Bayern-Trainer Vincent Kompany bekommt den ersten Dämpfer verpasst: Dreifach-Allergie macht Sorgen
Der DFB-Pokal ist für den FC Bayern mittlerweile ein rotes Tuch. Daran kann auch Neu-Trainer Vincent Kompany nichts ändern. Doch das ist nicht die einzige Erkenntnis, die der Belgier aus dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen gezogen haben dürfte. Spätestens jetzt steht fest: Die Münchner haben nicht nur eine Pokal-, sondern zusätzlich zwei weitere Allergien entwickelt - und eine davon ist recht frisch.
Bayern-Coach Kompany zu Neuers Platzverweis: "Es war 50:50"
Quelle: Perform
Max Eberl wollte sich sein Narrativ von der großen Bayern-Dominanz unter keinen Umständen zerstören lassen.
Die Mannschaft habe trotz der frühen Roten Karte gegen Manuel Neuer (17.) viel Aufwand betrieben, sei auch zu zehnt das deutlich bessere Team gewesen. Der Sportvorstand des Rekordmeisters "untermauerte" seine These damit, dass die Münchner im Vergleich zum Gegner aus Leverkusen mehr Ballbesitz und mehr Eckbälle verbucht hatten.
Die entscheidende Statistik führte Eberls Ausführungen letztlich ad absurdum, am Ende stand eben ein 0:1 und ein erneut frühes Aus im DFB-Pokal aus FCB-Sicht zu Buche. Eine Tatsache, die auch Eberl nicht wegdiskutieren konnte.
Als er seinen Lobgesang auf die tapferen Bayern-Krieger beendet hatte, griffen zu Eberls Leidwesen aber doch noch die typischen Mechanismen, die nach einer Niederlage des Branchenprimus traditionell greifen: Es wurden kritische Nachfragen gestellt.
Eberl: "Das ist mir scheißegal"
Eine davon zielte auf die in dieser Saison bislang maue Siegquote der Bayern gegen Top-Mannschaften – mit Ausnahme des 1:0-Sieges gegen Paris Saint-Germain zuletzt. "Ich weiß, dass sie immer sehr kritisch sind. Ich weiß, dass sie alles infrage stellen. Das ist mir scheißegal", blaffte Eberl in HB-Männchen-Manier in Richtung des "kicker"-Journalisten.
Er sehe gar nicht ein, die Niederlage gegen die Werkself in die Reihe der Negativ-Ergebnisse in Duellen mit großen Mannschaften (1:1 gegen Bayer 04, 1:1 gegen Borussia Dortmund in der Liga, 1:4 gegen den FC Barcelona in der Champions League) aufzunehmen.
"Es ist heute nicht die Frage, größere Gegner zu besiegen", raunte Eberl und schob nach: "Wir sind ein Mann weniger, ich hoffe, das ist auch für alle so angekommen. Deshalb ist das Spiel raus aus der ganzen anderen Statistik." Eine Aussage, die doch sehr an Pippi Langstrumpfs berühmtes "ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt" erinnerte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/04/image-13879d6f-ea25-421a-952e-2cc1073d1cab.jpeg)
Joshua Kimmich war nach dem Aus im DFB-Pokal bedient
Fotocredit: Getty Images
Auch wenn Eberl das 0:1 gegen Leverkusen nicht als Spitzenduell-Pleite werten wollte, nominell war sie ein weiterer Beleg für die derzeitige Top-Spiel-Allergie der Münchner, die sich in zwei Niederlagen und zwei Unentschieden bei nur drei erzielten Treffern äußert.
Joshua Kimmich gab sich im Nachgang deutlich selbstkritischer als Eberl. Grundsätzlich sieht Kimmich das Team wegen der "Art und Weise auf dem richtigen Weg", allerdings seien die Resultate gegen Leverkusen, Dortmund und Barça auch "ernüchternd" und man müsse die Leistung endlich auch mal in "positive Ergebnisse ummünzen".
Kompanys Lack bekommt ersten Kratzer
Diesbezüglich ist freilich auch Neu-Coach Vincent Kompany gefragt. Der Belgier, der sich binnen kürzester Zeit in viele Fan- und Vorstandsherzen trainiert hat, musste am Dienstag nach ein paar Dellen (Stichwort Barcelona) den ersten richtig tiefen Kratzer im noch frischen Lack namens Bayern-Trainerkarriere hinnehmen.
Dass auch er den DFB-Pokal-Fluch - Bayern scheiterte im fünften Jahr in Folge vorzeitig; eine schwarze Serie, die es zuletzt in den 90er Jahren gab - nicht beheben konnte, ärgerte Kompany.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/04/image-d14a4380-e028-4a7f-8c99-d981d46166ea.jpeg)
Vincent Kompany hat bisher keine besonders gute Topspiel-Quote
Fotocredit: Getty Images
"Das ist bitter und ich möchte das auch nicht schönreden", gab sich Kompany im Nachgang auf der Pressekonferenz kleinlaut, um gleich wieder in den Angriffsmodus zu schalten: "Ich ziehe aus Siegen Motivation, aber auch aus Niederlagen. Ab morgen werden wir wieder Vollgas geben."
Diesen Titel müsse man nun abschreiben, "aber wir werden in Zukunft noch viele Titel gewinnen", hatte er zuvor vollmundig bei "sky" erklärt.
Alonso ist bayerns Angstgegner
Rhetorisch und in puncto Selbstvertrauen ist Kompany anscheinend voll und ganz beim erfolgreichsten Klub Deutschlands angekommen. Neben der mäßigen Topspiel-Quote und der fehlgeschlagenen Behebung des Pokal-Unheils sah er sich aber mit einer weiteren "Altlast" seiner Vorgänger konfrontiert, die er ebenfalls (erstmal) nicht abzulegen vermochte: Xabi Alonsos Leverkusen ist für Bayern bisher unbesiegbar und damit der neue Angstgegner Nummer eins.
Seit Alonsos Amtsübernahme unterm Bayer-Kreuz im Oktober 2022 ist Kompany schon der dritte Bayern-Coach, der erfolglos versucht, dem Spanier ein Bein zu stellen. Das 0:1 war die dritte Niederlage gegen Alonso (zudem 1:2 unter Julian Nagelsmann und 0:3 unter Thomas Tuchel), darüber hinaus brachte Bayern mit dem 1:1 Ende September in der Liga sowie dem 2:2 im Hinspiel der Vorsaison zwei Remis zustande.
Große Spiele, Pokal und Alonso - am Dienstagabend brach sich die Münchner Dreifach-Allergie in ihrer schlimmsten Form Bahn. Jetzt gilt es für Kompany, sein Team so gut es geht zu immunisieren. Das würde zumindest die Anzahl der kritischen Nachfragen und somit auch Eberls Explosionsgefahr erheblich eindämmen.
Das könnte Dich auch interessieren: Drei Dinge, die auffielen: Neuers Ausflug ins Verderben
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/04/4068794-82513528-2560-1440.jpg)
Alonso nach Coup gegen Bayern: "Sehr wichtige Nacht"
Quelle: Perform
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)