EM 2024: Ralf Rangnick auf den Spuren von Jürgen Klinsmann - ein österreichisches Sommermärchen bei der Euro?

Ralf Rangnick sagte sogar dem FC Bayern München ab, um die Früchte seiner harten Arbeit in Österreich zu ernten. Die Alpennation bekommt es in der Gruppe D mit Vizeweltmeister Frankreich und den Niederlanden zu tun. Dennoch hat sich die Mannschaft in den vergangenen Monaten zu einem EM-Geheimfavoriten gemausert. Doch mit dieser Rolle tut sich der deutsche Cheftrainer bisher schwer.

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Quelle: Perform

Im edlen Schlosshotel Grunewald, wo Jürgen Klinsmann einst das Sommermärchen entwarf, tüftelt Ralf Rangnick an seinem EM-Plan. Anders als 2006 wehen an der Fünf-Sterne-Residenz im Nobelviertel Berlins nun aber die Fahnen in Rot-Weiß-Rot. In seiner deutschen Heimat führt der Teamchef die zum Geheimfavoriten erhobenen Österreicher auf eine verheißungsvolle Mission, für die er sogar dem FC Bayern absagte.
Die großen Erwartungen, die vor dem Auftakt gegen den Top-Favoriten Frankreich und Superstar Kylian Mbappé am Montag (21:00 Uhr im Liveticker) an sein Team herangetragen werden, wiegelt Rangnick jedoch ab. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Österreich Europameister wird", sagte Rangnick in einem Interview mit der "Zeit" - und schob dann hinterher: "Völlig ausgeschlossen ist es nicht."
Das hat viel mit Rangnick und seinem seit 2022 eingeschlagenen Weg zu tun, was auch den Bayern auf ihrer teils verzweifelten Suche nach einem Nachfolger für Trainer Thomas Tuchel nicht verborgen blieb. Der 65-Jährige rang mit sich - und entschied sich für Österreich.
"Hätte ich bei Bayern zugesagt, hätte ich drei Monate lang quasi beide Jobs gleichzeitig machen müssen, und ich hatte das ganz starke Gefühl, dass das über meine Kräfte gehen könnte", sagte er.

Rangnick und Österreich: Vollgas in der "Todesgruppe"

Und ein Ralf Rangnick kennt nur Vollgas - auch fußballerisch. Nach seinem Amtsantritt impfte er der Mannschaft seinen typischen Pressing-Stil ein, den unter anderem Deutschland beim Test (2:0) im vergangenen November schmerzhaft zu spüren bekommen hatte. Auch ein 6:1 gegen die Türkei im März ließ aufhorchen, mittlerweile ist Österreich seit sieben Spielen ungeschlagen - und gilt in der "Todesgruppe D" mit den Franzosen, den Niederlanden und Polen sogar als Anwärter auf Platz zwei.
Verbal tritt Rangnick aber gerne auf die Bremse. Dem "kicker" sagte er, die Österreicher seien sich bewusst, "dass wir in der mit Abstand schwierigsten Gruppe sind." Dass Kapitän David Alaba ausfällt, hilft in dieser Situation nicht unbedingt, aber zumindest steht er dem Team als eine Art Co-Trainer emotional zur Seite. Dazu verfügt Rangnick über Potenzial, man denke an Marcel Sabitzer, Konrad Laimer oder Christoph Baumgartner, das die Alpenrepublik lange nicht kannte.
Nachdem Österreich 2008 und 2016 in der Vorrunde gescheitert war und vor drei Jahren im Achtelfinale knapp in der Verlängerung 1:2 gegen Italien verlor, scheint diesmal mehr drin zu sein. "Wenn wir in der Gruppe weiterkommen wollen, müssen wir am absolut obersten Level performen. Wenn wir das aber schaffen und weiterkommen, dann kommen nicht mehr viel schwierigere Gegner", so Rangnick. Viel hängt vom Spiel gegen die Franzosen ab. Einen Plan für den Auftakt hat Rangnick in Grunewald längst ausgetüftelt.
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(SID)
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Quelle: Perform


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