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Drei Dinge, die bei VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt auffielen: Randal Kolo Muani empfiehlt sich
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Publiziert 04/05/2023 um 00:29 GMT+2 Uhr
Eintracht Frankfurt ist am Mittwochabend in das DFB-Pokalfinale eingezogen. Beim Halbfinal-Sieg gegen den VfB Stuttgart (3:2) avancierte Shootingstar Randal Kolo Muani mit zwei weiteren Scorerpunkten wieder einmal zum Helden der SGE, die für einen Abend dem Frust aus dem Liga-Alltag entfliehen konnte. Der VfB schöpft indes trotz der Niederlage neue Hoffnung. Drei Dinge, die auffielen.
Randal Kolo Muani feiert den Finaleinzug von Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal
Fotocredit: Getty Images
Eine Überraschung blieb am Mittwochabend in der Mercedes-Benz Arena aus.
Der abstiegsbedrohte VfB Stuttgart konnte sich trotz der verdienten Führung durch Tiago Tomas (19.) und einer phasenweise spielerischen Überlegenheit nicht für seine Darbietung belohnen. Vielmehr wurde den Schwaben ein Doppelschlag aus dem Nichts durch Evan N'Dicka (51.) und Daichi Kamada (55.) zum Verhängnis.
Dabei hatte auch Frankfurts Shootingstar Randal Kolo Muani seine Füße im Spiel, der nicht nur die Vorlage zum zwischenzeitlichen Ausgleich beisteuerte, sondern auch den Elfmeter zum 3:1 herausholte und sicher verwandelte (77.). Damit spielte sich der französische Weltmeister zum wiederholten Male in dieser Saison ins Rampenlicht - und erweiterte sein Bewerbungsschreiben für den FC Bayern um ein attraktives Kapitel.
Der VfB darf hingegen trotz der bitteren Niederlage neue Hoffnung für den Abstiegskampf schöpfen. Immerhin fällt die Philosophie von Trainer Sebastian Hoeneß in Stuttgart auf äußerst fruchtbaren Boden.
Drei Dinge, die uns beim Pokal-Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt auffielen.
1.) Frankfurt vergisst den Liga-Frust
"Vor zwei Wochen musste ich noch erklären, warum ich nicht zu Real Madrid oder Chelsea gehe und am Samstag musste ich die Frage beantworten, ob ich Angst habe, dass ich Trainer von Eintracht Frankfurt bleibe. Das ist nicht mehr nachvollziehbar", brachte SGE-Trainer Oliver Glasner im Vorfeld der Partie noch sein Unverständnis zum Ausdruck.
Die Achterbahnfahrten, welche die Fragen nach der Zukunft des Österreichers widerspiegeln, passen zur aktuellen Situation der Eintracht wie die Faust aufs Auge.
Drei Siege in fünfzehn Spielen sind eine äußerst dürftige Ausbeute für den amtierenden Europa-League-Sieger, der in der Bundesliga die direkte Qualifikation für den Europapokal zu verpassen droht. Umso bedeutsamer für die Hessen, dass mit dem Einzug ins Pokalfinale das europäische Geschäft nur noch ein Schritt entfernt ist.
Im Anschluss verspürte Glasner eine "Riesenerleichterung" - auch weil sich Frankfurt in Stuttgart auf seine Stärken der Hinrunde besonnen hat. "Wir kamen in der zweiten Halbzeit konsequent zum Abschluss."
Ein Beispiel dafür war das zwischenzeitliche 2:1 durch Daichi Kamada, mit dem Glasner am Vortag noch einmal ein persönliches Gespräch geführt hatte, um die zuletzt untergangene Qualität des Japaners wieder hervorzubringen.
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Jubel bei Eintracht Frankfurt
Fotocredit: Imago
"Ich habe Daichi gestern noch all seine Tore aus dem Herbst gezeigt", gab der Übungsleiter einen Einblick. "Dann habe ich ihn darauf hingewiesen, dass er dabei stets aus einer Distanz zwischen 14 und 18 Metern getroffen hat. Daher meinte ich zu ihm einfach 'Schieß'." Ein Ratschlag, der Gold wert sein sollte.
Nun geht es für die Eintracht darum, die im Pokal wiedergefundenen Stärken auch im Liga-Alltag in Zählbares zu verwandeln. Die fünf Punkte Rückstand auf Rang sechs, der zur Teilnahme an den Playoffs für die UEFA Conference League berechtigt, scheinen angesichts der vier ausstehenden Spieltage nur schwer aufholbar zu sein.
Daher dürfte der Fokus der Frankfurter voll und ganz auf dem Pokalfinale liegen. "Ich glaube, dass es die Eintracht folgendermaßen angehen wird: In der Bundesliga wird der Angriff nach oben zwar versucht, aber die volle Konzentration auf das Pokalfinale ist Pflicht", erklärte "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger.
Die Aufgabe in Berlin könnte jedoch kaum schwieriger sein: Am 3. Juni wartet mit RB Leipzig nämlich der Titelverteidiger, der sich am Dienstag souverän 5:1 gegen SC Freiburg durchsetzte. Doch wie die speziell angefertigten T-Shirts der Frankfurter am Mittwochabend verlauten ließen, fürchtet sich die SGE vor niemandem.
