FC Bayern: Zähe Wochen, spielerische Probleme und ein hartes Programm bis Weihnachten - was auf die Kompany-Elf zukommt
Update 05/12/2025 um 13:38 GMT+1 Uhr
Der ebenso mühsame wie glückliche 3:2-Sieg des FC Bayern München im DFB-Pokal beim 1. FC Union Berlin war für Joshua Kimmich "ein einziges Ackern und Rammeln von allen Spielern". Das ersehnte Weiterkommen hat gezeigt, warum sich der Rekordmeister aktuell so schwertut und wie sehr es nun die Weihnachtsferien braucht. Was sind die Gründe für das spielerische Tal? Welche Spieler werden herbeigesehnt?
"Stolz auf die Jungs": FC Bayern kämpft sich ins Pokal-Viertelfinale
Quelle: Eurosport
Wer Erleichterung bei Erwachsenen mit einem kurzen Video-Schnipsel dokumentieren möchte, sollte die Bayern-Profis vom späten Mittwochabend zeigen. Denn noch einmal rafften sich Routiniers wie Manuel Neuer, Harry Kane und Joshua Kimmich nach Schlusspfiff vor der Kurve ihrer mitgereisten Fans auf zu einem Freudentanz.
Dieser ausgelassene Pogo war der letzte Kraftakt einer Mannschaft, die sich das 3:2 im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin nicht erspielt, sondern erkämpft hatte.
Manch Jubel-Welle zum Dank an die Fans vor der Kurve wirkte in dieser Saison routiniert angesichts all der Siege - nun steht man bei 19 Erfolgen in 21 Pflichtspielen. Wer will es ihnen verübeln?
Diesmal, nachdem der Rasen im Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick kräftig umgepflügt wurde, feierten die Münchner sich und den Einzug ins Pokal-Viertelfinale wie einen Titel. Weil man davongekommen war. Weil man ein erneutes Aus gerade noch so verhindern konnte gegen aggressive, leidenschaftliche und mutige Unioner.
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Hartes Programm für die Bayern-Profis Konrad Laimer (li.) und Joshua Kimmich (re.)
Fotocredit: Getty Images
Seit dem Cup-Gewinn 2020 konnten die Bayern nicht mehr das Pokalfinale in Berlin erreichen, scheiterten fünf Mal hintereinander vorzeitig - dabei konnte man lediglich 2022/23 überwintern und das Viertelfinale erreichen. Aus Sicht der Bayern: Früher war mehr Lametta, also am Pokal.
FC Bayern: Das erste Double seit 2020 bleibt das Ziel
Daher war der Druck groß, nicht erneut zu scheitern. Und dementsprechend entlud sich alles nach Schlusspfiff in: kindlicher Erleichterung. Das erste nationale Double seit der Saison 2019/20 bleibt für den souveränen Tabellenführer - und dank bereits acht Punkten Vorsprung auf Verfolgerchen RB Leipzig designierten Meisters 2026 - in Reichweite.
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Vincent Kompany vom FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
"Wir sind weiter. Wir überwintern in allen drei Wettbewerben. Das ist das, was wir haben wollen", befand Sportvorstand Max Eberl zufrieden. Wobei man das früher so sagte. Seitdem in der neuen Ligaphase der Champions League zwei der nun acht Spieltage im Januar über die Bühne gehen, gilt die kurze Winterpause nicht mehr als Maßstab.
Doch die Playoffs, das Sechzehntelfinale im Februar, haben die Bayern in der Königsklasse sicher - sie kämpfen jedoch weiter darum, die Top 8 der 36 Klubs zu erreichen, was das sichere Ticket fürs Achtelfinale (ausgetragen im März) bedeuten würde.
Kompany: "Bis Weihnachten kommt mit viel Energie spielen"
Kämpfen ist das Stichwort. Denn mit dem aufwendigen und aufreibenden Pokal-Erfolg bei Union haben die Münchner bewiesen: Bayern kann nicht nur Spektakel, auch Kampf. Bayern kann einen Vorsprung verwalten - wie beim 2:1 in der Champions League in Unterzahl bei Paris Saint-Germain Anfang November. Bayern kann sogar wieder in Führung gehen - was zuletzt vier Mal hintereinander nicht gelungen war, als man jeweils einem Rückstand hinterherrannte. Bayern kann auch wieder Standards, vor allem bei eigenen Ecken. So entstanden zwei Tore. Unterm Strich: Bayern kann Pokal. Bayern kann auch dreckige Siege.
"Es war ein einziger Kampf", meinte Kimmich auf einem Rasen, auf dem man "keine drei Pässe nacheinander spielen konnte", so der Vizekapitän. Kimmichs Kurzanalyse: "Union spielt viele hohe und lange Bälle, wobei man ihnen schon anrechnen muss, dass sie viel Pressing mit Mann-gegen-Mann gespielt haben. In der zweiten Halbzeit war es ein einziges Ackern und Rammeln von allen Spielern. Am Ende ist leider etwas zu spannend geworden."
