Taktik-Check zu BVB gegen FC Bayern: Das Umbruch-Duell im Supercup
VonLuca Baier
Publiziert 13/08/2016 um 10:51 GMT+2 Uhr
Die beiden besten Mannschaften der letzten Saison befinden sich im Umbruch. Vor dem Duell um den Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem Doublesieger FC Bayern München (Sonntag, 20:30 Uhr im Liveticker) blickt Eurosport.de im Taktik-Check auf die möglichen Veränderungen bei den Topteams. Die große Personalfluktuation beim BVB und der Trainerwechsel bei Bayern bergen ein gewisses Risiko.
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Auf der einen Seite wurden viele Spieler, auf der anderen Seite der Trainer ausgetauscht. Wenn Borussia Dortmund den FC Bayern München am Sonntag im deutschen Supercup herausfordert, wird es einiges Neues für die Zuschauer zu sehen geben.
Die Bayern haben sich in den vergangenen drei Jahren unter Pep Guardiola extrem weiterentwickelt. Das Positionsspiel und das Gegenpressing wurden immer weiter verfeinert, zudem hat der Katalane eine beinahe beängstigende taktische Flexibilität eingeführt.
FC Bayern unter Ancelotti wohl ohne Dreierkette
Carlo Ancelotti ist erfahren genug, um diese gut funktionierende Basis nicht völlig über den Haufen werden - nicht umsonst betonte er in Pressekonferenzen und Interviews mehrfach, es werde unter ihm keine Revolution der Spielprinzipien geben. Dennoch wird er natürlich einige Kleinigkeiten verändern.
In den bisherigen Tests, die aufgrund der Personallage nach der Europameisterschaft selbstverständlich noch keinen endgültigen Aufschluss über Ancelottis Ideen geben können, gab es schon einige Nuancen der angepassten Spielidee zu sehen. Der Italiener ließ durchgängig mit einer Viererkette agieren, die von Guardiola oft eingesetzte Dreierkette scheint vorerst kein Thema zu sein.
Auffällig war zudem, dass in Ballbesitz vor allem im letzten Drittel viel improvisiert wird. So bekam Franck Ribéry sämtliche Freiheiten und tauchte oft in der Zentrale auf - eine Rolle, die dem spielfreudigen Franzosen offenbar sehr zusagte.
Während der Gegner unter Guardiola nahezu immer sehr weit vorne gepresst wurde, ließ Ancelotti die Münchner in den Testspielen phasenweise etwas zurückgezogen agieren. Nach Ballgewinn sollte dann schnell über die Flügelstürmer umgeschaltet werden - ein Stilmittel, das auch Jupp Heynckes einst sehr gerne einbaute.
BVB: Neue Durchschlagskraft in der Offensive
Mit Mats Hummels, Ikay Gündogan und Henrich Mchitarjan hat der BVB im Sommer drei seiner besten Spieler verloren. Während Hummels´ Abgang als spielstarker Innenverteidiger und Abwehrchef in Personalunion noch nicht ganz kompensiert zu sein scheint, gibt es im Mittelfeld viele neue Alternativen.
Der von Bayern gekommene Sebastian Rode ist beileibe kein Gündogan-Ersatz. Rode ist kein Spielmacher, der ständig Bälle fordert oder enge Situationen mit Dribblings auflöst. Dafür geht der Dauerläufer sehr weite Wege und weicht oft auf die Flügel aus. Davon könnten vor allem die Neuzugänge profitieren, die das Spiel des BVB sicherlich verändern werden.
Mit Ousmane Dembélé hat Dortmund den dribbelstärksten Spieler der letzten Saison verpflichtet - kein anderer Akteur aus den Top-5-Ligen Europas ließ in der vergangenen Spielzeit pro 90 Minuten mehr Gegner aussteigen. Auch Emre Mor ist so ein risikofreudiger Dribbler. Die beiden werden immer wieder ins Zentrum ziehen. In den kleinen Zwischenräumen soll sich dann Mario Götze herumtreiben, der bei entsprechender Fitness prädestiniert dafür ist, Lösungen in diesen Situationen zu finden.
André Schürrle, der vierte Neuzugang in der Offensive, soll hingegen vor allem über sein Tempo kommen. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir ihn möglichst oft hinter die letzte Linie des Gegners bringen", sagte Trainer Thomas Tuchel zuletzt über den Weltmeister.
Ein möglicher Ablauf im Angriffsspiel: Dembélé und/oder Mor kurven von rechts in Richtung Zentrum und kombiniert auf engstem Raum mit Götze, während Schürrle auf links sehr breit steht. Sobald sich die Gegenspieler um die quirligen BVB-Dribbler zusammengezogen haben, erfolgt ein Diagonalball in die Tiefe auf den startenden Schürrle.
Eurosport-Check: Beide Teams stehen am Beginn ihres Umbruchs, zudem fehlen noch einige Leistungsträger wie Arjen Robben, Jerôme Boateng oder Marco Reus verletzt. Der Trainerwechsel auf der einen sowie die große Personalfluktuation auf der anderen Seite bergen ein gewisses Risiko, dass es anfangs zu Schwierigkeiten kommen kann. Allerdings haben beide Teams einen Stil entwickelt, der durch die Veränderungen nun eben leicht angepasst wird - wer da bislang weiter ist, wird am Sonntag mit dem ersten Titel der Saison belohnt.
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