Seoane rotierte gleich auf sechs Positionen, vor allem in der Offensive unfreiwillig. Die Stürmer Lucas Alario (muskuläre Probleme) und Patrik Schick (Bänderriss im Sprunggelenk) sowie Mittelfeldspieler Karim Bellarabi (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fehlten verletzt nach dem 2:2 am Sonntag im Derby in Köln. Aufgrund der personellen Engpässe stand das erst 16 Jahre alte Talent Iker Bravo im Kader der Werkself.
Leverkusen machte von Beginn an Druck, dennoch hatte der KSC den ersten Abschluss der Partie. Marvin Wanitzek flankte von der linken Seite in den Sechzehner, wo sich Philipp Hofmann gegen Jonahan Tah durchsetzte. Lukas Hradecky parierte den Kopfball nach vorne, Lucas Cueto reagierte am schnellsten und staubte zur Führung ab (4.).
Leverkusen zeigte eine Reaktion und hatte den Ausgleich zweimal auf dem Fuß. Moussa Diaby (10.) und Amine Adli (12.) verzogen hauchzart völlig freistehend. Bayer drückte weiter gegen einen sehr tief gestaffelten KSC. Auch Nadiem Amiri legte eine Direktabnahme neben das Tor (19.).
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Karlsruhe lauerte auf Konter, die sie immer wieder bekamen. Zur Beunruhigung der Bayer-Fans, die ihre Werkself in ideenlosen Momenten im Spielaufbau früh mit Pfiffen bedachten. Diese wären noch lauter geworden, wenn Hofmanns artistischer Seitfallzieher nicht von Edmond Tapsoba abgefälscht worden wäre (29.).
Karlsruhe kam sehr gut aus der Kabine und hatte früh zwei richtig gute Möglichkeiten. Zunächst parierte Hradecky einen starken Freistoß von Wanitzek, der es aus 25 Metern direkt versuchte (47.). Augenblicke später nahm Diaby den in der Halbzeit in der BayArena gespielten Song "Probier's mal mit Gemütlichkeit" zu wörtlich und ließ sich im Konter von KSC-Kapitän Jerome Gondorf völlig unnötig ablaufen.
Kurz darauf kam Daniel Gordon im Sechzehner freistehend zum Abschluss, scheiterte aber ebenfalls am Finnen (50.). Leverkusen belohnte sich dann aber doch für seine Überlegenheit: Frimpong wurde erneut über rechts geschickt und spielte sich mit einem Doppelpass mit Adli in den Sechzehner, wo er aus zehn Metern einschob (54.).
Leverkusen drängte in der Folge natürlich auf den Führungstreffer, brachte sich aber selber ins Hintertreffen. Hradecky spielte einen katastrophalen Fehlpass genau in die Beine von Kyoung-rok Choi, der halb rechts im Sechzehner die Nerven behielt und zur erneuten Führung der Gäste traf (63.).
Leverkusen wollte in der Folge unbedingt die Verlängerung erzwingen. Nach einer erneuten Ablage von Frimpong für Adli scheiterte der Franzose erneut an Gersbeck (70.). Die größte Chance zum Ausgleich vergab Bravo (78.) eine Minute nach seiner Einwechslung.
In der 90. Minute gab es die letzte große Chance der Hausherren auf den späten Ausgleich: Adli zog aus 14 Metern ab, traf jedoch den am bodenliegenden Marco Thiede, der so etwas ungewollt den Ausgleich verhinderte.

Die Stimmen zum Spiel:

Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Glückwunsch an den Karlsruher SC für das Weiterkommen. Der Spielverlauf war nicht ideal für uns. Wir waren nicht effizient und entschlossen genug. Wir werden das gründlich aufarbeiten. Dann gilt es, wieder aufzustehen und den Fokus auf Samstag zu richten. Lukas weiß, dass er die Situation falsch eingeschätzt hat. Er fühlt sich verantwortlich. Er hat uns schon viele Punkte gerettet, aber bei Torhütern werden Fehler leider meist bestraft. Trotzdem gewinnen wir zusammen und verlieren auch zusammen."
Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen): "Die Enttäuschung ist sehr groß, das ist schwierig zu verarbeiten. Wir waren nicht effizient genug und haben es nicht geschafft, unsere Chancen besser zu nutzen."
Christian Eichner (Trainer Karlsruher SC): “Ich gebe den Glückwunsch an meine Kabine weiter zu einem sensationellen Sieg hier im Pokal. Ich denke, dass wir überragend ins Spiel gekommen sind mit dem frühen Tor. Danach sind wir sehr oft sehr tief gestanden, tiefer, als es uns eigentlich lieb gewesen wäre. So das wir in einem Bereich verteidigt haben, den die Mannschaft zwar kennt, aber natürlich nicht so wohlfühlt. Bis auf ein, zwei Topchancen des Gegners hat sie es aber herausragend gemacht. Wir hatten dann auch das notwendige Quäntchen Glück, um die Führung mit in die Pause zu nehmen.”

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Klassenunterschied nicht ausgenutzt

Auch wenn der KSC sich heute kämpferisch und defensiv sehr stark präsentierte, zeigte die Werkself den Klassenunterschied der beiden Teams deutlich auf und erspielte sich zig Großchancen. Gerade in der Offensive spielte Leverkusen Karlsruhe immer wieder schwindelig, doch der Abschluss war am Ende das Problem. Natürlich fehlte mit Patrik Schick der beste Abschluss-Spieler bei Bayer, dennoch muss bei diesen Chancen mehr als nur ein Tor rausspringen.

Die Statistik: 4

Bayer Leverkusen verlor bereits zum vierten Mal in den letzten sechs Saisons im DFB-Pokal gegen einen unterklassigen Gegner. 2016/17 war in der 2. Runde bei Sportfreunde Lotte Endstation (5:6 n.E.), 2018/19 war gegen den 1. FC Heidenheim im Achtelfinale Endstation (1:2). 2020/21 verlor Bayer im Achelfinale 1:2 n.V. bei Rot-Weiss Essen - und nun der K.o. gegen den KSC.
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