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DFB-Pokal-Viertelfinale: Union Berlin schlägt FC St. Pauli - Traum vom Finale in Berlin lebt
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Publiziert 01/03/2022 um 22:38 GMT+1 Uhr
Union Berlin hat das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Hauptstadtklub bezwang Zweitligist FC St. Pauli an der Alten Försterei 2:1 (1:1). Daniel-Kofi Kyereh brachte die Hamburger durch einen direkten Freistoß (21.) in Führung, doch mit dem Pausenpfiff glich Sheraldo Becker für den Bundesligisten aus (45.). Eine Viertelstunde vor dem Ende nutzte Andreas Voglsammer einen Abwehrfehler zum Sieg.
Andreas Voglsammer schießt Union Berlin in Führung
Fotocredit: Getty Images
Union kam sehr gut in die Partie und hatte schon nach 30 Sekunden die erste Chance durch einen Eckball. Christopher Trimmel fand Grischa Prömel am kurzen Pfosten, der nur knapp das rechte Eck verfehlte. Die Eisernen waren in der Anfangsphase direkt dominant, hatte deutlich mehr Spielanteile und erspielte sich dann auch die Chancen zur Führung. Taiwo Awoniyi setzte sich links am Sechzehner durch und scheiterte dann mit seinem Abschluss an Dennis Smarsch (17.).
Mit ihrem ersten Torschuss gingen die Gäste dann in Führung. Daniel-Kofi Kyereh holte selbst den Freistoß vor dem Sechzehner raus, den er dann ins Torwarteck verwandelte. Frederik Rönnow wurde noch von Guido Burgstaller irritiert, sah in dieser Situation aber nicht gut aus (21.). Die Hausherren hatten aber fast die perfekte Antwort parat, als Trimmel die rechte Seite entlang ging und auf den zweiten Pfosten chippte, wo Niko Gießelmann aber zu überrascht war und freistehend aus kürzester Distanz den Ball nicht kontrolliert bekam (24.).
Die Eisernen blieben auch weiterhin dominant und spielbestimmend, fanden aber insgesamt nur wenige Mittel um zu klaren Torchancen zu kommen. Nach einer guten Kombination kam Sheraldo Becker rechts im Sechzehner zum Abschluss, doch Smarsch blieb der Sieger (31.). Kurz vor der Pause glichen die Hausherren dann aber doch noch aus.
Awoniyi behauptete einen langen Ball im Laufduell gegen Jakov Medic. Torwart Smarsch wollte den Winkel verkürzen, rutschte aber weg und konnte den Ball daher nur unsauber abwehren. Den Nachschuss schnappte sich aber Becker, der den Ball ins leere Tor chippte (45.).
Nach dem Seitenwechsel war es ein ähnliches Bild. Union blieb weiterhin dominant und St. Pauli verteidigt kompakt und ließ insgesamt wenig zu. Smarsch leistete sich dann fast einen weiteren folgenschweren Patzer, als er den Ball nicht wirklich rausschlagen konnte und Timo Baumgartl die Kugel von der Sechzehnerkante aufs leere Tor köpfte. Medic stand aber gut und konnte klären (54.). Einen Aufreger gab es dann in der 69. Minute, als der eingewechselte Andreas Voglsammer von Medic leicht gehalten wurde, zu Boden ging und die Kopfballvorlage von Prömel nicht mehr richtig verwerten konnte. Florian Badstübner, der insgesamt eine großzügige Linie fuhr, winkte diese Aktion durch.
Dann wurde es bitter für den Zweitligisten, der insgesamt ein starkes Spiel ablieferte und defensiv eigentlich stabil stand. Nach einem erneuten langen Ball rutschte dann Medic weg, der dadurch die Bahn für Voglsammer öffnete. Der eingewechselte Angreifer behielt vor Smarsch die Nerven und brachte sein Team in Führung (75.).
In der Nachspielzeit wurde es auf beiden Seiten noch einmal gefährlich. Am Ende eines Konters tauchte erneut Voglsammer frei vor Smarsch auf, dieses Mal scheiterte der Angreifer allerdings am linken Innenpfosten und verpasste die Vorentscheidung (90.+1). Auf der Gegenseite verpasste der aufgerückte Smarsch eine Ecke von Leart Paqarada, doch Simon Makienok kam frei zum Abschluss und verpasste das rechte Eck nur knapp (90.+3).
Die Stimmen zum Spiel:
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Wir haben eine sehr gute, dominante erste Hälfte gespielt. Da hatten wir auch deutlich mehr Chancen, doch aus dem Nichts läufst du auf einmal einem Rückstand hinterher. Die Mannschaft ist drangeblieben und hat mit sehr viel Willen und Leidenschaft das Spiel gedreht."
Christopher Trimmel (Union Berlin): "Wir sind als Mannschaft in den vergangenen Wochen noch enger zusammengerückt. Das ist zwar so eine Phrase, aber es ist so. Das Halbfinale ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Wir haben uns viel vorgenommen, wollten unbedingt weiterkommen und das ist uns, denke ich, gut gelungen."
Timo Schultz (Trainer St. Pauli): "Das ist dann halt so. Auf diesem Niveau werden zwei solche Fehler bestraft. Ich denke, wir haben richtig gut dagegengehalten, haben Union weitestgehend von unserer Box und unserem Tor ferngehalten, aber sie sind mit ihrer Wucht und ihren Flanken natürlich immer gefährlich. Auch die Standards haben wir erstaunlich gut verteidigt für unsere Verhältnisse, aber dass man dann durch zwei solche Aktionen verliert, das ist dann ärgerlich."
Leart Paqarada (St. Pauli): "Ja, es ist beschissen, weil ich denke, dass wir hier eine sehr gute Rolle gespielt haben. Wir haben dem Gegner alles abverlangt, haben uns gut eingestellt und sind auch wirklich sehr gut ins Spiel gekommen. Dann kommen wir durch individuelle Fehler zu einfach zu Gegentoren, die bei dieser Mannschaft oder auf diesem Niveau einfach knallhart bestraft werden und deshalb ist es umso trauriger."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Viel Ballbesitz, doch wenig Chancen
Die Eisernen waren heute als Bundesligist, der gegen einen Zweitligisten zu Hause ran darf, der klare Favorit und traten auch so auf. Am Ende standen 56 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 53 Prozent gewonnenen Duellen und 16 Torschüsse auf dem Konto von Union. Dennoch taten sie sich insgesamt sehr schwer und konnten am Ende von Glück reden, dass sie hier als Sieger vom Platz gegangen sind. Die Gäste verteidigten kompakt und gingen früh mit ihrer ersten richtigen Chance in Führung. In der Folge fand Union kaum Wege, gefährlich zum Abschluss zu kommen. Zweimal kamen den Eisernen individuelle Fehler beziehungsweise Ausrutscher zur Hilfe, ohne diese wäre das Weiterkommen vielleicht gar nicht möglich gewesen, denn St. Pauli spielte über weite Strecken ebenbürtig mit.
Die Statistik: 2
Zum zweiten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte steht Union Berlin im Halbfinale des DFB-Pokals. Das erste Mal war dies in der Spielzeit 2000/01 der Fall, damals waren die Eisernen noch in der dritten Liga unterwegs und schafften es sogar bis ins Finale. Dort mussten sie sich dann aber Schalke 04 geschlagen geben.
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