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3 Dinge, die bei Olympique Marseille - RB Leipzig auffielen: Ralph Hasenhüttl ist nicht unschuldig

3 Dinge, die auffielen: Hasenhüttl ist nicht unschuldig

12/04/2018 um 23:54Aktualisiert 13/04/2018 um 07:42

RB Leipzig unterliegt Olympique Marseille deutlich mit 2:5 und verpasst den Einzug ins Halbfinale der Europa League. Leipzig verpennte die erste Halbzeit komplett und hatte mit einem Dimitri Payet in absoluter Galaform zu kämpfen. Außerdem: Was hat sich Ralph Hasenhüttl bei seiner Defensivtaktik gedacht? Was bei Marseille gegen Leipzig auffiel.

1. Verpennte erste Hälfte

Es fing alles so gut an. Nach nur zwei Minuten erzielte Bruma das so wichtige Auswärtstor in Marseille und brachte Leipzig somit in der Gesamtrechnung mit 2:0 in Front. 43. Minuten später schauten sich die Sachsen beim Gang in die Kabine aber ratlos an.

Marseille brannte in diesem Zeitraum nämlich ein echtes Feuerwerk ab. Vom frühen Rückstand waren die Süd-Franzosen keineswegs geschockt - eher angestachelt. Nach zwölf Minuten stand es nach Torschüssen 7:2 für die Franzosen, Bouna Sarr und Florian Thauvin hatten das Ergebnis auf 2:1 gedreht.

Leipzig spielte in der Defensive unsortiert. Im Aufbauspiel ging fast jeder Ball frühzeitig verloren, insgesamt kamen nur rund 75 Prozent der Zuspiele beim Mitspieler an. Im Mittelfeld verlor RB die Bälle zu einfach, leitete mit teilweise haarsträubenden Fehlpässen diverse Kontersituationen der Gastgeber selber ein. Vor allem Dayot Upamecano spielte viele Risikobälle direkt in die Spitze, die jedoch beim Gegner landeten und den Leipzigern in der Folge um die Ohren flogen.

Bereits am Montag beim Bundesligaspiel gegen Leverkusen hatte Leipzig binnen kürzester Zeit mehrere Gegentore kassiert (drei in zwölf Minuten). Der Unterschied: Leipzig hatte auch in der Offensive seine Chancen. In Marseille stand Jean-Kevin Augustin sinnbildlich für die RB-Offensive im ersten Durchgang: Der Franzose war komplett abgemeldet, gewann nur einen seiner 13 Zweikämpfe (8%).

2. Hasenhüttl verzockt sich

Ralph Hasenhüttl musste etwas ändern. Klar, die Defensivleistung im Spiel gegen Bayer Leverkusen (1:4) war alles andere als optimal. Doch die Idee, im so wichtigen Europa-League-Rückspiel gegen Olympique Marseille auf eine Dreierkette zu setzen, veränderte am Verhalten seiner Hintermannschaft nichts zum Besseren. Im Gegenteil: sie ging komplett nach hinten los.

Als kreatives Chaos konnte man die Leipziger Defensivbemühungen mit viel Wohlwollen beschreiben. Die Räume zwischen den einzelnen Gliedern der Kette standen viel zu weit auseinander, die Zuständigkeiten, also welcher Verteidiger welchen Marseille-Stürmer aufnimmt und bearbeitet, waren zu keiner Zeit geklärt. So liefen Konaté und Upaqmecano sich das eine oder andere Mal regelrecht über den Haufen.

Beim 4:2-Treffer von Dimitri Payet wurde das Leipziger Defensivchaos besonders deutlich. Der französische Nationalspieler dribbelte unbedrängt in den Strafraum und hatte dort alle Zeit der Welt, den Kopf zu heben und den linken Winkel anzuvisieren. Spätestens zur Halbzeit hätte Hasenhüttl umstellen müssen.

Stattdessen verfehlten auch seine Einwechslungen jegliche Wirkung. Der angeschlagene Timo Werner saß das komplette Spiel auf der Bank. Ralf Rangnick hatte vor der Partie am "Sky"-Mikrofon noch angemerkt: "Er ist im Kader, nur nicht in der Startelf. Vielleicht kommt er ja rein und macht’s wie gegen die Bayern." Die offensiven Hereinnahmen von Emil Forsberg und Yussuf Poulsen verpufften. Am Ende fehlte Leipzig ein Mann für die besonderen Momente. Eben einer wie Werner.

3. Payet in Galaform

Dass sich Dimitri Payet in Sachen Schusstechnik vor niemandem verstecken muss, war bekannt. Unvergessen sind seine Traumtore bei der EM 2016 im eigenen Land (z.B. im Eröffnungsspiel gegen Rumänien). Nun bekam Leipzig die volle Ladung Payet-Genialität ab.

Schon in der ersten Hälfte ließ der Mittelfeld-Star einen Schuss mit der linken Innenseite ab, der aus 20 Metern halbrechter Position perfekt in den langen Winkel flog. Das Tor wurde wegen eines vorausgegangenen Foulspiels des Griechen Kostas Mitroglu an Lukas Klostermann jedoch aberkannt. "Macht nichts", dachte sich der 31-Jährige wohl in der Halbzeit und packte in der zweiten Hälfte den nächsten Sonntagsschuss aus.

Erst ein Übersteiger gegen Ilsanker, dann der gekonnte Schlenzer mit dem rechten Außenrist ins linke Kreuzeck. Wow! Traumtor!

Auch BVB-Stürmer Batshuayi war hin und weg:

(Deutsch: "Unglaublich. Das ist die Mona Lisa!")

Seit es in der Euopa League in die entscheidende Phase geht, ist Payet in Bestform. In sechs K.o.-Spielen war er an sechs Treffern direkt beteiligt (3 Tore, 3 Vorlagen).

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