Pavard soll entgegen dem vor dem Turnier vereinbarten Charta zum Schutz der Teilnehmer vor Schädigungen durch Gehirnerschütterungen nach kurzer Behandlung weiterspielen durfte.
"Die FIFPro steht mit der UEFA in Kontakt, um herauszufinden, warum die Charta nicht angewandt und Pavard in der Folge nicht vom Spielfeld genommen wurde", teilte die Spieler-Vereinigung mit.
Pavard hatte laut eigener Aussage in der 59. Minute nach einem heftigen Zusammenprall mit dem deutschen Verteidiger Robin Gosens in der Luft und einem harten Aufprall auf dem Boden das Bewusstsein verloren. "Ich habe einen höllischen Schock erlitten", sagte der Defensivspezialist direkt nach Ende des Spiels in München am Dienstag, "ich war zehn bis 15 Sekunden bewusstlos." Der frühere Stuttgarter wurde anschließend zunächst auf dem Platz und danach für kurze Zeit am Spielfeldrand behandelt, meldete sich aber wenige Momente später wieder beim Schiedsrichter zurück und lief wieder auf den Rasen.
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Aus Sicht der FIFPro stellen die Abläufe eine Missachtung der von allen 24 EM-Teilnehmerverbänden unterzeichneten Gehirnerschütterungs-Charta dar. In der Grundsatzvereinbarung ist festgeschrieben, dass ein Spieler schon beim Verdacht auf eine im Verlauf der Begegnung erlittene Gehirnerschütterung aus dem Spiel genommen werden soll.

UEFA bereits im Fall Eriksen in Kritik geraten

Bereits zu EM-Beginn war die UEFA aufgrund ihrer Vorgehensweise nach dem lebensbedrohlichen Kollaps des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen im Duell mit Finnland in ein schlechtes Licht geraten. Kritiker monierten, dass der kontinentale Verband als Veranstalter die Begegnung nicht abgebrochen und den Mannschaften ohne Rücksicht auf die psychische Verfassung der Spieler lediglich die Wahl zwischen einer Fortsetzung des Spiels kurz nach Eriksens Einlieferung in ein Krankenhaus oder am Mittag des nächsten Tages gelassen hatte.
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(SID)

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