Supercup 2019 | Borussia Dortmund gegen FC Bayern München
Borussia Dortmund hat mit dem Supercup den ersten Titel der neuen Saison geholt. Gegen den FC Bayern München überzeugten im BVB-Dress vor allem Wirbelwind Jadon Sancho und Hummels-Vertreter Ömer Toprak. Der FC Bayern machte im entscheidenen Moment entscheidende Fehler - vor allem Regisseur Thiago erwischte keinen guten Tag. Drei Dinge, die auffielen.
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Kein Limit für Sancho
Nach einer furiosen ersten kompletten Bundesliga-Saison beim BVB (12 Tore, 17 Vorlagen) wartet die Weltöffentlichkeit gespannt darauf, wie sich Jadon Sancho in der neuen Spielzeit präsentiert. Im Juli sagte er bei einem Sponsorentermin in Paris:
Nach dem ersten Pflichtspiel der neuen Spielzeit dürfte klar sein: Sancho ist kein One-Hit-Wonder. Der Engländer ist ein offensiver Wirbelwind, wie ihn die Bundesliga selten gesehen hat. Schnell, wendig, trickreich, spektakulär. Zudem lernt er auch in Sachen Defensivarbeit hinzu.
In der ersten Halbzeit verteidigte er auf einer Linie mit Raphael Guerreiro und der rechten Seite vor Lukasz Piszczek diszipliniert mit, löste schwierige Situationen klug und, natürlich, mit technischer Finesse. Unüberlegte und dadurch riskante Läufe nach vorne, wie es sie in der vergangenen Spielzeit mehrfach gegeben hatte, sparte er sich.
Wenn er in die Offensive ging, wurde es gleich brandgefährlich. In der 48. Minute legte er nach einem starken Solo gegen vier Bayern-Verteidiger für Paco Alcácer auf, in der 69. Minute traf er nach einem 50-Meter-Solo höchstpersönlich zum 2:0.
"Es geht jetzt vor allem darum, mein Niveau auch zu halten", weiß Sancho.
Stand jetzt, muss er sich da keine Sorgen machen.
Thiago wird zum Risikofaktor
Die Vorbereitung von Thiago Alcantara ließ große Hoffnungen im Lager des FC Bayern wachsen. Der Spanier präsentierte sich topfit und in Form. Quasi im Stande, endlich die Rolle des Regisseurs einzunehmen, die ihm schon seit Jahren zugedacht ist.
Auch gegen den BVB startete er als Lenker und Denker im Mittelfeld der Bayern, verlagerte und verteilte, glänzte durch Übersicht. Allerdings hatte er auch immer diesen einen Fehler zu viel in seinem Spiel, der den einen oder anderen Bayern-Sympathisanten regelmäßig um den Verstand bringt.
Sein Fehlpass in der 48. Minute in die Füße von Sancho beispielsweise. Einer aus der Kategorie "höchst unnötig", der zu allem Überfluss auch noch zum 0:1 durch Alcácer führte.
"Wir haben die Dortmunder durch eigene Fehler ins Spiel gebracht. Wenn wir das abstellen, hätten wir das Spiel für uns entscheiden können", analysierte Manuel Neuer im "ZDF" und Thiago darf sich angesprochen fühlen.
Denn in der Folge unterliefen ihm weitere haarsträubende Fehlpässe und Ballverluste in brenzligen Situationen. Thiago wurde vom Regisseur zum Risikofaktor. In den kommenden Wochen, sollte er sich so einen Leistungsabfall nicht mehr erlauben.
Chapeau, Ömer Toprak
Rund drei Stunden vor Spielbeginn war klar: Der Supercup 2019 findet ohne BVB-Rückkehrer Mats Hummels statt. Schocknachricht? Nö!
Denn mit Ömer Toprak warf Lucien Favre einen Vertreter rein, der schon in der Vorbereitung überzeugen konnte und im ersten Pflichtspiel der Saison bewies, dass er mit seiner Erfahrung ein wichtiger Faktor für den BVB sein kann.
Der Türke überzeugte mit gutem Stellungsspiel und Ruhe am Ball. Seine große Stärke hat er, genau wie Hummels, im Aufbauspiel. Der 30-Jährige glänzte mit annähernd fehlerfreiem Passspiel (Quote 94,5 Prozent). Auch im Zweikampf zeigte er sich bärenstark, gewann über 70 Prozent seiner Duelle.
Toprak ist in Form und verleiht der jungen Abwehrreihe mit Spielern wie Manuel Akanji (24), Achraf Hakimi (20), Mateu Morey (19) und Dan-Axel Zagadou (20) eine wichtige Prise Erfahrung und Abgeklärtheit.
Eigentlich galt er den ganzen Sommer über als erster Streichkandidat im Abwehrverbund des BVB. Im Supercup bewies er jedoch, das er die Qualität hat, dem Vizemeister sportlich weiterzuhelfen.
Chapeau, Ömer Toprak.
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