DFB-Team: Joachim Löw kritisiert Weitergabe von DFB-Interna
Bundestrainer Joachim Löw hat sich gegen die Kritik zur Wehr gesetzt, die ihm nach dem 0:6-Debakel gegen Spanien entgegenschlug. "Wer mich kennt, weiß, dass ich mich mit konstruktiver Kritik auseinandersetze, mich stelle", so der 60-Jährige. "Ich habe mich gewundert, dass es hieß, der Löw sei abgetaucht". Löw ärgerte sich aber vor allem darüber, dass Interna in die Öffentlichkeit gelangten.
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"Ich habe mich sehr darüber geärgert, dass nach der ersten Pressemitteilung Dinge an die Öffentlichkeit kamen, von wem auch immer. Das hat mich maßlos enttäuscht", stellte Joachim Löw auf einer Pressekonferenz klar.
Löw und der DFB hatten nach dem 0:6 gegen Spanien in der UEFA Nations League eine Besprechung angesetzt, in der das weitere Vorgehen besprochen wurde. Dabei verständigten sich beide Parteien darauf, die Zusammenarbeit fortzusetzen. "Da ist mir ganz klar das Vertrauen ausgesprochen worden", bekräftigte Löw.
Vor und nach den Gesprächen gerieten Informationen darüber in die Medien, was intern besprochen worden sein soll. "Davon hat auch nicht alles gestimmt", so Löw. "Ich bin damit groß geworden, dass interne Dinge auch intern bleiben. Ich habe mich sehr geärgert, dass gewisse Dinge nach außen gekommen sind."
Effenberg attackiert Löw, Bierhoff und Keller
Zuvor schon hatte es herbe Kritik gegeben, da sich nach dem Spanien-Desaster zunächst nur DFB-Manager Oliver Bierhoff den Fragen der Medien gestellt hatte. Er sei dem normalen Vorgehen gefolgt, wiegelte Löw ab, von Abtauchen könne keine Rede sein.
"Nach dem Spanien-Spiel waren wir alle wahnsinnig enttäuscht. Diese Wut brodelt immer noch in mir persönlich, weil wir wissen, dass wir keine schnelle Möglichkeit haben, dieses Spiel zu korrigieren", betonte der Weltmeister-Coach von 2014. Es gebe "keinen Grund, alles über den Haufen zu werfen".
Vor allem Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg hatte den DFB für das Verhalten nach dem 0:6 verbal heftig attackiert. "Keller, Bierhoff, Löw und das Trainerteam: Das Bild, was sie abgeben - das ist für mich erbärmlich, tut mir leid. Das geht gar nicht", polterte der 52-Jährige im "Sport1-Doppelpass".
Löw: "Ich brauchte keine emotionale Distanz"
Ein Stück weit gab ihm Löw, unbewusst, recht. "Es gab eine Mitteilung von unserer Seite, dass ich nach dem Spiel eine emotionale Distanz brauche. Aber das stimmt nicht. Ich brauchte nach dem Spiel keine emotionale Distanz", erläuterte Löw, der dies aber "intern noch einmal angesprochen" habe.
Auf den angeblichen Vorstoß von DFB-Präsident Fritz Keller, der ihm einen Rücktritt nach der EM im nächsten Jahr nahegelegt haben soll, ging Löw nicht näher ein. Er bestätigte aber, dass er sich mit Keller per Telefon "ausgesprochen" habe.
Damit sei das Thema für ihn erledigt.
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Quelle: Eurosport
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