Ackern und Rammeln - hübsche Umschreibung. Der ebenfalls erleichterte Trainer Vincent Kompany meinte: "Es war ein Fight. Das muss man zeigen, wenn man am Ende dabei sein will, wenn es um die Preise geht." Sein Ausblick: "Wir haben jetzt noch zwei Spiele in sechs Tagen. Bis Weihnachten kommt, wollen wir noch mit viel Energie spielen."
Warum bei Bayern Leichtigkeit und Souveränität weg sind
Doch woher nehmen? Vier Partien, angefangen mit dem stets hitzigen Südderby am Samstag beim VfB Stuttgart (ab 15:30 Uhr im Liveticker) und dem Champions-League-Heimspiel kommenden Dienstag gegen den portugiesischen Meister Sporting aus Lissabon (ab 18:45 Uhr im Liveticker), stehen noch an bis zum kurzen Durchschnaufen.
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Harry Kane im Zweikampf mit Leopold Querfeld in der Partie Union Berlin gegen Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Elf, zwölf Tage Weihnachtsferien dürften drin sein. Bis dahin ist es: Zäh. Und könnte zäh bleiben. Denn: Die Bayern kommen auf dem Zahnfleisch daher, sehnen sich nach Urlaub. Durch die Klub-WM im vergangenen Sommer in den USA und der viel zu dünnen Vorbereitung nach einem zu eingedampften Urlaub wirken die Münchner angeschlagen, überspielt.
Daher ist die Leichtigkeit des Spätsommers und Herbstes verloren gegangen, damit einhergehend die Souveränität und Überlegenheit im Spiel. Seit Anfang November, nach der dritten Länderspielpause, ist etwas der Wurm drin. Für nahezu alle Nationalspieler des Kaders ging es um das direkte WM-Ticket. Alle (!) haben es geschafft, müssen nicht im März in die Playoffs oder gar kommenden Sommer zuschauen. Nach den jeweiligen Erfolgserlebnissen (das DFB-Team besiegte im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel die Slowakei mit 6:0) sackte bei einigen der Adrenalin- und Achtsamkeitsspiegel etwa ab. Auch nachvollziehbar.
Wann Davies und Musiala zurückkehren könnten
Sehnsüchtig erwartet wird intern an der Säbener Straße die Rückkehr von Linksverteidiger Alphonso Davies, der möglicherweise schon am Samstag zum FCB-Reisekader ins Schwabenländle gehört, sowie von Spielgestalter Jamal Musiala. Dessen Comeback nach seinem bei der Klub-WM erlittenen Wadenbeinbruch ist für Januar eingeplant.
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FC Bayern: Jamal Musiala (li.) und Alphonso Davies (re.) im Training
Fotocredit: Imago
Mehr Möglichkeiten, mehr Alternativen für Kompany, der den hart errungenen Erfolg bei Union als Faustpfand für die Zukunft sieht. Nach dem "guten Kampf der alten Schule" meinte der frühere Weltklasse-Innenverteidiger: "Das wird uns weiterbringen."
Auch Torjäger Harry Kane sah das Weiterkommen als Beleg für den Reifeprozess der gesamten Mannschaft. Es sei ein Spiel gewesen, "in dem wir etwas mehr Charakter und Zusammenhalt zeigen mussten. Das haben wir wirklich gut gemacht", meinte der Brite und fügte voller Stolz hinzu: "Ich denke, das war der nächste Schritt, den wir gebraucht haben. Es war ein wichtiger Moment für unsere Saison." Bei der Jagd nach allen Titeln.
Kompany und die Kaffee-Frage: Wie viel Tassen dürfen es sein?
Bis Weihnachten heißt es: Viel schlafen, gut regenerieren - und gesund ernähren. Jeden Morgen genießt Trainer Kompany seinen geliebten Smoothie, unter anderem aus Roter Bete, Beeren, Avocado, Kurkuma und Ingwer. In der Dezember-Ausgabe des Bayern-Magazins "Säbener 51" verriet der 39-Jährige: "Wir haben hier (gemeint ist die Säbener Straße, d. Red.) eine fantastische Küche. Und auch wenn meine eigene Leistung als Spieler keine Rolle mehr spielt, achte ich auf meine Ernährung."
Die selbst bei Kompany nicht immer vorbildlich ist. "Ich trinke wirklich viel Kaffee. Ob es zehn Tassen am Tag sind, weiß ich nicht", dachte der Bayern-Trainer laut nach und rechnete zusammen: "Morgens ein paar, nachmittags ein paar und manchmal später auch noch eine." Klingt wie: Lust und Last zugleich. Wie aktuell das Spiel seiner Mannschaft.
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Guardiola-Nachfolger? Kompany äußert sich zu seiner Zukunft
Quelle: Perform
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