Mit einjähriger Verzögerung fiel der Startschuss zur paneuropäischen EM-Endrunde in der "Ewigen Stadt". Die hoch gehandelten Italiener agierten vor 16.000 Fans von Beginn an dominant und verbuchten durch Ciro Immobile ans Außennetz (3.), Domenico Berardi aus der Distanz (14.) und Lorenzo Insigne per Schlenzer (17.) erste vielversprechende Abschlüsse.
Der Schlussmann der Türkei, Uğurcan Çakır, musste kurz darauf zum ersten Mal ernsthaft eingreifen, als er einen Chiellini-Kopfball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (22.).
Insgesamt tat sich die Squadra Azzurra gegen tief stehende Türken mit zunehmender Spieldauer in Hälfte eins aber immer schwerer und kam bis zum Pausenpfiff nur noch durch unplatzierte Abschlüsse von Mittelstürmer Immobile (33./43.) sowie Insigne (37.) ansatzweise gefährlich vor das türkische Tor.
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Auch nach der Pause blieb Italien am Drücker und belohnte sich nach 53 Minuten für den Aufwand. Berardi wackelte rechts im Strafraum Cengiz Umut Meraş aus und brachte den Ball halbhoch scharf vors Tor. Merih Demiral stand im Fünfer zur falschen Zeit am falschen Ort und bugsierte die Kugel zur italienischen Führung ins eigene Netz (53.).
Beflügelt vom befreienden Führungstreffer legte Immobile wenig später das 2:0 für in allen Belangen überlegene Italiener nach. Leonardo Spinazzolas Schuss konnte Cakir zunächst noch mit einem Blitzreflex abwehren, gegen den Abstauber des goldrichtig stehenden Immobile war der türkische Keeper dann aber machtlos (66.).
Am 3:0 für Italien war Cakir dann aber nicht von Schuld freizusprechen: Ein übler Fehlpass des Schlussmannes landete über Berardi und Immobile links im Strafraum bei Insigne, der unhaltbar zum Endstand in die lange Ecke schlenzte (79.).

Die Stimmen:

Ciro Immobile (Italien): "Ich bin sehr glücklich, wir haben vor unseren Fans gewonnen. Wir sind froh, dass wir so gut ins Turnier gestartet sind. Die Türkei hat es uns am Anfang sehr schwer gemacht, nach der Pause sind wir aber besser ins Spiel gekommen."
Leonardo Spinazzola (Italien): "Wir sind eine große Mannschaft mit einer sehr guten Mentalität. Nach dem ersten Tor von uns ist vieles leichter geworden. Wir freuen uns auf die nächsten Spiele."
Lorenzo Insigne (Italien): "Es war ein tolles Spiel vor den eigenen Fans. Das war ein ganz wichtiger Start in das Turnier. Wir wissen aber, dass noch weitere wichtige Spiele auf uns warten."
Kenan Karaman (Türkei): "Die Italiener haben es sehr gut gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir noch versucht, die Null zu halten. Wir haben am Ende verdient verloren und müssen aus solchen Spielen lernen."

Der Tweet zum Spiel:

Italien ist seit inzwischen 28 Spielen ungeschlagen und seit neun Partien ohne Gegentreffer.

Das fiel auf: Türkei versinkt in Passivität

Zur dominanten italienischen Leistung gehört auch der andere Teil der Wahrheit: Die Türkei präsentierte sich über 90 Minuten extrem passiv und schien von Beginn an nur auf ein Remis aus zu sein. Im ersten Durchgang ging die türkische Mauertaktik noch auf, nach der Pause fiel der Matchplan mit dem ersten Gegentreffer. Auch in Rückstand machten Calhanoglu und Co. aber kaum offensive Anstalten und gaben erst in der Nachspielzeit durch Burak Yilmaz den ersten Schuss auf das italienische Tor ab.

Die Statistik: 3

Doppelte Premiere: Zum ersten Mal hat Italien bei einer EM-Endrunde in einem Spiel drei Tore erzielt. Zudem ist die Squadra Azzura die erste Mannschaft, die in einem EM-Auftaktspiel drei Mal getroffen hat.
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