"Wir haben die Eintracht im Endspiel gesehen", lautete der Slogan. Eine Aussage, die an die glorreichen Erfolge der Hessen erinnern soll - und den Liga-Frust vollends vergessen lassen soll.
2.) Kolo Muani empfiehlt sich - wieder einmal
Eintracht Frankfurts Schlüssel zum Erfolg war wie so oft in dieser Saison Randal Kolo Muani. Der französische Vizeweltmeister avancierte bei seinem Einsatz in der Mercedes-Benz Arena wieder einmal zum Pokalhelden der SGE, steuerte er doch die Vorlage zum 1:1-Ausgleich durch Evan N’Dicka (51.) und den Treffer zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung bei (77./ Elfmeter).
Mit seinem sechsten Tor im laufenden Wettbewerb stieg Kolo Muani zum alleinigen Spitzenreiter in der Torschützenliste auf und schraubte seine ohnehin beeindruckende Scorer-Statistik in der Saison 2022/23 in noch höhere Sphären.
21 Tore und 15 Vorlagen in 40 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache - und die jüngste Darbietung des 24-Jährigen erweitert dessen Bewerbungsschreiben für die große europäische Bühne um ein weiteres attraktives Kapitel.
Längst steht der Eintracht-Stürmer, dessen Marktwert bei rund 65 Millionen Euro liegt (Quelle: transfermarkt.de), auf den Einkaufszetteln einiger Top-Vereine ganz oben - auch beim FC Bayern München.
Der deutsche Rekordmeister sehnt sich seit dem Abgang von Superstar Robert Lewandowski trotz der starken Quote von Ersatz Eric Maxim Choupo-Moting (17 Tore in 29 Spielen) nach einem echten Stürmer, der in den entscheidenden Momenten den Unterschied machen kann. Diese Qualität stellte Kolo Muani mit seinem sechsten Treffer im sechsten K.o.-Spiel eindrucksvoll unter Beweis.
Laut "Sky"-Informationen sollen die Münchner bereits erste Gespräche mit dem Management des französischen Nationalspielers geführt haben, die letztlich auch "positiv verlaufen" seien. Im Poker um die Dienste von Kolo Muani ist der FC Bayern jedoch nicht alleine - auch Manchester United soll sich um den Offensivkünstler bemühen.
3.) Hoeneß' Philosophie fällt auf fruchtbaren Boden
Trotz des letzten Endes knappen und bitteren Ausscheidens der Stuttgarter am Mittwochabend darf der VfB angesichts einer weiteren beherzten und phasenweise starken Leistung im Abstiegskampf der Bundesliga neue Hoffnung schöpfen.
Unter Sebastian Hoeneß, der seit 3. April als Trainer im Amt ist, blieben die Schwaben in der Liga in vier Spielen ungeschlagen (zwei Siege, zwei Unentschieden) und hatten auch die Frankfurter im Pokal-Halbfinale zwischenzeitlich am Rande einer Niederlage.
"Sie spielen einen Fußball, der gut und risikoreich ist - und das braucht es", analysierte Schweinsteiger den Auftritt des VfB. "In der Bundesliga kannst du dich nicht nur hinten reinstellen. Du musst auch mitspielen. Und Sebastian Hoeneß lässt so Fußball spielen." Die Philosophie des 40-Jährigen scheint in Stuttgart immer mehr zu fruchten - das schlägt sich auch in den Statistiken nieder.
Insgesamt kamen die Stuttgarter auf 53 Prozent Ballbesitz, auch in puncto Zweikämpfen gab der Meister von 2007 eine bessere Figur als die Eintracht ab (53 Prozent gewonnen).
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Der VfB Stuttgart geht mit breiter Brust in den Abstiegskampf
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Stuttgart stellte Frankfurt vor allem in der ersten Halbzeit mit zahlreichen Steilpässen in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr vor eine schwierige Aufgabe. Dadurch erspielten sich die Schwaben einige gute Chancen und hatten in Person von Silas in der 35. Minute sogar das 2:0 auf dem Fuß. SGE-Keeper Kevin Trapp entschärfte den Angriff mit etwas Glück.
Der VfB tritt trotz seiner misslichen Lage (Platz 16, 28 Punkte) mit breiter Brust an und geht in seinem Spiel auch das nötige Risiko nach vorne ein. Laut Schweinsteiger ein möglicher Trumpf im Kampf um den Klassenerhalt.
"Ich gehe davon aus, dass Stuttgart mit dieser Spielweise, ihrem Einsatz, Charakter und ihrer Mentalität in der ersten Liga bleiben wird", legte sich der Weltmeister von 2014 fest.
Am Samstagnachmittag bietet sich dem VfB die Möglichkeit, Schweinsteigers These zu bestätigen. Dann gastiert Stuttgart nämlich in Berlin bei Tabellenschlusslicht Hertha BSC (15:30 Uhr im Liveticker).
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