Marco Reus wird zum wiederholten Male ein großes Turnier mit der Nationalmannschaft verpassen. In diesem Sommer verzichtet der Dortmunder allerdings mehr oder weniger freiwillig auf die Teilnahme am Turnier. Das hatte Reus bereits vor der offiziellen Verkündung des 26-köpfigen Kaders bekanntgegeben.
Bei der virtuellen Pressekonferenz im Rahmen der Kader-Bekanntgabe äußerte sich nun auch Bundestrainer Joachim Löw zu der Personalie Reus. Dabei stellte der Bundestrainer klar, dass der BVB-Kapitän normalerweise schon einen Platz im Kader gefunden hätte.
"Das war zumindest so geplant, weil der Marco Reus die letzten Wochen gut drauf war", erklärte Löw und ergänzte: "Wenn er so spielt, wie er sich die letzten Wochen und Monate in Dortmund gezeigt hat, ist er für jede Mannschaft ein Gewinn."
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Allerdings haben Reus und Löw in einem gemeinsamen Gespräch dann die Entscheidung zum Verzicht getroffen. "Marco und ich hatten ein ganz offenes Gespräch und haben über die gesamte Situation gesprochen. Der Marco hat mich angerufen", beschrieb Löw. In diesem Gespräch habe Reus erklärt, dass er die harte Saison in seinen Knochen spüre.

Neuer bedauert Verzicht von Reus

"Er hat mir dann auch offen gesagt, dass für seinen Körper eine Pause gut wäre, um in der neuen Saison wieder bei Kräften zu sein. Das ist bei uns so nicht möglich. Wir brauchen viel Energie. Da müssen alle Spieler nochmal richtig hochfahren, vor allen Dingen auch in der Vorbereitungszeit", so der Bundestrainer weiter.
Bei Reus hänge viel von seiner körperlichen Verfassung ab, betonte auch Löw: "Ich weiß, dass der Marco nur dann überragend sein kann, wenn alles im Gleichgewicht, im Flow ist. Er hat mir ganz klar zu verstehen gegeben, dass er eine große Müdigkeit in seinem Körper verspürt und dass er nicht der Energiegeber sein kann, den wir benötigen." Dementsprechend sei die Entscheidung für Löw folgerichtig: "Wir hätten ihn schon gerne dabei gehabt. Aber die Situation akzeptieren wir so und respektieren wir auch."
Reus hatte die WM 2014 und die EM 2016 verletzungsbedingt verpasst. Bei der EM 2012 war er mit Deutschland im Halbfinale an Italien gescheitert (1:2), beim WM-Debakel 2018 gehörte Reus ebenfalls zum DFB-Aufgebot.
Auch DFB-Kapitän Manuel Neuer bedauerte am Mittwoch Reus' Schritt. "Ich finde es natürlich grundsätzlich sehr schade, dass Spieler, die die Möglichkeit haben, dabei zu sein, nicht mitkommen. Aber ich denke, dass die Gespräche zwischen dem Bundestrainer und Marco Reus sehr intensiv waren. Er wird seine Gründe haben", sagte der Keeper auf der PK.
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