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EM: Polen scheidet trotz Lewandowski-Doppelpack gegen Schweden in der Vorrunde aus - Schweden wird Gruppensieger
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Publiziert 23/06/2021 um 19:59 GMT+2 Uhr
Schweden ist bei der EURO 2020 als Gruppensieger der Gruppe E ins Achtelfinale eingezogen. Die Skandinavier gewannen ihr letztes Vorrundenspiel gegen Polen dank eines Doppelpacks von Emil Forsberg (2./59.) und eines späten Treffers von Viktor Claesson (90.+4) mit 3:2 (1:0). Polen schied dagegen trotz zweier Tore von Robert Lewandowski (61./84.) schon in der Vorrunde aus.
Robert Lewandowski ist mit Polen bei der EM schon in der Vorrunde ausgeschiedena
Fotocredit: Getty Images
Bei den Schweden gab es nach dem 1:0-Sieg über die Slowakei wenig Grund für Änderungen. Trainer Janne Andersson vertraute weitestgehend der siegreichen Elf. Lediglich im Sturm kam der Mainzer Robin Quaison zum Einsatz, Marcus Berg war nicht im Kader.
Bei den Polen konnte Trainer Paulo Sousa wieder auf Routinier Grzegorz Krychowiak setzen. Der Mittelfeldmann kehrte nach seiner Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurück. Jakub Moder steht dagegen nicht im Kader.
Mit einem Paukenschlag begann die Partie in St. Petersburg: Nach einem Einwurf auf Höhe der Mittellinie konnten sich Emil Forsberg und der Ex-Dortmunder Alexander Isak relativ ungestört durchspielen. Isak kam am Strafraum zu Fall, Forsberg nahm die Kugel auf und beförderte diese unhaltbar ins Netz. 1:0 nach exakt 81 Sekunden!
Die Polen taten sich in der Folgezeit gegen überraschend offensiv auftretende Schweden sehr schwer, kamen kaum in Strafraumnähe. Dennoch hatten die Skandinavier plötzlich doppeltes Alu-Glück. Robert Lewandowski traf in einer Szene gleich zwei Mal die Latte per Kopf (17.). Chancen, die sich der Weltfußballer eigentlich nicht entgehen lässt.
Diese Doppelchance des Münchners sollte es für lange Zeit gewesen sein. Schweden stellte das Zentrum zu, Polen versuchte es dadurch immer wieder über die Außen – erfolglos. Die Rot-Weißen spielten oft zu unpräzise, wodurch aussichtsreiche Möglichkeiten zunichte gemacht wurden. Zudem fehlte es an Durchschlagskraft, Lewandowski war oftmals im Zentrum alleine auf sich gestellt.
Da die Schweden über weite Strecken der ersten Halbzeit wenig in die Offensive investierten, entwickelte sich bis zum Pausenpfiff ein äußerst überschaubares Match.
Die Polen kamen wesentlich mutiger und angriffslustiger aus der Kabine. Vor allem Piotr Zielinksi zählte zu den Aktivposten. Doch der Akteur des SSC Neapel scheiterte mit einigen Distanzschüssen am glänzend aufgelegten Robin Olsen.
Auf der anderen Seite setzte Schweden immer wieder Nadelstiche. Eine der Umschaltaktionen führte durch Forsberg zum 2:0 (59.), der vermeintlichen Vorentscheidung. Doch quasi im Gegenzug brachte Lewandowski mit einem Traumtor seine Farben zurück ins Spiel – 2:1 (61.) Die Skandinavier standen in der Folgezeit nicht mehr sicher in der Verteidigung, auch, weil Polen schneller agierte. Ein Tor von Jakub Swierczok wurde wegen Abseits zurückgenommen (66.).
Polen versuchte in der Schlussphase alles, doch zu selten agierten die Osteuropäer mit Tempo und Spielwitz. Der Anschlusstreffer durch Lewandowski stellte nur einen Hoffnungsschimmer dar, viel mehr kam von Polen nicht. Dennoch konnten sich die Rot-Weißen auf Lewandowski verlassen, der kurz vor Schluss auf 2:2 stellte (84.). Der Traum lebte weiter!
In den Schlussminuten rannte Polen unermüdlich an, während Schweden das Remis nur noch über die Zeit retten wollte. Olsen konnte eine Lewandowski-Flanke gerade noch aus dem Eck fischen (89.). Quasi mit dem Schlusspfiff sorgte Viktor Claesson für das 3:2 (90.+4).
Durch diesen Sieg behauptet Schweden die Tabellenführung der Gruppe E, während Polen als Gruppenletzter ausscheidet.
Für die Schweden geht es kommenden Montag mit dem Achtelfinale weiter. Um 21:00 Uhr treffen Forsberg und Co. dann auf den Dritten der Gruppe B oder C.
Stimmen zum Spiel
Viktor Claesson (Schweden): "Es war eine Achterbahnfahrt. Es war extrem schön und wichtig, dass wir den Siegtreffer erzielt haben. Das war stark von uns."
Robert Lewandowski (Polen): "Ich hatte nicht die Fähigkeiten, dieses Spiel zu gewinnen und im Turnier zu bleiben. Es hat nicht gereicht."
Piotr Zielinski (Polen): "Wir dürfen nicht bei der ersten Aktion des Spiels ein Gegentor kassieren. Das ist eine große Enttäuschung."
Das fiel auf: Polen spielerisch zu schwach
Schweden begann überraschend offensiv, stellte die Investitionen nach gut 20 Minuten jedoch ein. Die Skandinavier überließen den Polen weitestgehend das Feld, die jedoch nichts damit anfangen konnten. Lewandowski war im Zentrum oft alleine auf sich gestellt, von den Kreativspielern kam zu wenig. So versuchten es die Rot-Weißen immer wieder über Flanken aus dem Halbfeld oder durch Standards. Doch diese verpufften bereits oft im Ansatz. Im zweiten Durchgang versuchte es wenigstens Zielinski, unterm Strich blieb das Offensivspiel der Polen viel zu durchschaubar. Erst gegen Ende nahm der Druck zu, Schweden begann zu schwimmen. Jedoch sprangen zu wenige klare Chancen heraus. Von den 18 Torschüssen waren nur wenige gefährlich.
Tweet zum Spiel
Die Szene des Spiels! Gleich zwei Mal scheiterte Robert Lewandowski per Kopf an der Latte. Solche Chancen macht der Weltfußballer des Jahres 2020 eigentlich blind. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte RL9 diesen Hochkaräter verwandelt.
Statistik zum Spiel: 81
Es war ein Traumstart für die Schweden! Emil Forsberg traf bereits nach 81 Sekunden zum 1:0 für die Skandinavier. Dieser Treffer stellt zugleich das zweitschnellste Tor in der Geschichte der Europameisterschaft dar. Nur Dmitri Kirichenko war schneller. 2004 brauchte der Russe lediglich 67 Sekunden für seinen Treffer gegen Griechenland.
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