Beide Nationen nahmen jeweils zwei Wechsel in der Anfangsformation vor. Bei den Kroaten fehlte der Ex-Münchner Ivan Perišić aufgrund einer Corona-Infektion, bei den Spaniern rutschten Ferran Torres und José Gayà in die Startelf.
Die Selección machte von Beginn an die Partie, dominierte phasenweise mit 85 Prozent Ballbesitz und stellte Kroatien vor große Probleme. Der Außenseiter musste viel laufen, um ballnah zu verschieben, hatte daher offensiv sehr selten eigene Momente.
Doch in der 20. Minute passierte das, was niemand für möglich hielt: Die Kroaten gingen mit 1:0 in Führung. Der 18-jährige Pedri spielte kurz hinter der Mittellinie einen Rückpass auf Keeper Unai Simón, dem ein kompletter Blackout unterlief. Simón stellte seinen Fuß neben den Ball und so rollte die Kugel ins eigene Tor. Es war eines der kuriosesten Eigentore in der EM-Geschichte.
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Kroatien versuchte in den Folgeminuten, Spanien unter Druck zu setzen und mit einem zweiten Tor zu schocken. Tatsächlich brauchten die Spanier etwas Zeit, um sich zu finden – ab der 30. Minute spielte dann wieder nur die Elf von Luis Enrique.
In der 38. Minute fiel schließlich der völlig verdiente Ausgleich. Gayà scheiterte zunächst mit einem Schuss aus 14 Metern halblinker Position an Dominik Livakovic, doch der Keeper wehrte den Ball nach vorne ab – genau vor die Füße von Pablo Sarabia, der aus sieben Metern ins rechte Eck verwandelte.
Auch im zweiten Durchgang blieben die Spanier das bessere Team und drehten in der 57. Minute erfolgreich die Partie. Torres flankte punktgenau von der linken Seite in die Mitte, César Azpilicueta war aufgerückt und im Zentrum zur Stelle. Aus fünf Metern köpfte der Außenverteidiger den Ball ins Tor.
Kroatien suchte nach einer Antwort und versuchte, den Gegner unter Druck zu setzen. Doch die Spanier lösten es zumeist spielerisch – und erzielten in der 77. Minute die vermeintliche Entscheidung. Sie spielten einen Freistoß aus der eigenen Hälfte vertikal auf die rechte Seite in den Lauf von Torres, der Neu-Leipziger Josko Gvardiol pennte, gönnte sich währenddessen einen Schluck aus der Wasserflasche. Torres bedankte sich und verwandelte flach aus zwölf Metern zum 3:1.
Alles schien erledigt, Spanien qualifiziert, doch in der Schlussphase bewiesen die Kroaten großartige Moral und kamen zurück ins Spiel. In der 85. Minute setzte sich Luka Modric in der rechten Strafraumhälfte durch, spielte den Ball ins Zentrum. Der eingewechselte Mislav Oršic war zu Stelle und verwandelte aus dem Gewühl.
Kroatien warf in der Folge alles nach vorne und kam in der Nachspielzeit zum umjubelten Ausgleich. Oršic flankte den Ball stark von der linken Seite in die Mitte, Mario Pašalic kam aus neun Metern völlig frei zum Kopfball und verwandelte ins rechte Eck zum 3:3-Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete.
In der Verlängerung zeigten die Spanier ebenfalls Moral und sorgten innerhalb von drei Minuten für klare Verhältnisse. Der Leipziger Dani Olmo flankte den Ball von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten. Der Wolfsburger Josip Brekalo verschätzte sich und so hatte Álvaro Morata freie Schussbahn. Aus sieben Metern schoss er die Kugel ins kurze Eck (100.).
Kurz darauf war es erneut Olmo mit einem perfekten Zuspiel von der rechten Seite. Dieses Mal flach in die Mitte auf Mikel Oyarzabal, der den Ball auf Höhe des Fünfmeterraumes noch kurz annahm und anschließend flach ins linke Eck zum 5:3 verwandelte. Eine Zwei-Tore-Führung von der sich die Kroaten dieses Mal nicht erholten.

Der Tweet zum Spiel:

Offiziell gehört dieses Eigentor dem 18-jährigen Rodri – damit erzielte er ein Eigentor aus 44 Metern, die längste bisher gemessene Distanz bei einer Europameisterschaft.

Das fiel auf: Etwas zu verspielt

Spanien dominierte das Spiel gegen Kroatien einmal mehr durch technisch starken Tiki-Taka-Fußball. Viel Ballbesitz, viel Zirkulation und möglichst schwere Beine beim Gegner. Die spanische Taktik ging gegen Kroatien auf, wenn auch spät – sie qualifizierten sich knapp, allerdings verdient für die nächste Runde. Doch was trotz all dieser technischen Finesse auffällt, ist, dass das spanische Team oft zu verspielt ist. Anstelle der klaren Chance, suchen die Spanier noch einen und noch einen Pass. So brachten sie Kroatien in die Position, zurück ins Spiel kommen zu können. Die größte spanische Stärke ist gleichzeitig eine der größten Schwächen: Die Selección ist mit dem Ball zu verspielt.

Die Statistik: 18

Durch seinen Einsatz gegen Kroatien ist Pedri im Alter von 18 Jahren und 215 Tagen der jüngste Spieler, der jemals in einer K.O.-Runde einer Europameisterschaft gespielt hat. Er bricht damit den Rekord von Wayne Rooney (18 Jahre und 244 Tage/ EM 2004).
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