Manuel Neuer kassiert erste Rote Karte und bringt Bayern gegen Leverkusen unnötig in Bedrängnis: Die Mauer bröckelt

Im 866. Pflichtspiel hat es Manuel Neuer erwischt. Bei der DFB-Pokalpleite des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen (0:1) sah der Torhüter zum ersten Mal die Rote Karte. Nach einem langen Ball räümte er Jeremie Frimpong zu Boden - ein unstrittiger Platzverweis und einer, der die Münchner in einem "Do-or-die-Spiel" in die Bredouille brachte. Es war nicht Neuers erster Fauxpas in dieser Saison.

Bayern-Coach Kompany zu Neuers Platzverweis: "Es war 50:50"

Quelle: Perform

Bei seinen Teamkollegen entschuldigte sich Manuel Neuer artig. "Es tut mir natürlich leid", sagte Bayerns Nummer eins nach dem 0:1 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Titelverteidiger Bayer Leverkusen.
Ein Schuldeingeständnis kam ihm aber nicht über die Lippen. "Ich stand da und habe keine aktive Foulsituation kreiert. Frimpong läuft in mich rein und versucht, das dankend anzunehmen", schilderte Neuer. Eine etwas seltsame Sicht der Dinge.
Neuer räumte den Bayer-Sürmer mit voller Wucht ab - ohne Chance, an den Ball zu kommen. Sein Ausflug bis 20 Meter vors eigene Tor war in dieser Situation nicht notwendig, da Frimpong von drei Bayern-Verteidiger begleitet wurde. So verschätzte er sich vom Timing her gründlich.
"Die Beherrschung des Raumes hinter der Kette ist eigentlich seine große Stärke. Hinterher ist man immer schlauer. Vielleicht wäre tiefer zu stehen und zu warten die bessere Alternative gewesen", sagte sogar Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Halbzeitpause in der "ARD" mit kritischem Unterton.

Neuer erweist seinen Teamkollegen einen Bärendienst

Von seinen Mitspielern wurde Neuer in Schutz genommen und Trainer Vincent Kompany meinte lapidar, dass solche Momente eben zum Fußball dazugehören. Letztlich erwies Neuer seiner Mannschaft jedoch einen Bärendienst. Über 75 Minuten war Leverkusen in Überzahl und brachte den Sieg clever über die Zeit.
Neuers Torwartspiel basiert auf einer hohen Feldposition, in dieser Szene war das Risiko aber nicht mehr kalkulierbar. Eine "50:50-Situation" (Kompany) als letzter Mann sollte in einem K.o.-Spiel gegen den landesweit stärksten Gegner vermieden werden.
Es ist zudem nicht Neuers erster folgenschwerer Fauxpas in der laufenden Saison. Schon bei der 0:1-Niederlage in der Champions League bei Aston Villa wurde ihm seine hohe Position zum Verhängnis, als er infolge eines Stellungsfehlers aus 30 Metern Torentfernung überlupft wurde.
Auch da wies Neuer jegliche Schuld von sich und erklärte das Gegentor mit dem Risiko, dass seine Spielweise eben mit sich bringe.

Neuers Geschenk an Real Madrid

Drei Spiele hat der FC Bayern in dieser Saison verloren, zwei davon hat Neuer zumindest mitzuverantworten. Bei den Auftritten in Frankfurt (3:3), Barcelona (1:4) und Dortmund (1:1) patzte er nicht explizit, hätte aber in seiner besten Zeit den einen oder anderen Ball gehalten.
Nicht vergessen ist zudem das 1:2 im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid im Mai, als Neuer den Königlichen in Bayerns größtem Spiel der letzten Saison den späten Ausgleich schenkte.
In Europa wurde Neuer über viele Jahre als "The Wall" geachtet und gefürchtet. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass die Mauer inzwischen bröckelt.
Das könnte Dich auch interessieren: Pressestimmen: "Rambo-Rot für Neuer"
picture

Alonso nach Coup gegen Bayern: "Sehr wichtige Nacht"

Quelle: Perform



Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung