"Jede gastgebende Stadt muss garantieren, dass Fans zu den Spielen dürfen", erklärte Aleksander Ceferin mit Hinblick auf die EM im Juni. Aktuell ist geplant, dass die Europameisterschaft in zwölf Ländern stattfinden soll, darunter auch Deutschland mit München als Austragungsort.
Es sei aber auch möglich, "dass das Turnier in zehn oder elf Ländern gespielt wird, wenn einige Länder die Bedingungen nicht erfüllen", so der UEFA-Präsident. Bis zum 7. April fordert Ceferin eine verbindliche Zusage, dass in den Städten Fans zugelassen werden können.
"Wir haben mehrere Szenarios, aber die eine Garantie können wir geben, nämlich, dass es keine Option ist, in leeren Stadien zu spielen", wird der 53-Jährige in einem Statement der UEFA zitiert.
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Für Städte wie München, in denen derzeit aufgrund der aktuellen Corona-Lage keine Fans in Stadien erlaubt sind, könnte das zu einem Problem werden. Unklar ist, ob die Entwicklung der Corona-Pandemie in den kommenden Wochen wieder die Austragung von Fußballspielen mit Zuschauern zulässt.
Knapp drei Monate vor dem Endrunden-Beginn am 11. Juni werden die Fragezeichen hinter dem Turnier, das nach wie vor unter dem Titel EURO 2020 läuft, somit eher größer statt kleiner.

EURO 2020: UEFA spielt auf Zeit

Und konkrete Antworten hat die UEFA noch nicht parat. Ob die Entscheidung über das Format tatsächlich schon Anfang April fällt, erscheint aufgrund der dynamischen Entwicklungen rund um die Pandemie fraglich. Es ist durchaus möglich, dass der Verband erst beim Kongress am 20. April oder sogar noch später einen Entschluss fasst. Die zwölf Spielstätten inklusive München, die bei der ersten paneuropäische EM dabei sein sollen, müssen sich also weiter in Geduld üben.
Dass die UEFA nach wie vor auf Zeit spielt, ist ihr angesichts der unübersichtlichen Lage nicht einmal zu verdenken. Schließlich will sich der Verband so lange wie möglich die Option offen halten, kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen wie das derzeitige Aussetzten der Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff zu reagieren. Daraus machte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nie einen Hehl: "Es ist notwendig, flexibel über die Modalitäten des Turniers zu entscheiden."
So bleibt es vorerst bei der offiziellen Sprachregelung, wonach die EM in zwölf Städten (München, Amsterdam, Baku, Bilbao, Budapest, Bukarest, Dublin, Glasgow, Kopenhagen, Rom, St. Petersburg und London) ausgetragen werden soll. "Wir sind im ständigen Austausch mit der UEFA", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff zuletzt: "Die UEFA plant weiter mit zwölf Standorten. Andere Infos habe ich nicht."
Diverse Medien wollen es allerdings besser wissen. Fast täglich gibt es neue Berichte über angebliche UEFA-Pläne. So wird immer wieder darüber spekuliert, welche Städte gestrichen werden könnten. Am häufigsten finden dabei Baku, Dublin, Bilbao und Glasgow Erwähnung. Zudem halten sich die Gerüchte, wonach ein Großteil der Partien in Großbritannien stattfinden soll. Diese Vermutung ist naheliegend, weil auf der Insel die Impfungen schon weit fortgeschritten sind - was Zuschauer in den Stadien ermöglichen könnte.

Fußball-EM in Großbritanien?

Exekutivmitglied Rainer Koch hofft jedenfalls darauf, dass die UEFA Fans zulassen kann. "Wir werden alles daransetzen, auch bei der UEFA, die Menschen wieder in die Stadien zu bringen", sagte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "So weit es verantwortet werden kann. Natürlich geht die Gesundheit vor."
Die Gesundheitsfragen sind es allerdings, die gegen eine paneuropäische Endrunde sprechen. Schließlich wird das Reisen von allen Experten als Treiber der Pandemie gesehen. Vor allem deshalb fürchten die Klubverantwortlichen die kommende Länderspielpause und planen das Abstellen von Nationalspielern teilweise zu verweigern.
Nahezu undenkbar erscheint eine Endrunde auf dem gesamten Kontinent, falls Zuschauer dabei sein sollen. Das Reisen von Fans machen die Restriktionen in vielen Ländern nach derzeitigem Stand ohnehin unmöglich.
Diese Tatsache spricht wiederum für die Briten, die immerhin geimpfte Einheimische in die Arenen lassen könnten. Damit würde die UEFA auch Ticket-Einnahmen generieren - was dem Verband sicher nicht unrecht wäre.
Obwohl die UEFA ihr Turnier unter allen Umständen über die Bühne bringen möchte und den Ablauf des Europacups als Beispiel für eine sichere Austragung sieht, ist auch eine Absage weiterhin nicht auszuschließen. Schließlich hat die derzeitige Pandemie-Entwicklung fast in ganz Europa das Potenzial, erneut für Saison-Unterbrechungen und ein EM-Aus zu sorgen.
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