Dänemark stand nach dem 0:1 gegen Finnland bereits mit dem Rücken zur Wand, wollte aber für Christian Eriksen, der im selbigen Spiel kollabiert war und gerade so überlebte, eine gute Leistung an den Tag legen und den Favorit aus Belgien ärgern.
Die Skandinavier legten von der ersten Sekunde ein hohes Tempo sowie frühes Pressing an den Tag – dies trug bereits nach zwei Minuten Früchte. Jason Denayer, der für den Herthaner Dedryck Boyata in die Startelf gerutscht war, spielte einen fatalen Fehlpass in die Füße von Pierre-Emile Höjberg, der schnell schaltete und auf Yussuf Poulsen durchsteckte. Der Stürmer von RB Leipzig blieb cool und platzierte den Ball aus 14 Metern im unteren linken Eck zur Führung (2.). Das Kopenhagener Parken-Stadion bebte.
Nur zwei Minuten später ließ Joakim Maehle mit einem Dribbling im Strafraum Toby Alderweireld stehen und forderte Thibaut Courtois, der aus kurzer Distanz gut parierte. Wieder nur zwei Minuten später trat Maehle als Flankengeber in Erscheinung, doch Alexander Wass konnte die Hereingabe per Kopf nicht mehr entscheidend platzieren – Courtois packte sicher zu (6.).
UEFA Nations League - Finale
Europameister Italien holt sich Platz drei - Belgien mit Alu-Hattrick
10/10/2021 AM 14:55
Das dänische Powerplay wurde nur vom Tribut für Christian Eriksen in der zehnten Minute unterbrochen. Der Ball wurde ins Aus gespielt, auf dem Platz und auf den Rängen wurde für eine Minute applaudiert. Die Aktion war bereits vor Beginn angekündigt worden.
Nach der Tribut-Minute machte das Team von Kasper Hjumland da weiter, wo man aufgehört hatte: Martin Braithwaite nickte eine Hereingabe aus schwierigem Winkel knapp neben den das Tor (16.).
Die Belgier kamen offensiv überhaupt nicht zum Zuge. Die Defensive um Simon Kjaer, Andreas Christensen und Yannick Vestergaard stand gut, auch Höjberg, Wass und Maehle arbeiteten gut nach hinten. Die Folge: Dänemark gewann 70% der Zweikämpfe. Auch bei Ecken gelang den Belgiern nichts.
Stattdessen hatte der erst 20-jährige Mikkel Damsgaard zehn Minuten vor der Pause die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Mit einem feinen Dribbling auf engstem Raum ließ er gleich vier Belgier schlecht aussehen, setzte seinen Linksschuss dann aber knapp links neben das Tor (35.). Es blieb somit bei einer verdienten Halbzeitführung für die Hausherren.
Roberto Martinez reagierte auf die bescheidene Leistung seines Teams und brachte Rückkehrer Kevin De Bruyne zur Pause in die Partie. Es dauerte nicht einmal zehn Minuten, ehe der Spielmacher von Manchester City seine Klasse unter Beweis stellte.
Nachdem Romelu Lukaku den Ball auf rechts nach vorne getrieben hatte und klug zurücklegte, hatte angesprochener De Bruyne die Ruhe, verzögerte kurz und spielte weiter zu Thorgan Hazard, der aus wenigen Metern zum Ausgleich traf (54.).
Die Dänen bauten ab, Belgien wurde stärker und brachte mit Axel Witsel und Eden Hazard weitere Schlüsselspieler auf den Platz. Die große individuelle Klasse zeigte sich dann in der 70. Minute, als De Bruyne eine sehenswerte One-Touch-Kombination mit dem 2:1 veredelte (70.).
Die Hausherren steckten jedoch nicht auf und versuchten in der Schlussphase die sich anbahnende Niederlage zu verhindern. Die größte Gelegenheit hatte Braithwaite drei Minuten vor Ende, doch der Kopfball des Stürmers landete aus zehn Metern am Lattenkreuz (87.). Zuvor hatte Courtois bereits den Ausgleich durch Braithwaite verhindert (75.).
In der Nachspielzeit kam Dänemark-Keeper Kasper Schmeichel bei einer Ecke mit nach vorne, aus der sich ein Konter entwickelte. Thomas Meunier visierte aus 30 Metern das leere Tor an, Andreas Skov Olsen verhinderte artistisch den Einschlag (90.+5). Danach war Feierabend in Kopenhagen.
Durch den Sieg zieht Belgien ins Achtelfinale ein, für Dänemark sieht es trotz einer starken Leistung schlecht aus.

Die Stimme:

Yussuf Poulsen (Dänemark) im "ZDF": "Es war sehr emotional. Die Stimmung war brutal. Wir haben eine super Leistung abgeliefert, es ist schade, dass wir nichts mitnehmen. Wir sind einfach froh, dass es Christian (Eriksen, A.d.R) ihm gut geht. Das ist das A und O."

Der Tweet zum Spiel:

In der zehnten Minute wurde der Ball ins Aus gespielt und Christan Eriksen, der im Spiel gegen Finnland kollabiert war, Tribut gezollt. Romelu Lukaku hatte die Aktion auf der Pressekonferenz am Mittwochabend angekündigt. Eriksen wurde für 60 Sekunden von Fans und Akteuren gefeiert. Ein schönes Bild der EM.

Das fiel auf: Top-Joker De Bruyne sticht

Die Dänen verteidigten hervorragend, ließen kaum etwas zu und kamen sagenhafte 40 Minuten ohne eigenes Foulspiel aus. Höjberg war im Mittelfeld Strippenzieher und Absicherung zu gleich. Zur Pause kam der Akteur von Tottenham Hotspur auf eine Zweikampfquote von 88% und hatte die beste Passquote auf dem Feld. Auch das frühe Pressing der Skandinavier setzte die Belgier im Spielaufbau immer wieder unter Druck – so fiel auch das 1:0 durch Poulsen.
Nach dem Seitenwechsel legte Belgien dann endlich die nötige Physis an den Tag und hatte mit Kevin De Bruyne zudem ein Ass im Ärmel, dass dafür sorgte, dass die Partie kippte. Der Spielmacher von Man City bereitete das 1:1 vor und erzielte das 2:1 selbst.

Die Statistik: 99

Poulsen markierte nach nur 99 Sekunden die Führung für seine Mannschaft und erzielte damit das zweitschnellste Tor der EM-Historie.
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