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RB Leipzig verpasst gegen Olympique Marseille das Halbfinale

Leipzig erliegt Marseilles Angriffswirbel

12/04/2018 um 23:01Aktualisiert 13/04/2018 um 00:30

RB Leipzig hat das Halbfinale der Europa League verpasst. Bei Olympique Marseille verlor das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl am Donnerstag im Viertelfinal-Rückspiel völlig verdient mit 2:5 (1:3). Durch die schmerzvolle Niederlage verspielte Leipzig den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel von vor einer Woche.

So lief das Spiel:

Am 7. Juli 2016 verlor die DFB-Elf im Vélodrome von Marseille das EM-Halbfinale gegen Frankreich 0:2 – das wollte RB Leipzig aus deutscher Sicht am Donnerstag vergessen machen. Und das schien zu gelingen, denn bereits nach 72 Sekunden ging RB nach einem tollen Angriff über rechts durch Bruma in Führung (2.).

Olympique brauchte jetzt schon drei Treffer, es schien die halbe Miete für den Bundesligisten. Doch kurz nach der Führung begann eine der turbulentesten Anfangsphasen der Europapokalgeschichte: Nach einer Ecke für die Südfranzosen stolperte Stefan Ilsanker den Ball ins eigene Tor – der Ausgleich keine vier Minuten später (6.). Wiederum drei Minuten darauf konterte Olympique die Leipziger nach einer Ecke aus, Bouna Sarr staubte zum 2:1 ab (9.). Schon jetzt kannte das Vélodrome kein Halten mehr.

Als Dimitri Payet nach 17 Minuten mit einem Gewaltschuss das 3:1 markierte, kochte die Stimmung endgültig über. Schiedsrichter Björn Kuipers nahm den Treffer jedoch zurück. Kostantinos Mitroglou hatte fernab von Ball und Geschehen seinen Gegenspieler Ilsanker umgerissen. Glück für die Roten Bullen.

Schon nach einer knappen halben Stunde musste Marseille wechseln: Für den angeschlagenen Bouna Sarr kam Adil Rami aufs Feld (28.). Trotz des Rückstands reichte es zu diesem Zeitpunkt noch für Leipzig. Erst zehn Minuten vor der Pause kam Ruhe ins Spiel, Marseille hatte mehr Spielanteilen, RB verteidigte jetzt wach.

Vor der Pause gab es dann aber noch einen Nackenschlag für RB: Nach Flanke von Payet pennte die gesamte Leipziger Innenverteidigung, Flaorian Thauvin schob unbedrängt zum 3:1 ein (38.), damit war Marseille weiter.

Leipzig startete schlecht in Hälfte zwei. Erst wurde Payets Schuss auf der Linie geklärt, dann vergab Mitroglou frei aus rund zehn Metern. Und plötzlich war der Ball doch im Tor – aber im anderen! Nach sensationeller Vorarbeit von Nabi Keita verwandelte Jean-Kévin Augustin trocken zum 2:3 (55.). Leipzig zurück im Spiel, zu diesem Zeitpunkt reichte es für das Halbfinale.

Leider hielt das Glück nur fünf Minuten, denn kurz darauf hämmerte der überragende Payet den Ball zum 4:2 in den Winkel und stellte so den alten Abstand wieder her (60.). In den Schlussminuten machte Olympique dann hinten dicht, die erschöpften Leipziger kamen nicht mehr entscheidend vor's Tor.

In der vierten Minute der Nachspielzeit gelang Marseille sogar noch das 5:2 durch Hiroki Sakai - die endgültige Entscheidung.

Die Stimmen:

Emil Forsberg (Mittelfeldspieler RB Leipzig): "Wir sind besser, als wir manchmal glauben. Wir müssen das so spielen, wie wir das in der Vergangenheit schon gezeigt haben."

Kevin Kampl (Mittelfeldspieler RB Leipzig): "So dürfen wir auswärts einfach nicht auftreten. Es spielt uns alles in die Karten und wir machen nichts draus. Das ist sehr enttäuschend."

Der Tweet zum Spiel:

Leipzig brachte am Donnerstag fast alles mit, um ins Halbfinale der Europa League einzuziehen: Leidenschaft, Spielkultur, Mut. Doch es schien einfach an Erfahrung zu mangeln, viel zu naiv brachte man sich um die Früchte der eigenen Arbeit. Daran konnte auch Kevin Kampl nichts ändern.

Das fiel auf: Wechselspielchen

RB-Coach Ralph Hasenhüttl setzte in der Dreierkette auf den jungen Stefan Ilsanker, ließ Kapitän Willi Orban draußen. Der Österreicher war in der Innenverteidigung komplett überfordert. Beim Stand von 2:4 legte sich der Trainer zudem auf die Einwechslung von Verteidiger Bernardo fest (66.) und verzichtete auf Stürmer Timo Werner. Vercoacht?

Die Statistik zum Spiel: Heimmacht

Sieben von acht Heimspielen konnte Olympique Marseille in dieser Europa-League-Saison gewinnen.

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