Eines des packendsten Duelle im Spiel zwischen Deutschland und Frankreich (0:1) fand auf der linken Seite des Weltmeisters von 2018 statt.
Joshua Kimmich traf dort auf seinen Bayern-Vereinskollegen Lucas Hernández und hatte nicht selten - vor allem in der ersten Hälfte - das Nachsehen.
Etwa als er den Franzosen nach 20 Minuten alleine ließ. Mit einer scharfen Flanke zwang Hernández Mats Hummels wenige Augenblicke später zum folgenschweren Eigentor.
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Der 25-Jährige zählt bei der Équipe Tricolore schon seit der Weltmeisterschaft vor drei Jahren zu den Stammkräften und kommt mittlerweile auf 27 Länderspiele. Dennoch konnte er sich beim FC Bayern bisher noch nicht vollends durchsetzen.

Neue Rolle unter Julian Nagelsmann?

Die EM könnte somit für Hernández zum wichtigen Schaulaufen werden, um auch im Verein endlich die tragende Rolle einzunehmen, die die Ablösesumme von 80 Millionen Euro erwarten lässt. Julian Nagelsmann wird am Fernseher sicherlich auch die Leistung des Franzosen genau verfolgen.
Denn im neuen System des ehemaligen Leipzig-Coaches könnte Hernández entscheidend werden. Eine mögliche Dreierkette, die Nagelsmann auch schon bei RB spielen ließ, dürfte nach den Abgängen von Jérôme Boateng und David Alaba nicht ohne den 25-Jährigen auskommen. Zusammen mit seinen beiden Landsmännern Dayot Upamecano (zentral) und Benjamin Pavard (rechts) könnte Linksfuß Hernández eine rein französische Abwehrreihe beim FC Bayern bilden.
Seit seinem Wechsel nach München 2019 habe er sich vor allem "im Ballbesitz-Fußball verbessert", betonte der Franzose am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Bei Ex-Verein Atlético Madrid habe man dagegen "eher taktisch defensiv gespielt". Schon im März meinte Hernández im Interview mit der "L'Équipe": "Bei Bayern greift der Linksverteidiger viel mehr an, als dass er verteidigt. Bei Atlético war es genau andersrum."

Lucas Hernández (Mitte) feierte im Mai seinen zweiten Meistertitel mit dem FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

In der vergangenen Saison kam der Weltmeister bei den Bayern in 37 Spielen zum Einsatz, vor allem in der Bundesliga (23 Spiele) vertraute Hansi Flick oft aber anderen Akteuren. Immerhin in der Champions League konnte Hernández sein Können in allen zehn Begegnungen des Rekordmeisters unter Beweis stellen.
Trotz der schwierigen ersten Jahre in München, in denen er allzu oft auf der Bank Platz nehmen musste, habe er "es nie bereut, hier unterschrieben zu haben". "Ich hatte nie irgendwelche Zweifel", stellte der 25-Jährige bei "L'Équipe" klar: "Es stimmt, dass ich Phasen hatte, in denen ich weniger gespielt habe und Phasen, in denen ich mehr gespielt habe, aber er (Hansi Flick; Anm.d.Red) hat mir immer vertraut." Der Münchener Ex-Coach habe immer "meine Flexibilität" geschätzt, so Hernández.

Lucas Hernández in Frankreich "sehr geschätzt"

Dass es jedoch im Gegensatz zur Nationalmannschaft weiterhin nicht zu einem Stammplatz bei den Bayern gereicht hat, kann sich Maxime Dupuis aus der französischen Eurosport-Redaktion schwer erklären. "Es ist schon überraschend, dass er sich noch nicht durchsetzen konnte. Im französischen Team ist er ein Topspieler. Gegen PSG war er als Innenverteidiger (im CL-Viertelfinal-Rückspiel des FC Bayern, Anm. d. Red.) sehr gut, daher sollte er auch in einem Team wie Bayern eine wichtige Rolle spielen."
In der Équipe Tricolore und von den Fans in Frankreich werde der Verteidiger "allgemein sehr geschätzt", so Dupuis. Hernández sei zwar kein Anführer im französischen Team, aber "ein Kämpfer": "Er erinnert etwas an Bixente Lizarazu, offensiv weniger stark, aber mit derselben Energie." In der Nationalmannschaft hat der 25-Jährige allerdings auf der linken Seite auch nicht allzu große Konkurrenz. Einzig Lucas Digne vom FC Everton wäre dort noch von Coach Didier Deschamps einsetzbar.
Doch der 52-Jährige baut weiter auf Hernández, der dieses Vertrauen mit Konstanz und Sicherheit auf der linken Seite zurückzahlt. Vielleicht heißt es auch beim FC Bayern bald: Lucas Hernández ist unverzichtbar.
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