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Fanblog zu BVB - Liverpool: Jürgen Klopp "The Normal One" für 180 Minuten
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Publiziert 07/04/2016 um 11:52 GMT+2 Uhr
Gut ein Jahr ist es nun her, seit Jürgen Klopp seinen Rücktritt von Borussia Dortmund bekannt gab, weil er sich nicht mehr als der richtige Trainer am richtigen Ort fühlte. Nun kehrt er mit dem FC Liverpool zum Viertelfinal-Hinspiel der Europa League nach Dortmund zurück. Grund genug, in die Gefühlswelt der Fans abzutauchen. Unser Fanblog-Beitrag von Luca Gierl.
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Hans-Joachim Watzke äußerte die Befürchtung, man könnte sich wohlmöglich "einlullen" lassen, von der großen Sympathie für den Ex-Trainer. Höchstwahrscheinlich sind Klopps Beliebtheitswerte in Dortmund tatsächlich bis heute unerreicht und viele Dortmunder Fans freuen sich seit Neuestem über Siege von Liverpool, trotzdem ist mit Sympathiebekundungen während des Spiels kaum zu rechnen.
Wenn Jürgen Klopp mit dem Liverpool Football Club in Dortmund antritt (21:05 Uhr im Liveticker) wird er für 90 Minuten schlichtweg "The Normal One" sein. Ein ganz normaler Trainer der gegnerischen Mannschaft, die man unbedingt besiegen möchte. Also eigentlich ist (fast) alles wie immer.
Der Verein ist nun mal größer als alle handelnden und ehemals handelnden Personen, mögen die Verdienste auch noch so groß sein. Denn das sind die Verdienste von Jürgen Klopp für Borussia Dortmund unbestreitbar: Groß.
Klopp Vater der Wiedergeburt einer Weltmarke
Als Klopp 2008 in Dortmund übernahm, war der Verein nur ein Schatten seiner selbst. Geschüttelt von finanzieller Krise und regelmäßig wechselnden Trainern, war man im sportlichen Mittelmaß verschwunden. Der charismatische Fußballlehrer verstand es Fans und Spieler gleichermaßen mitzunehmen, wie es kein Zweiter vermochte.
Nicht ohne Grund haftet ihm der Ruf des "Menschenfängers" an. Die Jahre unter Klopp waren eine, zum großen Teil ansteigende, Achterbahn der Gefühle. Man feierte großartige Triumphe und beweinte bitterste Niederlagen und der Marketingclaim der "Echten Liebe" wirkte tatsächlich irgendwie real.
Nun ist es nicht zu leugnen, dass eine solch intensive Zeit auch einiges an Kraft gekostet hat. Vor allem die Spieler, aber auch Teile der Fans, wirkten am Ende der Klopp-Ära emotional ausgelaugt. Passenderweise ist Nachfolger Tuchel emotional weitaus weniger fordernd.
Es herrscht nicht dieselbe innige Verbindung zwischen Trainer und Fans, wie noch unter Klopp, weil es Tuchel darauf nicht anlegt. Wenn die Mannschaft nun mit den Fans feiert, ist der Trainer nicht zu sehen. Unter Klopp war das noch ein regelmäßiges Bild.
Tuchel wird und will Klopp wohl nie den Rang ablaufen in Sachen Fanliebe, allerdings ist ihm der höchste Respekt vor seinem sportlichen Schaffen sicher. Es ist mittlerweile mehr Rationalität eingekehrt in Dortmunds Beziehung zu seinem Trainer. Eine Rationalität, die der sportlichen Entwicklung zuträglich zu sein scheint.
BVB unter Tuchel spielstark wie nie zuvor
Wenn Klopp am Donnerstag im Signal Iduna Park aufschlägt, bekommt er es mit dem spielerisch besten BVB der Geschichte zutun. Diese Entwicklung wird Tuchel in Dortmund hoch angerechnet und selbst Abgänge von Fanlieblingen wie Kevin Großkreutz und Kuba werden ohne großartige Proteste akzeptiert.
Man sieht ein, dass diese Entscheidungen sportlich sinnvoll zu sein scheinen und alle möchten letztendlich nur das Beste für den Verein.
Und das Beste für den Klub wäre, eine unvergleichliche Wettbewerbsatmosphäre zu kreieren, um optimale Voraussetzungen für den Einzug in das Halbfinale der Europa League zu schaffen.
Dortmunder Gesänge für Klopp dürfte es wohl nur geben, wenn man sein Team zuvor hochkant aus dem Wettbewerb gekegelt hätte. Ein durchaus verlockendes Szenario.
Luca Gierl (22) lebt in Berlin. Tomas Rosicky und Jan Koller entfachten einst seine Leidenschaft für Borussia Dortmund. Diese ist bis heute zu lesen und zu hören unter @LucaGierl und @Yellowwallpod.
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