Im Duell zweier Topfavoriten auf den Titel durften die Italiener das erste Mal nach knapp einer Viertelstunde jubeln, wobei die Freude zunächst noch von kurzer Dauer blieb. Leonardo Bonuccis Bauchtor wurde vom VAR aufgrund einer knappen Abseitsposition korrekterweise aberkannt (14.).
Italien blieb auch nach der verpassten Führung die aktivere Mannschaft und belohnte sich in einer intensiven Partie nach 31 Minuten mit der verdienten Führung. Belgiens Kapitän Jan Vertonghen leitete den belgischen Anfang vom Ende mit einem fatalen Fehlpass auf Marco Verratti am eigenen Strafrafraum ein. Der PSG-Profi bediente sofort Mittelfeldkollege Nicoló Barella, der aus halbrechter Position im Strafraum wuchtig zum 1:0 in die lange Ecke traf (31.).
Die Belgier wirkten angeknockt und kassierten folgerichtig das 0:2: Dribbelkünstler Lorenzo Insigne ließ Youri Tielemans im linken Halbfeld locker stehen und schlenzte das Spielgerät anschließend aus 18 Metern ebenso traumhaft wie unhaltbar halbhoch in die rechte Ecke (44.).
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Doch die Belgier kamen dank eines fragwürdigen Elfmeterpfiffs noch vor der Pause zurück ins Spiel. Nach leichtem Armeinsatz von Giovanni Di Lorenzo gegen Jérémy Doku zeigte der slowenische Schiedsrichter zum Entsetzen der Italiener auf den Punkt. Romelu Lukaku schob vom Punkt sicher zum Anschlusstreffer für die Roten Teufel ein (45.+2).
Und der belgische Topstürmer war es auch, der nach etwa einer Stunde die größte Ausgleichschance für Belgien vergab. Nach Vorlage von De Bruyne traf Lukaku aus wenigen Metern nur den Oberschenkel von Leonardo Spinazzola, der kurz vor der Linie in höchster Not rettete (61.).
In der Schlussphase wurde der bislang beste Linksverteidiger des Turniers dann zur tragischen Figur: Bei einem Sprint im Mittelfeld verletzte sich Spinazzola ohne Fremdeinwirkung schwer an der Achillessehne und musste unter Tränen mit einer Trage vom Platz befördert werden (79.).
In der Schlussphase rührte Italien in bester Catenaccio-Manier Beton an und ließ kaum noch belgische Abschlüsse zu. Ein Fernschuss des agilen Doku sorgte nochmal für Gefahr (83.), mehr hatte der Weltranglistenerste gegen routinierte Italiener aber nicht mehr zu bieten. Die seit nun 32 Spielen ungeschlagene Squadra Azzura trifft im Halbfinale auf Spanien.

Die Stimmen:

Roberto Mancini (Trainer Italien): "Wir haben verdient gewonnen. Die Jungs haben außergewöhnlich gespielt und waren richtig gut. Wir hätten auch ein paar mehr Tore schießen können."
Thibaut Courtois (Belgien): "Das trifft uns hart, aber wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde. Wir hatten zwei Chancen, aber ihr Torwart hat gut gehalten und ich denke, wir haben das erste Tor etwas zu leichtfertig vergeben. Es hätte wirklich so oder so ausgehen können, aber Italien hat hier verdient gewonnen."

Der Tweet zum Spiel:

Spinazzolas Rettungstat mit dem Oberschenkel gegen Lukaku bewahrte Italien vor dem Ausgleich.

Das fiel auf: Lukaku von Chiellini abgemeldet

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Eden Hazard (Oberschenkel) ruhten die Hoffnungen Belgiens umso mehr auf Angreifer Lukaku. Jedoch war der belgische Weltklassestürmer über fast dei kompletten 90 Minuten von Routinier Giorgio Chiellini abgemeldet, der dem bulligen Angreifer nahezu auf Schritt und tritt verfolgte. Lukaku verbuchte über 98 Minuten nur 23 Ballaktionen und vergab die große Chance zum Ausgleich – ein extrem unglücklicher Auftritt des belgischen Hoffnungsträgers, der sich vor wenigen Tagen auf eine Stufe mit Robert Lewandowski gehoben hatte.

Die Statistik: 15

Nach zehn Siegen in der Qualifikation feierte Italien nun den fünften Sieg bei der EM-Endrunde. 15 Siege in Folge in Quali und Turnier sind zuvor noch nie einer Nationalmannschaft gelungen.
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