BVB vs. FC Bayern - Drei Dinge, die auffielen: Upamecano und Süle vermiesen Haaland die Party

Der FC Bayern sichert sich gegen Borussia Dortmund den Supercup – und feiert damit den ersten Titelgewinn der noch jungen Saison. Während der intensiven 90 Minuten wusste neben Doppelpacker Robert Lewandowski vor allem ein Duo zu gefallen. Ein BVB-Verteidiger erwischte hingegen einen rabenschwarzen Abend. Drei Dinge, die im prestigeträchtigen Duell der Giganten auffielen.

Dayot Upamecano und Niklas Süle hatten Erling Haaland gut im Griff

Fotocredit: Imago

Neue Saison, traditionelle Szenerie: Die Mannschaft des FC Bayern lacht, hüpft, singt auf der Siegerempore, Konfetti rieselt darnieder, Manuel Neuer reckt einen Pokal in den Himmel. Mit 3:1 bezwang der deutsche Rekordmeister den amtierenden Pokalsieger Borussia Dortmund in dessen Wohnzimmer.
Zum sechsten Mal in Serie behielten die Münchner im Duell mit dem Erzrivalen aus dem Ruhrgebiet die Oberhand, Robert Lewandowski erzielte seine Pflichtspieltore 23 und 24 gegen den Lieblingsgegner (gegen keine andere Mannschaft traf der Pole häufiger).
Während die FCB-Hymne durch den Signal Iduna Park hallte, die Gäste aus dem Süden der Republik sich vom eigenen Anhang feiern ließen und Neu-Trainer Julian Nagelsmann sein breitestes Grinsen aufgesetzt hatte, war auf der anderen Seite schwarzgelbe Ernüchterung angesagt. Der BVB, der am vergangenen Samstag noch an Ort und Stelle Eintracht Frankfurt mit 5:2 abgefertigt hatte, haderte mit der erneuten Niederlage gegen die Bayern.
Es hatte einfach einiges nicht gepasst: Urgewalt Erling Haaland gelang es nur selten, sich gegen das Innenverteidiger-Duo der Bayern durchzusetzen, etliche individuelle Fehler pflasterten den Münchner Siegesweg – außerdem erwischte Rechtsverteidiger Felix Passlack einen Abend zum Vergessen.
Drei Dinge, die auffielen:

1. Türsteher-Duo vermiest Haaland die Party

Nach seiner Gala-Vorstellung gegen Frankfurt, bei der er zwei Tore selbst markierte und zwei Vorlagen beisteuerte, wurde bereits medial spekuliert, ob Haaland gegen die Bayern seine nächste Party feiern würde. Auch, weil seine potenziellen Gegenspieler Dayot Upamecano und Niklas Süle am vergangenen Freitag beim Bundesliga-Auftakt in Mönchengladbach alles andere als sattelfest gewirkt hatten.
Doch ebenjenes Duo fungierte diesmal als Partycrasher. Upamecano und Süle muteten an wie zwei sehr strenge, physisch bestens ausgerüstete Türsteher, die sich an diesem Abend auf die Fahne geschrieben hatten, den Shootingstar und coolsten Typen der Stadt nicht in den Club zu lassen.
picture

Glücklos gegen die Bayern: Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Die Defensivspezialisten ließen den Norweger kaum zur Entfaltung kommen, einer von beiden stand dem 21-Jährigen immer auf den Füßen. Niklas Süle senste Haaland bereits nach 23 Minuten gelbwürdig um – eine durchaus raue, nonverbale Ansage an den Goalgetter.
"Beide Innenverteidiger haben stark gespielt. Heute war viel besser als gegen Gladbach, sie haben beide Mega-Speed und sind körperlich gut aufgestellt", sagte Nagelsmann bei "Sky" über das resolute Zweigestirn.
Ein berechtigtes Lob. Upamecano und Süle verbuchten die meisten klärenden Aktionen aller Akteure (jeweils vier), der französische Neuzugang kam auf insgesamt elf Balleroberungen – Bestwert aufseiten des Rekordmeisters. Auch zweikampftechnisch machte der 22-Jährige eine gute Figur, entschied 67 Prozent seiner direkten Duelle für sich. Haaland hingegen ging nur aus elf Prozent seiner neun Duelle als Sieger hervor.
Lediglich ein einziges Mal entkam der brachiale Angreifer seinen Dauerbewachern. In der 39. Minute pflückte Haaland einen langen Ball mustergültig mit dem Fuß herunter und machte sich gen Tor auf. Aber, als er quasi die erste Tür endlich passiert hatte, gelangte er an eine weitere gut bewachte Pforte. Spätestens dort war der Abend dann gelaufen – der Türsteher trug den Namen Manuel Neuer.

