FC Barcelona: Ousmane Dembélé plötzlich wieder in - die Renaissance des Ex-Dortmunders bei Barça

Im Winter sollte Ousmane Dembélé beim FC Barcelona schon vom Hof gejagt werden, Fußballdirektor Mateu Alemany wollte mit dem Franzosen unbedingt Kasse machen. Doch der Flügelspieler blieb bei den Katalanen - und avanciert nun wieder zum gefeierten Mann. Gegen Athletic Bilbao (4:0) glänzte der 24-Jährige mit einem Treffer und zwei Vorlagen. Und steht jetzt wieder völlig anders da.

Ousmane Dembélé - FC Barcelona

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Mit einem unnachahmlichen Haken düperte er seinen Gegenspieler und wuchtete den Ball an Unai Simón vorbei ins kurze Eck.
Der Weg des Jubels über sein erstes Saisontor führte Ousmane Dembélé zu Trainer Xavi. Der 42 Jahre alte Barça-Trainer umarmte den Franzosen, tätschelte ihm liebevoll den Kopf. Auch nach dem Spiel konnte sich der Flügelspieler vor Umarmungen seiner Mitspieler kaum retten.
Nachdem er zuletzt hauptsächlich für Negativschlagzeilen gesorgt hatte, zauberte sich Dembélé am Sonntagabend im Camp Nou zurück ins sportliche Rampenlicht.
Beim 4:0-Kantersieg der Blaugrana gegen Athletic Bilbao brillierte der Franzose mit einem Tor und zwei herrlichen Vorlagen und entschied die Begegnung nach seiner Einwechslung somit im Alleingang. "Heute haben wir den Dembélé gesehen, den wir wollen und den alle wollen", lobte Xavi nach dem Kurzeinsatz: "Er ist ein großartiger Profi."

Dembélé: Renaissance nach Winter-Posse

Was für eine Wende. Im Januar hatte Xavi den Franzosen noch für das Achtelfinalspiel in der Copa del Rey bei Athletic (2:3 n.V.) aus dem Kader gestrichen.
Es war der Höhepunkt einer unwürdigen Winter-Posse: Dembélé hatte sich mit der Vereinsführung überworfen, wollte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Katalanen nicht verlängern, stellte offenbar utopische Gehaltsforderungen. Ein Ultimatum der Barça-Bosse ließ er auslaufen.
Fußballdirektor Mateu Alemany erklärte daraufhin: "Wir haben ihm und seinen Agenten gesagt, dass er sofort gehen muss, weil wir engagierte Spieler wollen und hoffen, dass ein Transfer vor dem 31. Januar zustande kommt."
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Dani Alves (l.) und Luuk de Jong (r.) herzen Ousmane Dembélé beim FC Barcelona

Fotocredit: Imago

Dembélé verweigert Transfer

Doch es kam anders. Dembélé verweigerte einen Transfer, blieb stattdessen in Barcelona. "Ich bin kein Mann, der betrügt, und noch weniger einer, der sich erpressen lässt", schrieb er auf Instagram und stellte klar: "Ich stehe meinem Klub und meinem Trainer zur Verfügung. Ich habe immer alles für meine Mannschaftskollegen gegeben, das wird sich auch nicht ändern."
Die Ära des Franzosen in Katalonien drohte dennoch in einer Schlammschlacht zu enden.
Ohnehin hatte Dembélé in Barcelona nie wirklich eingeschlagen, seit er 2017 für rund 140 Millionen Euro (inkl. Boni) von Borussia Dortmund ans Mittelmeer gewechselt war. Immer wieder bremsten den Flügelspieler Verletzungen aus, über 100 Begegnungen verpasste er in den knapp fünf Jahren bei der Blaugrana. Immerhin 58 Torbeteiligungen sammelte Dembélé in den 134 Pflichtspielen seit seiner Ankunft, doch er wurde nie zum Star.
Auch deswegen nahmen die Zuschauer ihm die hohen Gehaltsvorstellungen übel, das Tischtuch schien zerschnitten. Im Heimspiel gegen Atlético Madrid wurde Dembélé Anfang Februar von den Fans im Camp Nou bei der Spielervorstellung gnadenlos ausgepfiffen.
Doch Xavi stellte sich vor seinen Angreifer, verteidigte ihn gegenüber den Zuschauern.

Xavi huldigt Dembélé

"Er hat Dembélé gezeigt, dass er auf ihn zählen wird", erklärt Fußball-Experte Andrés Weiss von Eurosport in Spanien. Ein Vertrauensbeweis, den der Franzose nun zurückzahlt. Schon beim 4:1-Erfolg in Valencia vor einer Woche bereitete er das 2:0 von Frenkie de Jong vor.
Gegen Bilbao brillierte er am Sonntag nun mit drei Torbeteiligungen in 23 Spielminuten und war der gefeierte Mann des Abends. Erstmals in diesem Jahrhundert war bei Barça ein Einwechselspieler an drei Treffern beteiligt.
"Wenn er so weiterspielt und hart an sich arbeitet, kann er der beste Spieler der Welt werden", huldigte Xavi. Der einstige Mittelfeldstratege weiß, dass er in einer schwierigen Saison für die Blaugrana nicht auf die Qualitäten des Weltmeisters von 2018 verzichten kann. "Ich glaube, dass er in jedem Spiel so spielen kann", so der Coach.

Dembélé könnte noch zum Trumpf werden

Zwar haben die Winterneuzugänge Pierre-Emerick Aubameyang, Ferran Torres und Adama Traoré aktuell noch die Nase vorn.
Doch mit der Doppelbelastung der Europa League könnte Dembélé im Team des 42-Jährigen im Kampf um die Champions-League-Plätze noch eine bedeutende Rolle einnehmen – und sich dabei selbst wieder ins Schaufenster spielen.
"Er muss der Welt zeigen, dass er einer der besten Spieler der Welt sein kann und einen großen Vertrag wert ist", sagt Fußball-Experte Weiss.
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Memphis Depay und Ousmane Dembélé

Fotocredit: Getty Images

Vertragsverlängerung denkbar

Doch plötzlich scheint auch eine Vertragsverlängerung in Barcelona nicht mehr ausgeschlossen. "Ich sehe, dass er glücklich ist. Er verhält sich sehr professionell. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", sagte Xavi, der den Franzosen offenbar unbedingt halten möchte.
"Wir haben immer gewollt, dass er bleibt und bei uns weitermacht", sagte nun sogar Barça-Präsident Joan Laporta bei "Cadena Ser". Demnach sei Barcelonas Vorlage zur Vertragsverlängerung aus dem Winter immer noch aktuell.
"Dembélé kennt unser Angebot", sagte Laporta: "Wir hoffen, dass er zum Saisonende darüber nochmal nachdenkt."

Xavi: "Dinge können sich über Nacht ändern"

Wie die "Sport" berichtete, kann sich Dembélé einen Verbleib auch weiterhin vorstellen, nicht zuletzt wegen seines guten Verhältnisses zu Xavi - und auch der Ankunft von Aubameyang, seinem Kumpel aus Dortmunder Zeiten.
In der Kabine soll man sich einen Verbleib des Franzosen wünschen: "Wir als Mannschaft wollen, dass er bei uns bleibt. Er hat hohe Qualität und die wollen wir nutzen", sagte Marc-André ter Stegen vergangene Woche auf einer Pressekonferenz.
Zwar sind die Spannungen zwischen Alemany und Dembélé nach wie vor nicht beigelegt, doch starken Leistungen kann niemand widersprechen. "Die Dinge können sich über Nacht ändern", meinte Xavi zuletzt vielsagend.
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Quelle: Perform

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