"Dass wir das Spiel gewinnen müssen und werden, war schon klar. Aber die Art und Weise war schon wichtig", sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann am "Sport1"-Mikrofon zufrieden.
Eric Maxim Choupo-Moting (8., 28., 35., 82.), Jamal Musiala (16., 48.), Malik Tillman (47.), Leroy Sane (65.), Michael Cuisance (81.), Bouna Sarr (86.) und Corentin Tolisso (88.) trafen für die Münchener. Zudem unterlief dem Bremer Jan-Luca Warm (27.) ein Eigentor. In der Schlussphase spielten die Amateure aus der Oberliga nach einer Roten Karte gegen Ugo Nobile (76.) nur noch zu zehnt.
"Es hat Spaß gemacht, Tore zu schießen und in den Rhythmus zu kommen", sagte Nationalspieler Musiala bei "Sky". Choupo-Moting meinte: "Jedes Spiel ist wichtig. Es war eine Pflichtaufgabe, aber wir haben uns von der ersten bis zur letzten Minute reingehauen, deshalb ist das Spiel so ausgegangen."
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Das Duo gehörte am Mittwoch zu den drei Münchnern, die herausstachen.

1. Choupo-Moting - der ewig Unterschätzte

Nagelsmann nahm wie angekündigt mehrere Veränderungen in der Startelf vor. Torwart Sven Ulreich ersetzte den angeschlagenen Manuel Neuer. Auch Bouna Sarr, Omar Richards, Corentin Tolisso, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting standen von Spielbeginn an auf dem Platz.
Choupo-Moting, der ansonsten als Backup von Robert Lewandowski meist nur zu Kurzeinsätzen kommt, war praktisch der Gewinner des Spiels. Der 32-Jährige stand gefühlt immer dort, wo ein guter Stürmer zu stehen hat. In der ersten Halbzeit kam er dadurch zu drei Toren. Später ließ er das 10:0 folgen.
Für den gebürtigen Hamburger war dies der erste lupenreine Hattrick und der erste Viererpack im Trikot des FC Bayern München.
Besonders der erste Treffer war ein Empfehlungsschreiben: Mit dem Rücken zum Tor nahm er die Vorlage von Leroy Sané an, drehte sich um die eigene Achse und hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte und ins Tor. Nagelsmann lobte den Stürmer dafür, "wie er nach hinten verteidigt plus seine Tore."
Nun mag der Bremer SV, der in der fünftklassigen Oberliga spielt und bei dem einige Spieler heute tagsüber noch arbeiten mussten, nicht der Maßstab sein. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit deutet allerdings an, dass der 57-malige Nationalspieler Kameruns oftmals unterschätzt wird. In den letzten fünf Champions-League-Spielen des FC Bayern schoss er vier Tore.

Der FC Bayern fertigte den Bremer SV ab.

Fotocredit: Getty Images

Auch Benjamin Eta, der Trainer des Bremer SV, stellte dies fest: "Ich kenne ihn noch aus Hamburger Zeiten. Das haben mir die Jungs auch nicht sofort geglaubt, dass das ein überragender Spieler am Ball ist. Aber gegen ihn zu verteidigen, ist für uns dann eine andere Nummer."

Leroy Sane trotzt den Pfiffen und spaltet die Fans

Die Pfiffe gegen Leroy Sané beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln am vergangenen Sonntag waren das große Thema rund um den FC Bayern. Nicht nur Trainer Julian Nagelsmann und Thomas Müller kritisierten das Verhalten der Fans. Sogar der Kölner Übungsleiter Steffen Baumgart sprang Sané verbal zur Seite.
Nachdem Nagelsmann den deutschen Nationalspieler gegen Köln zur Halbzeit aus dem Spiel genommen hatte, weil Sané mit einer Zweikampfquote von nur 25 Prozent und einer Fehlpassquote von 37 Prozent unter seinen Möglichkeiten blieb, bekam er in Bremen eine neue Chance.
Dem 25-Jährigen war der Wille anzusehen. Nach seinem völlig missratenen Torabschluss in der 24. Minute gab es zwar erneut vereinzelte Pfiffe. Dafür aber bereitete er in der ersten Halbzeit zwei Tore vor. Als er in der 65. Minute aus spitzem Winkel sein erstes Saisontor erzielte, war ihm die Erleichterung anzusehen.
Nagelsmann lobte ihn nicht nur wegen seiner Offensivaktionen: "Er war sehr engagiert, hat auch verteidigt. Das ist ja das, was man ihm oft vorwirft, dass er nicht engagiert ist. Aber er war sehr engagiert."
Bei seiner Auswechslung zeigte sich unter den 10.093 Zuschauern ein gemischtes Stimmungsbild. Während einige Fans ihn mit Standing Ovations verabschiedeten, ertönten auch lautstarke Pfiffe durch das Weserstadion.
Das zeigt einmal mehr: Sané ist ein Fußballspieler, der die deutschen Fans spaltet.
"Es ist immer so im Fußball. Du kannst nicht alle glücklich machen", sagte Nagelsmann. Joshua Kimmich stärkte seinem Mitspieler den Rücken: "Leroy weiß, dass wir hinter ihm stehen. So wie wir hinter jedem Spieler stehen."

Jamal Musiala empfiehlt sich für die Startelf

Er ist erst 18 Jahre alt und der große Hoffnungsträger des FC Bayern München. Beim Bremer SV bewies Jamal Musiala einmal mehr, warum er für die Zukunft dieses Vereins steht.
Nachdem der offensive Mittelfeldspieler beim Supercup gegen Borussia Dortmund und in den beiden Bundesligaspielen gegen Gladbach und Köln lediglich von der Bank kam, beorderte Nagelsmann ihn diesmal in die Startaufstellung. Mit Erfolg: Kein anderer Spieler des FC Bayern verbreitete so viel Spielfreude.
Dank seiner Schnelligkeit und seinen Ballfertigkeiten entwickelte er über seine Seite ordentlich Dampf. "Er hat die Fähigkeit, dass der Ball immer wieder vor seinen Füßen landet. Er hat irgendwie einen Magnet eingebaut. Der Ball flippert immer wieder zu ihm zurück", sagte Nagelsmann. Nach einem gelungenen Doppelpass mit Choupo-Moting traf er zum 2:0, erzwang das Eigentor zum 3:0 durch Jan-Luca Warm, erzielte in der 49. Minute zudem das 7:0.
Kurzum: Es war das endgültige Bewerbungsschreiben für einen Platz in der ersten Elf - auch gegen andere Teams als einen Fünftligisten.
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