FC Bayern gewinnt den Supercup gegen Borussia Dortmund: Taumelnde Bayern holen den Glauben zurück

Der FC Bayern gewinnt im Elfmeterschießen den Supercup gegen Borussia Dortmund und stoppt im ersten Pflichtspiel den Negativtrend der Vorbereitung. Spieler und Trainer wollen vom angeblichen Druck nichts wissen, das Selbstverständnis des Rekordmeisters ist vor dem Bundesliga-Start gegen Bayer Leverkusen (Fr., 18. August live im Eurosport Player) zurück.

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Am Ende war dann doch alles wie (fast) immer. Mit hinter den Rücken verschränkten Armen standen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge am Spielfeldrand des - für zehn Minuten nach dem Spiel schon erstaunlich leeren - Signal Iduna Parks und schlugen sich gegenseitig auf die Schultern. Der rote Gästeblock skandierte ein genüssliches "Super-Bayern" nach dem anderen.
Sportdirektor Hasan Salihamidžić wollte sich zu den Bossen gesellen, doch Hoeneß schickte ihn auf den Platz. Dort wartete die Mannschaft darauf, den ersten Pokal der noch so jungen Saison in Empfang nehmen zu dürfen. "Brazzo“ gehorchte.

Zahlen sprechen für Bayern

Nach abstrus schlechter Vorbereitung muss der Rekordmeister den eigenen Briefkopf nun also doch um einen weiteren - den sechsten - Supercup erweitern, weil im Stadion des großen Rivalen ein definitiv glücklicher, aber keinesfalls unverdienter 7:6-Erfolg nach Elfmeterlotterie gelang. Glücklich, weil der FC Bayern erst in der 88. Minute per Flipper-Tor zum Ausgleich kam.
Nicht unverdient, weil Carlo Ancelottis Mannen schlussendlich die bessere Pass- (77% zu 76%) und Zweikampfquote (53% zu 47%) sowie mehr Ballbesitz (53%) hatten und mehr Torschüsse (16) abgaben. Die Borussia probierte es neun Mal.
"We were a little bit lucky", seufzte Ancelotti dennoch in bester Lothar-Matthäus-Manier.

Dreifaches Comeback

Es ist eine oft bediente Floskel, allerdings: Dieser Sieg könnte in der Rückschau noch größere Bedeutung erlangen. Nicht wegen des Titels, sondern weil er den strauchelnden Bayern den Glauben an die eigene Fähigkeit zurückbrachte.
Drei Mal lag der FC Bayern in aufgeheizter Atmosphäre beim BVB zurück. Zwei Mal in der regulären Spielzeit, ein Mal während der Entscheidung vom Punkt. Jedes Mal kam die Münchner Rumpftruppe zurück und verhinderte schließlich eine Niederlage, in deren Anschluss es im Münchner Blätterwald zugig geworden wäre.
Bayern-Neuzugang Niklas Süle sagte nach der Partie exklusiv bei Eurosport.de:

Druck? Kritik? Na und?!

Angesprochen auf den Druck, der durch die zurückliegende Niederlagenserie dem Rekordmeister angeschrieben wurde, reagierte der Nationalspieler gelassen:
Ancelotti gewann mit dem Team nicht nur Spiel und Titel sondern auch einige neue Erkenntnisse.
So machte Rafinha seine Sache auf der ungewohnten linken Seite ebenso gut wie sein "Gegenüber" Joshua Kimmich auf rechts. Auch Neuzugang Sebastian Rudy als Metronom des FCB-Spiels in der Mitte, empfahl sich für zukünftige Einsätze. Ancelotti konnte deshalb genüsslich seine Sicht der Dinge darlegen:
"Die letzten Tage waren nicht so gut. Ich habe die viele Kritik mitbekommen. Aber der Fußball ist nicht mehr so wie vor 20 Jahren. Damals konnte man sich in Ruhe vorbereiten. Aber ich erinnere daran: Wenn die Pflichtspielsaison startet, ist Bayern normalerweise da!"
Damit sprach der Italiener seinen Bossen aus dem Herzen, genau das wollen sie hören, sehen und spüren. Sie wissen: Dann kehrt auch die Selbstverständlichkeit zurück.
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