisten.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 3

Regensburg gewinnt auch die dritte Runde in Folge dieser DFB-Pokal-Saison im Elfmeterschießen. Zuvor schaltete der Jahn Wehen Wiesbaden und den 1. FC Kaiserslautern aus.
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