EM 2024: Spanien wütet nach gellendem Pfeifkonzert gegen Linksverteidiger Marc Cucurella - "Es ist eine Schande"
VonLukas Fegers
Publiziert 10/07/2024 um 11:41 GMT+2 Uhr
Nach dem penetranten Pfeifkonzert deutscher Fans gegen Spaniens Linksverteidiger Marc Cucurella beim EM-Halbfinale in München haben dessen Teamkollegen mit Empörung reagiert. "Kein Spieler hat das verdient. Ins Stadion zu kommen, um einen Menschen auszupfeifen, ist eine Schande", sagte beispielsweise Cucurellas eingewechselter Mitspieler Daniel Vivian nach dem 2:1-Erfolg gegen Frankreich.
Mitspieler tobt: Pfiffe gegen Cucurella sind "eine Schande"
Quelle: Perform
Die deutschen Anhänger, die beim K.o.-Spiel zwischen der "Furia Roja" und dem Vizeweltmeister ins Münchner Stadion gepilgert waren, hatten den 25 Jahre alten Außenverteidiger am Dienstagabend bei jedem Ballkontakt gnadenlos mit Buhrufen und Pfiffen bedacht.
Der Grund: Im EM-Viertelfinale gegen Deutschland war Cucurella in der Verlängerung beim Stand von 1:1 im eigenen Strafraum ein Handspiel unterlaufen, das Schiedsrichter Anthony Taylor jedoch nicht geahndet hatte - zum großen Unverständnis vieler Beobachter.
Dass die deutschen Fans statt des Referees nun den Spieler dafür diskreditierten, stieß auch der spanischen Presse sauer auf. So schrieb die "Marca", diese müssten denken, "dass die Schuld beim mutmaßlichen Täter liegt und nicht beim Schiedsrichter, der für die Elfmetervergabe zuständig ist".
Die spanische Sportzeitung sprach gar von "höllischen Pfiffen" und titelte: "Alle gegen Cucurella."
Zusätzliche Motivation durch Pfiffe
Das "Opfer" selbst ließ sich auf dem Rasen nicht aus der Ruhe bringen und zeigte eine solide, fehlerfreie Leistung. Nach dem Schlusspfiff allerdings war auch Cucurella ratlos.
"Ich bin nicht schuld an irgendetwas", sagte der Profi vom FC Chelsea im Gespräch mit dem Radiosender Cadena Cope: "Ich weiß nicht, was sie damit bezwecken wollten, aber so ist es nun mal. Das Wichtigste ist, dass wir im Finale stehen, und das war's."
Dort trifft die spanische Auswahl am Sonntag im Berliner Olympiastadion entweder auf England oder die Niederlande.
Dass Cucurella das Pfeifkonzert für den Endspieleinzug einen zusätzlichen Schub gegeben hat, vermutet derweil Nationaltrainer Luis de la Fuente. "Sie haben ihn noch mehr motiviert", behauptete der Chefcoach nach der Partie: "Er ist ein Profi und weiß, mit Druck umzugehen."
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Quelle: Perform
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