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Last-Minute-K.o.: Frankfurt unterliegt dramatisch in Lüttich

Last-Minute-K.o.: Frankfurt unterliegt dramatisch in Lüttich

07/11/2019 um 20:51Aktualisiert 07/11/2019 um 22:59

Eintracht Frankfurt hat den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde verpasst. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter musste sich bei Standard Lüttich mit 1:2 (0:0) geschlagen geben. Zinho Vanheusden brachte die Gastgeber in der 56. Minute in Führung. Filip Kostic glich per direktem Freistoß aus (65.). Den Siegtreffer für Lüttich erzielte Maxime Lestienne (90.+4) unmittelbar vor dem Schlusspfiff.

So lief das Spiel:

SGE-Trainer Adi Hütter ging mit zwei personellen Wechseln in die Partie, für Bas Dost und Evan N’Dicka rückten André Silva und Makoto Hasebe in die erste Elf. Im gewohnten 3-5-2-System wollte die Eintracht viel Flügeldruck erzeugen und so zum Erfolg kommen.

Die Frankfurter begannen allerdings sehr zurückhaltend. Zwar dominierten sie das Spiel, initiierten auch ab und zu Aktionen in der gegnerischen Gefahrenzone - auf druckvollen Offensivfußball verzichteten sie jedoch zunächst. Auch von Standard Lüttich kam extrem wenig - und das trotz der Gewissheit, dass bei einer Niederlage das Europa League-Aus besiegelt war.

Ab der 30. Minute wurden beide Mannschaften schließlich offensiv präsenter. In der 35. Minute brachte Djibril Sow den Ball aus der linken Strafraumhälfte in die Mitte. Silva lief ein und köpfte die Kugel aus vier Metern an den rechten Torpfosten - es war die beste Gelegenheit der Frankfurter im ersten Durchgang.

Doch auch Standard wurde gefährlich. Die beste Chance bot sich Duje Cop kurz vor der Pause in der 45. Minute. Nach einem Zuspiel in den Strafraum kam der Angreifer mit dem langen Bein aus elf Metern zum Abschluss. Der Ball ging haarscharf links am Eintracht-Tor vorbei.

Im zweiten Durchgang gelang den Hausherren der bessere Start. In der 57. Minute ging Lüttich nach einem Standard mit 1:0 in Führung. Einen Eckball von der linken Seite verlängerte Angreifer Renaud Emond per Kopf auf den zweiten Pfosten, Innenverteidiger Zinho Vanheusden war zur Stelle und köpfte die Kugel problemlos ins Tor.

Dieser Treffer rüttelte beide Mannschaften wach - es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe. Die Franfurter drängten auf das Ausgleichstor, Lüttich setzte immer wieder gefährliche Konterangriffe. In der 65. Minute stachen die Frankfurter zu. Filip Kostic führte einen Freistoß aus 18 Metern halbrechter Position direkt aus und knallte den Ball flach ins linke Eck. Torhüter Arnaud Bodart streckte sich vergeblich.

Eintracht Frankfurt intensivierte in der Folge die Angriffsbemühungen, doch auch Standard Lüttich ging vollends auf Sieg. So kam es zu einer ganz heißen Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten. In der letzten Minute der Nachspielzeit war Kostic auf dem linken Flügel auf und davon, zog in den Strafraum ein und suchte aus elf Metern etwas überhastet den Abschluss. Er setzte den Ball links am Kasten vorbei.

Im direkten Gegenzug war Lüttich mit dem Knockout zur Stelle - ein ganz bitterer Schlag für die Frankfurter. Die eingewechselten Maxime Lestienne und Obbi Oulare sorgten für das 2:1. Letzterer brachte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, Lestienne war aus neun Metern zur Stelle und versenkte flach ins linke Eck.

Diese Niederlage brachte Lüttich auf Frankfurter Augenhöhe. Beide Mannschaften haben nun sechs Punkte auf dem Konto. Es werden zwei ganz heiße Endspiele.

Die Stimmen:

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Sehr, sehr bitter. Wir haben selbst die Chance, das 2:1 zu machen und kriegen im direkten Gegenzug das 1:2. Das ist sehr bitter. Jetzt ist alles offen. Wir müssen noch mindestens vier Punkte holen."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Respekt vor der Leistung von Standard. Es ist ärgerlich, dass wir zwei Minuten vor Schluss nicht das 2:1 machen und dann noch das Gegentor mit der letzten Aktion bekommen. Das war nicht verdient. Die Ausgangsposition hat sich schon stark verändert. Standard hat möglicherweise die bessere Situation jetzt. Das haben wir uns aber selbst zuzuschreiben."

Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt): "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann müssen wir einen Punkt holen. Das Gegentor ist unnötig. Das war nicht gut von uns. Wir wollen nach vorne spielen, müssen aber auch lernen zu verteidigen. Wir müssen entschlossen sein, das Tor zu verteidigen. Alle, auch mich mit eingeschlossen. Kein Vorwurf an Filip, das ist das Spiel. Wir haben viel investiert, sind aber nicht belohnt worden. Jetzt ist alles offen. Lüttich kann beide Spiele gewinnen. Wir aber auch."

Das fiel auf: Auf dem Weg zur Spitzenmannschaft

Die Büffelherde der Frankfurter um Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic verließ die Eintracht in diesem Transfersommer. Einen Einbruch progostizierten viele Experten der Eintracht in dieser Spielzeit nach diesen Abgängen. Die Hessen ließen sich von ihren Kritikern allerdings nicht blenden und verfügen nun über eine Mannschaft, die ihre Stärken kennt und diese kontinuierlich abruft.

SGE-Trainer Hütter hat es geschafft, aus vielen Einzelkönnern ein Kollektiv zu bilden, das rein statistisch gesehen sogar besser performt, als die Mannschaft der vergangenen Saison. Mit dieser Eintracht-Elf ist trotz kleinerer Rückschläge - wie der Last Minute-Niederlage gegen Lüttich - in dieser Spielzeit zu rechnen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 0

Die Fans von Eintracht Frankfurt sind ein echter Rückhalt für die eigene Mannschaft. Im Europacup fahren sie ihrem Klub zu jedem Auswärtsspiel zahlreich hinterher, um das Team zu unterstützen. Gegen Standard Lüttich fehlten die Anhänger allerdings - sie sind für zwei europäische Spiele gesperrt worden. Es war eine komische Atmosphäre ohne Eintracht-Fans. Nach Lüttich folgt noch das Auswärtsspiel in London gegen Arsenal ohne Gästefans.

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