Kohler exklusiv: "Maradona war sensationell in der Kabine"
Der Tod von Diego Maradona hat auch Jürgen Kohler tief bewegt. "Das ist sehr traurig. Diego war ein super Typ, ein toller Mensch", sagte der 55-Jährige im Gespräch mit Eurosport.de. 1990 traf Kohler im WM-Finale auf Maradona, Deutschland schlug Argentinien damals in Rom mit 1:0. Kohler war aber nicht nur von der sportlichen Genialität des argentinischen Nationalhelden fasziniert.
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Technik, Auge, Torriecher - mit seinen überragenden fußballerischen Fähigkeiten wurde Diego Armando Maradona zum Weltstar. Daraus und aus seinen zahlreichen Eskapaden und Skandalen setzte sich das Image des Argentiniers in der Öffentlichkeit zusammen.
Aber was für ein Typ war er im Umgang mit Teamkollegen und Gegnern, wie tickte der Mensch Maradona?
"Wir hatten zwei Spieler bei Juventus, die mit Diego in Neapel zusammengespielt hatten", erzählt Jürgen Kohler, der von 1991 bis 1995 in Turin spielte. "Dadurch habe ich viel erfahren. In der Kabine war Diego sensationell, pflegte einen großartigen Umgang mit den Mitspielern und fand die richtigen Worte."
Kohler spielt damit vor allem auf Ciro Ferrara an, der 1994 zu Juventus kam und von 1984 bis 1991 mit Maradona in Neapel zweimal Meister, einmal Pokalsieger und 1989 UEFA-Cup-Champion wurde.
Kohler: Maradona vor Beckenbauer und Pelé
Auf dem Platz wiederum habe der Argentinier seine Mitspieler "mehr durch seine Präsenz als durch laute Worte" mitgerissen, erinnert sich Kohler.
Während der 105-malige deutsche Nationalspieler in der Serie A nicht mehr direkt auf Maradona traf, stand er dem Ausnahmespieler mit der Nationalmannschaft dreimal gegenüber, darunter im WM-Finale 1990.
"Für mich persönlich ist er der größte Fußballer, noch vor Franz Beckenbauer und Pelé, wobei ich gegen die beiden letztgenannten natürlich nicht selbst gespielt habe", sagt Kohler.
"Diego wusste, wo er herkommt"
"Trotz aller Bonbons, die er aufgrund seiner Extraklasse bekommen hat, ist er als Fußballer auf dem Boden geblieben. Sicher, er war eine Diva, aber der Ruhm ist ihm trotzdem nicht zu Kopf gestiegen. Diego wusste, wo er herkommt und hatte in Neapel am Trainingsgelände immer ein offenes Ohr für die Menschen."
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Fußballgott: Eine Hommage an Diego Maradona
Quelle: Perform
Maradona möge "unnahbar gewirkt haben", so Kohler, "aber wenn man ihn mal kannte, war er freundlich und offen".
Trotz der Tatsache, dass er aufgrund seiner weltweiten Popularität "kein Privatleben hatte, wirkte er auf mich glücklich", berichtet Kohler und schiebt nach: "Diego Maradona war eine Besonderheit und für mich der Beste, den es je gab."
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Streichs berührende Worte: "Liebe zum Fußball heißt Liebe zu Maradona"
Quelle: Perform
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