2. Schwache Vorbereitung, tolle Frühform: BVB und FCB machen Bock!

In der Vorbereitung auf die neue Spielzeit hatten beide Trainer jeweils ihr Päckchen zu tragen. Sowohl die Bayern als auch Dortmund hatten mit Verletzungen zu kämpfen, die Nationalspieler stießen nach kräftezährender Vorsaison inklusive Europameisterschaft nach wohlverdientem Urlaub erst spät zur Mannschaft.
Entsprechend ernüchternd fielen letztlich die Testspiele aus. Während dem BVB immerhin zwei Siege gelangen, ging Nagelsmann sieglos in die Saison. Im letzten Freundschaftsspiel setzte es gegen den SSC Neapel gar ein 0:3 vor heimischer Kulisse.
picture

Robert Lewandowski (l.) traf doppelt gegen seinen Ex-Klub

Fotocredit: Getty Images

Bei dem, was sich allerdings am Dienstagabend auf dem grünen Rasen abspielte, war all das Negative nur noch Schall und Rauch. Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen entwickelte sich die Begegnung zu einem intensiven, fußballerisch anspruchsvollen Kracher. "Das war auch für die Zuschauer richtig geil", resümierte beispielsweise Lewandowski, "einfach geil", lautete auch die Einschätzung Leon Goretzkas zur Partie.
Rose hatte ein "hochklassiges Supercup-Spiel mit viel Tempo gesehen" und Nagelsmann sagte: "Es war ein sehr, sehr gutes Fußballspiel. Beide Teams sind noch nicht so im Rhythmus, es war spektakulär." Aussagen, denen man tatsächlich nur zustimmen kann – beide Teams haben richtig Bock auf den Kampf um die Meisterschaft gemacht.

3. Pechvogel Passlack ist keine Dauerlösung

Zunächst einmal: Felix Passlack gebührt Respekt. Respekt dafür, dass er, der nach seinen Leihen zu Norwich City und Fortuna Sittard quasi in der Versenkung verschwunden war, er, dem kaum jemand ein Comeback im BVB-Dress zugetraut hatte, sich zurückgekämpft hat.
Selbstredend profitiert der 23-Jährige derzeit von dem personellen Aderlass auf der rechten Abwehrseite. Thomas Meunier wurde positiv auf das Coronavirus getestet, Mateu Morey wird mit einer Kreuzbandverletzung noch länger ausfallen. Grundsätzlich gab Passlack beim 5:2-Schützenfest gegen Eintracht Frankfurt einen guten Vertreter, sein Eigentor zum zwischenzeitlichen 1:1 entsprang einer Aneinanderreihung unglücklicher Umstände.
Gegen einen qualitativ hochwertigeren Gegner wie es der FC Bayern nun einmal ist, offenbaren sich jedoch die Schwächen des gebürtigen Bottropers. Insbesondere in der ersten Halbzeit guckten sich die Münchner ihn als Schwachstelle aus, fuhren Angriff um Angriff über seine Seite.
picture

Felix Passlack (r.) und Serge Gnabry kämpfen um den Ball

Fotocredit: Getty Images

Passlack selbst war es, der zu dieser Entwicklung maßgeblich beitrug, ein kurz geratener Rückpass auf Torhüter Gregor Kobel (10.) sowie zwei leichte Ballverluste brachten die Bayern in jeweils aussichtsreiche Positionen (14., 16.). Im Vorfeld des 0:1 ließ er sich von Gnabry eindrehen (41.), vor dem 0:2 enteilte ihm Davies, der daraufhin die torbringende Flanke auf Müller geben konnte (49.).
Aufgrund der Ausfälle Meuniers und Moreys ist Passlack aktuell Roses einzige echte Rechtsverteidiger-Option. Eine Alternative, die in der Bundesliga durchaus greifen mag – geht es gegen die großen Kaliber wie den FC Bayern oder bald auch in der Champions League, ist Passlack nur schwer als Dauerlösung vorstellbar.
picture

Legendäre Tore, unvergessene Momente: In Erinnerung an Gerd Müller

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung