EM: Leon Goretzka, Jonas Hofmann und Jamal Musisala sind offenbar nicht in Löws Kader gegen Frankreich

Bundestrainer Joachim Löw muss für jedes Spiel drei Profis aus seinem Kader streichen. Im Auftaktspiel gegen Frankreich stehen laut "Sky"-Informationen neben dem verletzten Jonas Hofmann, Leon Goretzka sowie sein Bayern-Teamkollege Jamal Musiala nicht im 23-köpfigen Kader für das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Gruppe F.

Leon Goretzka (mitte) im Training für die EM

Fotocredit: Getty Images

Joachim Löw quälte sich. Vor dem EM-Start gegen Frankreich führte der Bundestrainer unangenehme Gespräche. Neben dem verletzten Jonas Hofmann musste er zwei weitere Spieler für das Duell mit dem Weltmeister am Dienstagabend in München aus seinem 26er-Kader streichen. Das sehen die Regeln der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor - sehr zum Ärger von Löw.
Nach "Sky"-Informationen stehen die beiden Bayern-Spieler Goretzka und Musiala nicht im Kader gegen Frankreich. Goretzka könnte allerdings nach überstandenem Muskelfaserriss bereits im zweiten Gruppenspiel wieder im Kader stehen.
Auch Hofmann könnte noch in der Gruppenphase zurück zum Team stoßen.
Löw schimpfte derweil auf der Pressekonferenz: "Da gibt es keine schlüssigen Argumente. Das ist ungerecht. Das hat keiner verdient." Grundsätzlich sei die Entscheidung der UEFA zwar richtig gewesen, die Aufgebote der EM-Teilnehmer in Corona-Zeiten zu vergrößern: "Falsch war, dass es nur 23 Spieler auf den Bogen schaffen. Das ist nicht in Ordnung. Für den Spieler auf der Tribüne ist es kein gutes Gefühl."

Keine leichten Entscheidungen für Löw

Auch bei seinen Stars kommt die Verbannung nicht gut an. "Ich finde die Regelung etwas unglücklich. Das ist für den Trainer keine leichte Entscheidung", sagte der Leipziger Lukas Klostermann, der als Feldspieler besonders betroffen ist. Denn eine weitere Regel besagt: Die drei Torhüter Manuel Neuer, Bernd Leno und Kevin Trapp müssen nominiert werden.
Der Konkurrenzkampf wird dadurch noch einmal heftiger, die Gefahr unzufriedener Spieler steigt. "Alle im Kader wollen spielen. Jeder ist mit der Überzeugung hier hingekommen, dass er der Mannschaft helfen kann", beschrieb Klostermann die knifflige Situation.
Löw und sein Trainerteam haben mögliche Konflikte bisher gut moderiert. "Ich bin kein Spieler, der sich mit verschränkten Armen auf die Tribüne setzt und dann schmollt", sagte etwa Champions-League-Sieger Timo Werner.
Löws Assistent Marcus Sorg hat einen "guten Geist" in der DFB-Auswahl ausgemacht. "Die Bereitschaft", betonte Sorg, "ist unglaublich groß." Doch er mahnte: Bei einem Großereignis gebe es "immer wieder unterschiedliche Rollen, die man dann auch akzeptieren muss".
Ganz so leicht fällt dies nicht immer. In ihren Klubs sind die Nationalspieler in der Regel gesetzt. Die Reservistenrolle ist im Verein schon ungewohnt, ein Platz auf der Tribüne am Spieltag schier unvorstellbar.

Löw unterstreicht Wichtigkeit des gesamten Kaders

Löw, Sorg oder DFB-Direktor Oliver Bierhoff unterstrichen seit dem ersten Tag des Trainingslagers in Seefeld/Tirol daher immer wieder die Wichtigkeit des gesamten Kaders. Auch die Ersatzspieler "müssen sofort und zu jeder Zeit bereit sein", forderte Löw und nannte als Beispiel Christoph Kramer beim WM-Triumph 2014 in Brasilien, "der auf den letzten Drücker ins Aufgebot kam und dann im Finale auf dem Platz stand, weil er die Intensität immer hochgehalten hat". Alle müssten wie damals sein goldener Joker Mario Götze "für die Sekunde X" brennen.
Sorg denkt auch schon weiter. "Am Ende reicht vielleicht eine einzige Aktion, um den Ball von der Torlinie zu kratzen oder reinzumachen und damit den Erfolg der Mannschaft sicherzustellen", sagte er. Dafür lohne es sich zu arbeiten.
Die Spieler haben ihren Vorgesetzten gut zugehört. Alle seien heiß, versicherte Robin Koch: "Während eines Turnierverlaufs kann jeder einzelne Spieler wichtig werden. Das weiß jeder in der Mannschaft. Jeder geht an seine persönlichen Grenzen."
Das freut Löw, der "eine gute Dynamik in der Mannschaft" ausgemacht hat. Um schwere Entscheidungen kommt er bei seinem letzten Turnier aber nicht herum.
(mit SID)
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Löw kritisiert die UEFA: "Hätte mir andere Vorgabe gewünscht"

Quelle: Perform

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